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09.49 Uhr | 23. Februar 2021

Vom 1. März bis 30. September keine Bäume und Hecken schneiden

Kreisbeigeordneter Karsten Krug besuchte NABU und informierte über Sperrzeit

Am stattlichen Kirschbaum hängt ein Nistkasten, die dicken Knospen auf den Kirschzweigen bereiten sich aufs Blühen vor. Im Bild der NABU-Vorstand (von links) mit Gerlinde Korbus (Kassenwartin), Marion Brandner (stellvertretende Vorsitzende), Vorsitzender Michael Held im Gespräch mit dem Kreisbeigeordneten Karsten Krug, Christine Winkler (für die NABU-Jugend zuständig) und Michael Wieder (Untere Naturschutzbehörde). Foto: Hannelore Nowacki

BÜRSTADT – Auf dem weitläufigen Gelände des Naturschutzbundes in Bürstadt ist der Frühling schon zu hören und zu sehen – die Meisen und Amseln geben ein pfiffiges  Gesangskonzert und das Storchenpaar vom letzten Jahr schwebte am Montag zur Mittagszeit im Gleitflug heran und erfreute die versammelte Gesprächsrunde auf der Wiese. Sehr wahrscheinlich werden die beiden wieder ihr gewohntes Nest beim NABU beziehen. Frühzeitig bereitet sich die Vogelwelt auf die Brutzeit vor und wird daher vom Gesetzgeber besonders geschützt. Kreisbeigeordneter Karsten Krug, im Kreis Bergstraße auch zuständig für die Umwelt, erläuterte die Bestimmungen. Seinen Besuch bei der NABU-Ortsgruppe nahm Krug außerdem zum Anlass, sich vor Ort über die Arbeit der ehrenamtlichen Naturschützer zu informieren, nachdem die Bürstädter NABU-Ortsgruppe im Oktober 2019 den zweiten Platz beim Umweltpreis des Kreises Bergstraße gewonnen hatte. Krug zeigte sich beeindruckt vom NABU-Gelände und vom langjährigen Engagement, unter anderem in der Umweltpädagogik für die Jugend und Erwachsene und im Artenschutz. Für die Sammlung von Vogelnestern in den Schaukästen, aber zunächst für die Besucher hatte die stellvertretende Vorsitzende Marion Brandner ein Meisennest mitgebracht, das sie bei der winterlichen Nistkastensäuberung entnommen hatte. Hauptthema des Pressegesprächs, an dem der gesamte NABU-Vorstand und Michael Weidner von der Unteren Naturschutzbehörde in Heppenheim teilnahmen, war jedoch das Bundesnaturschutzgesetz, das im § 39 den Umgang mit Hecken und Bäumen in der Sperrzeit vom 1. März bis 30. September regelt. Jedes Jahr wieder ist es in dieser Sperrzeit verboten „Bäume, die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen“. Auch Röhrichte fallen unter dieses Verbot. Zulässig sind nur Zuwachs bedingte, schonende Form- und Pflegeschnitte, die der Gesunderhaltung oder der Verkehrssicherung dienen. Zu beachten ist dabei zusätzlich der § 44 des Bundesnaturschutzgesetzes, der aus artenschutzrechtlichen Gründen solche Arbeiten verbietet, wenn beispielsweise Vögel ein Nest gebaut haben oder brüten. Als Ordnungswidrigkeit oder Straftat können solche Pflegeschnitte dann geahndet werden. Fachmann Weidner empfiehlt Gartenbesitzern daher,  im Vorfeld Kontakt zur Unteren Naturschutzbehörde aufzunehmen. Auch außerhalb der Sperrzeit könne es zum Verstoß gegen diesen § 44 kommen, wenn nämlich Baumhöhlen vorhanden sind, die zum Beispiel von Fledermäusen als Winterquartier genutzt werden. Ein Gutachter könne am besten feststellen, ob diese Baumhöhlen bewohnt sind, erklärte Weidner. Bei Streuobstwiesen und in privaten Gärten gibt es immer wieder alte Bäume, die nicht mehr tragen. Weg damit? Weidner gibt zu bedenken, dass diese Bäume Höhlen und Lebensraum für Vögel und Fledermäuse zu bieten haben. Alte Bestände zu erhalten, ist auch das Anliegen von Vorstandsmitglied Christine Winkler. „Augen auf für die Vogelwelt“, wünscht sich der NABU-Vorsitzende Held auch außerhalb der Brutzeit – lieber einen alten Baum stehen lassen und daneben einen neuen Baum pflanzen. Nistkästen wie sie am stattlichen Kirschbaum auf dem NABU-Gelände hängen, sind ebenfalls nützlich. Sehr erfolgreich war der Verkauf von Nistkastenbausätzen auf dem NABU-Gelände, zuletzt am vergangenen Samstag. Hannelore Nowacki

Das Storchenpaar hält sich bereits seit einigen Tagen beim NABU auf. Beide Störche zeigten sich im Synchronflug, einer suchte sich einen Baum zum Ausschauhalten, der andere machte wohl Besorgungen. Foto: Hannelore Nowacki

 

 

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