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10.55 Uhr | 24. November 2022
NEIN ZU GEWALT AN FRAUEN: Gleichstellungsbeauftragte luden zu Informations- und Filmabend ein / Beratung auch anonym möglich

Wo Gewalt oft im Verborgenen bleibt

Im Beisein zahlreicher Teilnehmerinnen und Teilnehmer hisste Bürgermeister Gottfried Störmer gemeinsam mit Sonja Niederhöfer am Stadthaus die Flagge „Nein zu Gewalt an Frauen“, welche auf den internationalen Gedenktag am 25. November hinweist. Foto: oh

LAMPERTHEIM – Es ist ein Thema, das in der Gesellschaft leider noch zu selten wahrgenommen wird: Gewalt an Frauen, vor allem im häuslichen und familiären Umfeld. Um dieses Problem wieder stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken, haben die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten der Städte Lampertheim und Bürstadt, Sonja Niederhöfer und Gerasimoula Grigoraki, am vergangenen Freitag, den 18. November, zu einem Informations- und Filmabend ins Lampertheimer Stadthaus eingeladen.

Im Beisein zahlreicher Teilnehmerinnen und Teilnehmer hisste Bürgermeister Gottfried Störmer gemeinsam mit Sonja Niederhöfer am Stadthaus die Flagge „Nein zu Gewalt an Frauen“, welche auf den internationalen Gedenktag am 25. November hinweist. „Damit möchten wir sichtbar machen, was leider viel zu oft im Verborgenen stattfindet“, erklärt der Rathauschef den symbolischen Akt.

Im Anschluss boten im Sitzungssaal zahlreiche Stände Informationen zu unterschiedlichsten Themen. Neben der Beratungs- und Interventionsstelle Bergstraße „Häusliche Gewalt“ und der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland informierte auch die gemeinnützige Mäander-Jugendhilfe. Die Fachberatung aus Darmstadt berät betroffene und bedrohte Mädchen und junge Frauen (auch anonyme Onlineberatung möglich) sowie Fachkolleginnen und -kollegen und Institutionen zu den Themen Ehegewalt und Zwangsheirat. „In stark patriarchal strukturierten Gesellschaften ist „Gewalt im Namen der Ehre“ verbreitet. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Formen von Gewalt, die eingesetzt werden, um die Ehre der Familie zu bewahren oder die vermeintlich verletzte Ehre wiederherzustellen“, erklären Frau Martin und Frau Semercioglu von Mäander.

Abgerundet wurde der Abend durch die Vorführung des Films „Nur eine Frau“ von Regisseurin Sherry Hormann. Im Film wird Aynur, gespielt von Almila Bagriacik, verheiratet. In Deutschland in einer patriarchalen Familienstruktur aufgewachsen, wehrt sie sich aber letztendlich doch gegen ihren gewalttätigen Ehemann. Als sie ihn schließlich verlässt, fangen aber die Misshandlungen ihrer Brüder an. Aynur versucht sich mit ihrem Sohn ein normales Leben in Deutschland aufzubauen, was die Familie vollkommen in Rage versetzt. Sogar die Liebe ihres Lebens, Tim, gespielt von Jacob Matschenz, trennt sich von ihr, weil er mit der übergriffigen Familie nicht mehr klarkommt. zg

Info
Beratungsstelle Mäander – individuelle Jugendhilfe gGmbH
Geschäftsstelle
Helfmannstraße 63 a
64293 Darmstadt
Telefon: 06151 / 89 31 03
Internet: www.maeander-darmstadt.de
Anonyme Beratung: www.maeander-onlineberatung.de

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