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Unwetter und Blitzunfall: So helfen Sie richtig

DRK Bergstraße gibt Erste Hilfe Tipps zum Verhalten bei Unwetter

Vielerorts in Deutschland kommt es momentan zu starken Gewittern und Unwettern. Hier die Wolkendecke am 9. August 2018 über der DRK Rettungswache in Heppenheim. Foto: DRK/Tim Bunscheit

KREIS BERGSTRASSE – Nach der lang anhaltenden Hitzeperiode überziehen schwere Gewitter und Unwetter Teile von Deutschland, insbesondere auch unseren Landkreis. Weitere sind angekündigt. Das DRK Bergstraße erklärt, wo Sie bei einem Gewitter sicher sind, wie Sie sich unterwegs verhalten sollten und wie Sie im Ernstfall helfen können. Die Wiederbelebungschancen für Blitzopfer sind gut – wenn sie schnell erfolgen. Ein Blitz kann eine Spannung von mehreren Millionen Volt haben. Die Luft in einem Blitzkanal wird rund 30.000 Grad heiß. Das klingt zunächst erschreckend. Je schneller die Hilfe kommt, desto besser sind die Chancen zu überleben. Auch Menschen, die keine besonderen Kenntnisse in Erster Hilfe haben, sollten keine Zeit verlieren. Das DRK gibt einige Tipps zum Verhalten bei Unwetter:

Tipp 1: Der beste Schutz: Häuser mit Blitzableiter und Autos
Zieht ein Gewitter auf, ist man in einem Gebäude mit Blitzableiter am sichersten. Autos, Wohnmobile oder die Kabine einer Baumaschine bieten den gleichen Schutz, den ihre metallische Konstruktion wirkt wie ein Faraday’scher Käfig und leitet eventuell einschlagende Blitze ab. Wichtig ist es dabei, die Fenster zu schließen.

Tipp 2: Im Freien: Machen Sie sich klein!
Wird man unterwegs vom Gewitter überrascht, gilt die Faustregel: Nicht der höchste Punkt in der Umgebung sein. Machen Sie sich so klein wie möglich. Mit eng zusammen stehenden Füßen und das Gewicht auf die Fußballen verlagernd in die Hocke gehen und mit den Armen die Knie umschlingen, wen möglich in einer Bodenmulde. Lehnen Sie sich nirgendwo an. Auch in Gebäuden, wie Scheunen, Holz- oder Steinhüten sollte man sich in der Mitte des Gebäudes aufhalten und in die Hockstellung gehen. Radler und Reiter sollten absitzen und einen blitzgeschützten Ort aufsuchen. Meiden Sie Bergspitzen, Aussichtstürme, sowie einzelne Bäume oder Baumgruppen. Im Inneren eines Waldes mit gleichmäßig hohen Bäumen sind Sie einigermaßen sicher. Den Waldrand oder besonders hohe Bäume immer meiden.

Tipp 3: Wasser, weite Ebenen und Metall sind gefährlich

Beim ersten Donnergrolen heißt es, raus aus dem Wasser. Der Kopf bildet im Wasser den höchsten Punkt im Umkreis und ist ein sehr wahrscheinliches Ziel für den Blitz. Wasser leitet die Energie des Blitzes. Gleiches gilt für Metall: Radfahrer sollten absteigen und sich ein paar Meter vom Rad entfernen. Legen Sie Regenschirme und Wanderstöcke in sichere Entfernung. Meiden Sie Masten, Antennen oder Metallzäune. Auch wer nicht direkt vom Blitz getroffen wird, kann verletzt oder getötet werden. Dort wo der Blitz einschlägt, verteilt sich die elektrische Energie kreisförmig und im Erdreich und kann auch im Umkreis Schaden anrichten.

Tipp 4: Schnelle Hilfe rettet Leben – keine Gefahr für den Helfer!

Im Gegensatz zu anderen Elektrounfällen besteht unmittelbar nach dem Blitzschlag keine Gefahr für den Helfer. Bei einem bewusstlosen Blitzopfer kann man nichts falsch machen: Bei Kreislaufstilstand beginnen Sie sofort mit der Wiederbelebung: Drücken Sie 30mal mit dem Handballen das Brustbein ca. 5-6 cm tief ein, und zwar mit einer Frequenz von 100 bis 120 Mal pro Minute. Es folgen 2 Atemspenden im Wechsel. Erhält ein Blitzopfer in den ersten fünf Minuten nach dem Einschlag Hilfe, haben die Wiederbelebungsmaßnahmen in mehr als 80 Prozent Erfolg. Vergessen Sie nicht einen Notruf unter der Nummer 112 abzusetzen. Die Folgen eines Blitzschlags auf den Körper sind sehr verschieden. Neben Verbrennungen kann es zu Knochenbrüchen oder Verletzungen nach Stürzen kommen, die versorgt werden müssen.

 

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Geschrieben in Aus dem Nibelungenland, Lokal am 9. August 2018

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