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„Wir hoffen auf ein Wunder für unsere Tiere”

AZ Vogelpark: Neuer Vorstand und Helfer mit Sachkundesausweis dringend gesucht / Park steht vor Schließung

Die Störche sind wieder und noch da – zahlreiche weitere Tiere haben den beliebten Vogelpark vor den Toren Lampertheims jedoch bereits verlassen. Archivfoto: Hannelore Nowacki

LAMPERTHEIM – „Wenn bei der Jahreshauptversammlung am 10. März kein Wunder geschieht, wird es den AZ Vogelpark so nicht mehr geben” – dieses Fazit zogen der 2. Vorsitzende Friedrich Alberstadt, Kassiererin Gerlinde Hartl und Schriftführerin Monika Alberstadt bei einer Pressekonferenz am Montag. Gerhard Hartl, 1. Vorsitzender, konnte krankheitsbedingt leider nicht anwesend sein. 

Alters- und krankheitsbedingt steht der derzeitige Vorstand nicht mehr zur Verfügung, nachdem dieser bereits 2018 nur noch für ein Jahr das Amt antrat – in der Hoffnung, Helfer und Nachfolger zu finden. Doch diese hat sich bedauerlicherweise bisher zerschlagen und so bleibt nur noch ein kleiner Funke Hoffnung am Himmel, an dem am Montag symbolisch bereits dunkle Wolken aufzogen. Am 10. März muss während der Jahreshauptversammlung ein neuer Vorstand gefunden werden, sonst bedeutet dies das Ende für den das beliebte Ausflugsziel im Grünen. Doch nicht nur der Vorstand muss neu besetzt werden, zudem fehlen fleißige Hände, die mit anpacken und Helfer, die über einen sogenannten Sachkundenachweis für je eine Tierart verfügen.

Viele Tiere sind bereits nicht mehr da, neben den Fasanen, Gänsen und Schwänen hat auch Esel Max den Park bereits verlassen – allesamt sind sie auf einer Art Gnadenhof untergekommen. Und auch die Greifvögel sind nicht mehr in Lampertheim, sondern wurden von einem Wildtierpark in der Pfalz aufgenommen. „Aktuell sind noch unsere zwei Kune-Kune-Schweine, die Ponys, Schafe, Wellensittiche, Papageien und die Waldvögel hier. Es besteht die große Gefahr, dass die anderen Tiere auch noch abgegeben werden müssen”, erläuterten Gertrud Hartl und Monika Alberstadt – letztere mit sichtlich bewegter Stimme. „Die Tiere lagen mit immer am Herzen. 16 Jahre sind wir nicht einmal in Urlaub gefahren, wenn Parkfeste waren”, betonte sie. Und auch für Gerlinde und Gerhard Hartl geht eine Ära zu ende: „45 Jahre waren wir hier aktiv, 20 Jahre in der Organisation des Parks. Diese Entwicklung geht uns sehr an die Nieren.”

Dunkle Wolken über dem AZ Vogelpark in Lampertheim: Gerlinde Hartl, Friedrich Alberstadt und Monika Alberstadt (v.l.) blicken wenig optimistisch in die Zukunft das AZ Vogelparks. Foto: Benjamin Kloos

„Als noch alle Tiere da waren, hätten wir sechs Sachkundenachweise benötigt, plus Stellvertreter”, betonte Monika Alberstadt. Hintergrund hierfür ist die Tatsache, dass der Vogelpark als Kleinzoo geführt wird – da mehr als 20 Tiere dem Publikum zugänglich gemacht werden. Ohne Sachkundennachweise erhält der Vogelpark keine Betriebserlaubnis, somit wird es am 7. April definitiv nicht zur geplanten Saisoneröffnung kommen. Ob diese später folgt, ist alleine von der Entwicklung bei der Jahreshauptversammlung abhängig. 

Wer sich für den Vogelpark interessiert und diesen in verantwortlicher Position weiterführen möchte, ist jederzeit gerne gesehen – damit ein Stück Lampertheim nicht wirklich sterben muss. Benötigt werden bis zum 10. März ein Vorsitzender, ein stellvertretender Vorsitzender, ein Kassenwart und ein Schriftführer – sowie fünf Helfer, die bereit sind einen Sachkundenachweis zu erwerben. Die Kosten hierfür würde der Verein tragen. Eins sollte den Nachfolgern jedoch klar sein: Die Aufgabe ist sehr zeitraubend, denn die Tiere müssen täglich versorgt werden und die zahlreichen Parkfeste, durch die sich der Park im Wesentlichen finanziert, organisiert und durchgeführt werden. Derzeit sind noch drei Frauen und ein Mann als ehrenamtliche Helfer im Einsatz vor Ort, zudem kommen samstags zwei Jugendliche zur Unterstützung in den Vogelpark. 

„Die Hoffnung stirbt zum Schluss. Wenn sich jetzt ein Nachfolger für das Amt des Vorstandes findet, kann der Park doch noch vielleicht erhalten werden und auch wieder neue Tiere hinzukommen. Stand jetzt aber ist: Wir haben ab dem 10. März keinen Vorstand mehr, dies wird dann das Ende des Parks sein. Für ein Jahr haben wir noch Futter und genug Geld für die laufenden Kosten, so dass wir im Fall einer Auflösung den Park noch ein Jahr lang kommissarisch betreuen könnten und würden, bis alle Tiere an anderer Ort und Stelle untergebracht sind”, so der scheidende Vorstand.

Bleibt zu hoffen, dass doch noch ein Wunder geschieht und der beliebte Treffpunkt für Jung und Alt erhalten bleiben kann – ansonsten wird der AZ Vogelpark seine Pforten für immer für den Publikumsverkehr schließen. Benjamin Kloos

 

 

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