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17.46 Uhr | 24. November 2022
FINANZEN IM ALTER: Beim geselligen Info-Café für Senioren gab es Tipps und Rat

Wenn das Leben immer teurer wird 

Christina Adler-Schäfer, die Psychosoziale Fachkraft auf dem Land und auch für Bürstadt zuständig, hatte die Idee zum innovativen Format des Info-Cafés. Foto: Hannelore Nowacki

BÜRSTADT – Auch wenn über Finanzen und weniger schöne Aussichten gesprochen wird, kann es gemütlich sein. Genauso hatte es sich Christina Adler-Schäfer, die Psychosoziale Fachkraft auf dem Land für das Ried, kurz PauLa, auch gedacht und so entwickelte sich das innovative Format am Dienstagnachmittag. Zum Info-Café im Saal des Pfarrheims St. Peter in der Wolfstraße bei freiem Eintritt kamen an die vierzig Seniorinnen und Senioren, wobei die Männer deutlich unterrepräsentiert waren. Die Tische waren schön eingedeckt, denn außer Information stand das gesellige Beisammensein bei Kuchen und Kuchen auf dem Programm, gesponsert von der Sparkasse Rheinhessen. Für das Info-Café hatte die Initiatorin mehrere Fachreferenten gewinnen können. Auch an Christel Kroll vom Seniorenbeirat Bürstadt, Oliver Haberer und Stefanie Reis vom Quartiersbüro konnten sich die Teilnehmer wenden. Stefanie Reis begrüßte die Senioren und informierte über den Ablauf. Den hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitwirkenden dankte sie. Christina Adler-Schäfer hatte bei ihren Hausbesuchen und Gesprächen erfahren, wie sehr das Thema Finanzen und Teuerung die Senioren beschäftigt. Seit 1. Mai ist sie auch in Bürstadt tätig, mit Sprechstunden im Rathaus mittwochs von 9 bis 11 Uhr, Telefon 06206/710510. Melanie Schilling, seit vielen Jahren bei der AWO Bergstraße mit Sitz in Bürstadt in der Prävention in Sachen Finanzen aktiv, stellte Vorschläge wie die Erstellung eines eigenen Haushaltsplans mit Budgetplanung und Vorschläge zu Einsparmöglichkeiten vor, die für jeden Betroffenen anders aussehen können. Das Beispiel einer fiktiven Rentnerin mit einer Rente von 1600 Euro stieß auf Widerspruch, eine Teilnehmerin wies darauf hin, dass wohl kaum eine Rentnerin im Raum eine solche hohe Rente habe. Allerdings konnte Schilling sogar an diesem Beispiel deutlich machen, dass die Ausgaben die Einnahmen übertreffen. Wenn alles sparen nicht ausreicht, um die Finanzlücke zu füllen, kann man sich beraten lassen. Schilling wies den kostenfreien Stromspar-Check der Caritas für Bezieher von Wohngeld oder geringer Einkommen hin, bei dem die erste Beratung direkt in der Wohnung vor Ort stattfindet, beim zweiten Mal gibt es ein kostenloses Starterpaket und einen Zuschuss für einen energieeffizienten Kühlschrank, wenn das eigene Modell älter als zehn Jahre ist. Von der hessischen Verbraucherzentrale kommt kostenlose Hilfe bei Energieschulden und Energiesperren, klärte Schilling auf. Rechnungen werden geprüft und Kontakt zum Energieversorger aufgenommen, um Ratenzahlung zu ermöglichen. Auch das Sozialamt des Kreises Bergstraße ist in der Lage zu unterstützen, wie Abteilungsleiter Thomas Bach erläuterte. Sobald eine Nachzahlung vorliegt, die die finanziellen Möglichkeiten übersteigt, sollte man sofort Kontakt aufnehmen, denn unter Umständen kann der Betrag übernommen werden. Nach einem Monat sei das nicht mehr möglich. „Jeder Fall ist anders“, betonte Bach, deshalb sei Beratung wichtig. „Wir freuen uns, wenn wir helfen können, dafür sind wir da“, machte Bach den Senioren Mut. Energieberater Dieter Gumbinger von EWR hatte die Tipps wie man im Haushalt mit einfachen Mitteln Energieeinsparungen erzielen kann, vieles davon keine absolute Neuheit, aber nützlich sich daran täglich zu erinnern. Zum Beispiel den Stecker von Elektrogeräten und Ladegeräten fürs Handy ziehen, Standby-Zeiten vermeiden, LED-Leuchtmittel statt Glühbirnen verwenden und Geschirrspüler wie auch die Waschmaschine immer nur voll beladen zu laufen zu lassen. Heizkörper sollten immer frei bleiben, keine Möbel davorstellen und, ganz wichtig, keine Wäsche darauf legen, keine Handtuchstangen anbringen. Und das richtige Lüften beachten. Der Energieberater empfiehlt Rollläden und Vorhänge zur Isolation zu schließen und den Kühlschrank nicht neben den Herd zu stellen. Mehr Aufwand erfordern Maßnahmen für ein Eigenheim wie eine Gebäudeanalyse, Einbau von Isolierfenstern oder eine neue Heizungspumpe. In der Pause und nach den Vorträgen hatten die Referenten ein offenes Ohr für die Teilnehmer, eine gerne genutzte Gelegenheit. Außerdem lagen Broschüren und Faltblätter zum Mitnehmen aus. Hannelore Nowacki

Das neue Info-Café war gut besucht, die Referenten und Mitwirkenden als Gesprächspartner gefragt. Foto: Hannelore Nowacki

Information

PauLa, das präventive Angebot der Psychosozialen Fachkraft auf dem Land für das Ried ist  für Menschen ab 70 Jahren als Daseinsvorsorge in der Gemeinschaft gedacht. Ziel ist, dass die Menschen so lange wie möglich in ihrer Umgebung selbständig leben können. Zugleich sollen Gesellschaft und Nachbarschaft für das Thema sensibilisiert werden und dies als gesellschaftliche Aufgabe betrachten. Mit den bestehenden Strukturen und Netzwerken wird zusammengearbeitet. Die Personalkosten werden vom Land getragen, die sechs Riedkommunen kommen für das  Arbeitsumfeld und Räumlichkeiten auf, während der Kreis Bergstraße die Ausrüstung, das Fahrzeug und die Spritkosten übernimmt. PauLa wird kostenfrei aktiv, weiß wo man welche Unterstützung bekommen kann und fungiert als Schnittstelle zu weiteren Angeboten und Hilfen.

 

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