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18.55 Uhr | 19. Februar 2021

Zahlreiche Unternehmen haben ein Herz für Senioren 

KREISSENIORENBEIRAT: 31 Betriebe und Einrichtungen aus Bürstadt, Bobstadt und Riedrode als „Seniorenfreundlich” zertifiziert

Die Idee der seniorengerechten Lebensgestaltung wurde bereits von zahlreichen Unternehmen und Einrichtungen in Bürstadt, Bobstadt und Riedrode umgesetzt und mit dem Zertifikat des Kreisseniorenbeirates Bergstraße besiegelt – damit sich Seniorinnen und Senioren lange und selbstbestimmt wohlfühlen können. Foto: www.pixabay.com

BÜRSTADT – Unsere Gesellschaft wird älter. Trotzdem ist es noch nicht selbstverständlich, dass auf die Bedürfnisse älterer Menschen in allen Bereichen Rücksicht genommen wird. Beim Einkaufen, beim Arztbesuch, in Restaurants, im Grunde überall können Senioren mit und ohne Rollator oder Rollstuhl auf Hindernisse stoßen oder es mangelt an Sitzgelegenheiten, einer Toilette mit Aufstehgriff, einer Taxi-Rufmöglichkeit oder anderen Annehmlichkeiten, die das Leben erleichtern. Auch Hilfsbereitschaft ist nicht überall gegeben. Der Bergsträßer Kreisseniorenbeirat zeichnet deshalb Betriebe aus, die sich besonders für „Seniorenfreundlichkeit“ engagieren. Auch in diesem Jahr freut sich der Kreisseniorenbeirat, zahlreichen Unternehmen Erst- und Zweitzertifikate als „Seniorenfreundliche Betriebe“ überreichen zu können — darunter 31 Unternehmen und Einrichtungen aus Bürstadt, Bobstadt und Riedrode. Erkennbar sind diese an der Plakette mit dem Aufdruck „Seniorenfreundlich – empfohlen vom Kreisseniorenbeirat Bergstraße“. Aufgrund der aktuellen Situation konnte die Veranstaltung am Freitag jedoch nur digital via Zoom stattfinden. 

An der virtuellen Zertifikatsübergabe nahmen Landrat Christian Engelhardt, der Vorsitzende des Kreisseniorenbeirats Nikolaus Teves, weitere Mitglieder des Kreisseniorenbeirats, Bürgermeisterin Barbara Schader sowie die Betriebe, die zertifiziert wurden, teil.

Nikolaus Teves erläuterte zu Beginn, welche Vorteile seniorenfreundliche Betriebe und die lokale Wirtschaft älteren Menschen, deren Angehörigen und allen Generationen bieten: „Die Verfügbarkeit von Waren und Dienstleistungen in der unmittelbaren sollte keineswegs vernachlässigt und unterschätzt werden. Ein besonderes Highlight ist hierbei die persönliche Beratung, man kann sich hier geborgen fühlen und es wird auf die individuellen Bedürfnisse eingegangen. Zudem bekommt man die Produkte und Dienstleistungen sozusagen ‚zum Anfassen‘, und es besteht in den Geschäften Raum für Kommunikation und Gesprächen, zumindest außerhalb der Corona-Pandemie. Zusätzlich werden barrierefreie Zugänge und Nutzungsstrukturen geboten und gefördert – und manchmal gibt es auch eine Toilette. Die zertifizierten Betriebe nehmen darüber hinaus Rücksicht auf körperliche Einschränkungen. Ein weiteres Plus ist die Möglichkeit des spontanen Einkaufens und die Aufrechterhaltung attraktiver Aufenthaltsräume in den Ortskernen. Und natürlich besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen und verständliche Antworten zu bekommen. Ich freue mich, alle denen gratulieren zu können, die heute mit einem Zertifikat als seniorenfreundlicher Betrieb ausgezeichnet werden.”

Landrat Christian Engelhardt betonte, dass es „eine Freude ist, auf diesem ganz besonderen Weg dabei sein zu dürfen, auch wenn es schöner wäre, wenn wir diese Zertifizierung persönlich hätten vornehmen können, auch um den persönlichen Kontakt pflegen zu können.” Landrat Engelhardt verwies darauf, dass hier zwei Gruppen zusammenkommen, die ganz besonders wichtig sind: Einerseits der Seniorenbeirat für die Seniorinnen und Senioren und anderseits die Unternehmen, die für die Wirtschaft stehen. „Ich halte es für klug, wenn sich Unternehmen auf die auch wachsende Zielgruppe der Senioren fokussieren, wobei die Barrierefreiheit zur Teilhabe eine besondere Rolle spielt”, betonte Landrat Engelhardt.

Bürgermeisterin Barbara Schader stellte klar, dass es wichtig sei, Teilhabe zu schaffen. „Wie wichtig, erleben wir in dieser Zeit. Ich möchte mich bei dem engagierten Kreisseniorenbeirat bedanken, gerade diese Auszeichnung und das Überprüfen in den Städten ist von großer Bedeutung. Es ist wichtig für die Menschen, nach draußen zu gehen, Sitzgelegenheiten zu haben, aber auch in den Innenstädten essen und einkaufen gehen zu können. Dies schafft Autonomität bis ins hohe Alter und  ist eines der großen Ziele unserer Entwicklung zur gesunden Stadt, die vom Aufwachsen bis zum Leben im Alter reicht.”

Landrat Christian Engelhardt übernahm anschließend die Zertifizierung, wobei das Zertifikat in den kommenden Tagen per Post an die Unternehmen versendet wird. In Bürstadt wurden die folgenden 31 Unternehmen als seniorenfreundliche Betriebe zertifiziert – allesamt mit Zweitzertifikaten: KIDS & Casuals, das Reisebüro Friedle, der Pflegedienst Bergstraße, die Rathaus Apotheke, das katholische Gemeindezentrum St. Michael, Früchte Steeg, das katholische Pfarrzentrum in Bobstadt, Ela’s Lädchen in Riedrode, die dekaform GmbH in Riedrode, die Holzhandlung Blüm in Bobstadt, EDEKA Krebs, der Magistrat der Stadt Bürstadt, das Bier- & Speiselokal ‚Zum Pit‘, die Raiffeisenbank Ried eG, der Ratskeller, das Bestattungshaus Kern GmbH, die Ökumenische Sozialstation, das Bürgerhaus Riedrode, Gräf Gardinen, das Altenpflegeheim St. Elisabeth, die Praxis für physikalische Therapie, die evangelische Kirchengemeinde Bürstadt, die Brillenschlange, der Bauernladen Kühn, die AWO Bergstraße Soziale Dienste gGmbH, das Autohaus Jakob & Morweiser GmbH, das Alte Rathaus Bobstadt, die evengalische Kirchengemeinde Bobstadt, Pfarramt, das KfZ-Ingenieur-Büo Koch, Bauer & Meffert, Drayß Back- und Brauhaus und Post-Lotto-Zeitschriften in Bobstadt. Benjamin Kloos

 

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