Sie sind hier: Home » Lampertheim und Stadtteile » Vielfältige Landwirtschaft auf guten Böden 
19.10 Uhr | 21. Juli 2021

Vielfältige Landwirtschaft auf guten Böden 

CDU LAMPERTHEIM: Sommertour zu Besuch beim Gemüsering Südhessen

Zur CDU-Sommertour beim Gemüsering Südhessen begrüßten Alexander Scholl und Franz Korb (rechts) rund zwanzig Teilnehmer. Foto: Hannelore Nowacki

LAMPERTHEIM – Tomaten und Paprika durften sich am Montag über schönes warmes Sommerwetter freuen, das brauchen sie ebenso wie den passenden Boden. Beim Gemüsering Südhessen gedeihen sie in großen Gewächshäusern, die auch im kühlen Frühjahr und Herbst nicht beheizt werden. Hier schauten sich am frühen Montagabend die rund zwanzig Teilnehmer der CDU-Sommertour um und ließen sich von Frank Edel, Betriebsleiter und Gärtner, über den Gemüseanbau auf Lampertheimer Boden und die aktuellen Probleme der Landwirtschaft informieren. Der CDU komme es auf nachhaltige Landwirtschaft an, erklärte der Stadtverordnetenvorsteher und Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Franz Korb, das bedeute „unsere einheimische Landwirtschaft zu unterstützen“. Jeder kann das tun und die einheimischen Produkte der hier ansässigen Landwirte kaufen, die nicht hunderte von Kilometern gereist sind. Auf Anhieb fielen Korb Auberginen, Knoblauch, Tomaten, Gurken und Spargel ein. Eine Gemüsevielfalt aus Lampertheimer Erde, die es auch in der Direktvermarktung in Hofläden gibt. Im Koalitionsvertrag der CDU mit den Grünen ist die Förderung der regionalen Landwirtschaft festgehalten. Gemeinsam mit der Landwirtschaft und dem Stadtmarketing strebt die CDU für Lampertheimer Produkte ein Gütesiegel oder ein Label an. Nachhaltigkeit ist für den CDU-Fraktionsvorsitzenden Alexander Scholl auch, wenn  Gewächshäuser wie beim Gemüsering Südhessen ohne externe Energiezufuhr auskommen. Einige Themen treiben Betriebsleiter Edel besonders um. Dazu gehören die „enorm“ steigenden Kosten, die keinen Spielraum für mehr Personal lassen, zumal Discounter und Großabnehmer die Preise niedrig halten. Der Betrieb laufe mit ihm, einer Bürofachfachkraft und den Erntehelfern aus Rumänien. Vor 30 Jahren habe der Gemüsering mit Hauptsitz in Stuttgart entschieden, selbst Gemüse anzubauen, zuvor war es ein reines Handelsunternehmen. Vertreten sei das Unternehmen mit Landwirtschaft in ganz Deutschland, doch die Produkte werden regional verkauft. Stolz ist Edel auf den Standort Lampertheim, es sei etwas Besonderes, denn die Kaltgewächshäuser kommen ohne Heizung aus. Mit der Folge, dass es im Juli und August eine sommerliche Tomatenschwemme gibt. Da aber mancher Großkunde dem Verbraucherwunsch nach ganzjährig verfügbaren Tomaten nachkommen wolle, gebe es woanders auch Gewächshäuser mit Licht- und Heizungssystem. Anders als beim Gemüsering Südhessen in Lampertheim wachsen Tomatenkulturen meistens nicht mehr in natürlicher Erde. Mit nährstoffreichem Substrat mit Stroh und diversen Mistsorten  aus der Bürstädter Pilzzuchtanlage reichert Edel seinen Boden an, der nach Boden-und Blattanalysen gezielt mineralisch gedüngt wird. Nach den Tomaten von April bis Oktober werden Radieschen eingesät, der Ackersalat wächst über Winter im Freiland. Mit seinem Angebot im Sinne der Nachhaltigkeit für den Ackersalat nur die 3 Gramm leichten Plastiktüten zu verwenden anstatt der 30 Gramm schweren Plastikschalen, sei er bei einem Großkunden nicht angekommen. Bei der Bestäubung vertraut Edel nicht auf den Wind allein, im Gewächshaus sind zahlreiche Hummelvölker fleißig bei der Arbeit. Für den Pflanzenschutz gegen Pilzbefall sei trockene Luft durch Belüftung wichtig, um Schädlinge kümmern sich Nützlinge wie Gallmücken und dieses Jahr viele Marienkäfer. Städte wie Frankfurt und Darmstadt brauchen immer mehr Trinkwasser, was durch den Wasserexport dorthin hier zur Verknappung führt, das merkt Edel an der gekürzten Wasserzuteilung – nötig wären 60.000 Kubikmeter für die sparsame Tropfbewässerung im Boden, er bekommt aber nur 48.000 Kubikmeter. Menschen brauchen Wohnraum, doch der Flächenverbrauch gibt ihm zu denken, ein Dilemma. Bei der Führung durch das Gewächshaus mit seinen etwa 120 Meter langen Pflanzenreihen rechts und links vom Mittelgang waren die wissbegierigen Besucher beeindruckt. Rote und gelbe Tomaten und Paprika leuchteten aus dem grünen Blattwerk hervor, die zum Fotografieren verlockten. 800 Tonnen werden hier geerntet, Cocktailtomaten, Romatomaten, Eiertomaten, Fleischtomaten und das Ochsenherz. Zum Probieren standen frisch geerntete Tomaten in bunter Auswahl bereit. Hannelore Nowacki 

Im Kaltgewächshaus reifen Tomaten und Paprika im natürlichen Sonnenlicht auf Lampertheimer Erde. Foto: Hannelore Nowacki

Beitrag teilen Facebook Twitter

Kommentare sind geschlossen