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„Tag der Städtebauförderung“ brachte Ideen und Vorschläge 

Bewegende Themen Gemeindesee und Rathausquartier mit Gesundheitshaus 

An den Infoständen wurden Zettel angeheftet und intensiv diskutiert über den Stadtumbau diskutiert. Foto: Hannelore Nowacki

BIBLIS – Der regenreiche Aktionstag zum „Tag der Städtebauförderung“ fand am Samstag im Rathaussaal statt und aus dem Rundgang durch das Rathausquartier wurde ein virtueller, bebilderter Rundgang mit  Bürgermeister Felix Kusicka, der sich über den großen Zuspruch an diesem Tag freute. Neben zahlreichen Besuchern aus Biblis, waren vereinzelt interessierte Bürger aus Nordheim und Wattenheim gekommen, um über die Entwicklung der Gemeinde zu diskutieren sowie Vorschläge und Ideen einzubringen. Von zehn bis 15 Uhr war dazu Gelegenheit. Zwei große Themen standen im Mittelpunkt, der Gemeindesee und das Rathausquartier mit einem Gesundheitshaus, das die ärztliche Versorgung verbessern soll. Für die zukünftige Entwicklung im Fördergebiet der Kernstadt wurde 2018 das „Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept“ (ISEK) erstellt. Ziel ist unter anderem die Aufwertung des Bibliser Ortskerns, verbunden mit der Entwicklung zu einem attraktiven Wohnort. Das Bund-Länder-Programm „Stadtumbau“ fördert die nötigen Maßnahmen über einen Zeitraum von 10 Jahren. Nach der Prüfung durch das Land Hessen im vergangenen Jahr kann nun die Umsetzungsphase beginnen, die von der Beratungsfirma NH ProjektStadt begleitet wird. Private Hausbesitzer können sich dabei von der Energy-Effizienz GmbH über Fördermaßnahmen für Wohngebäude und Energieeffizienz bei der Altbausanierung beraten lassen. Am Infostand standen am Samstag Malte Wolf und Jannik Hensel für Gespräche zur Verfügung. Am Infostand Gemeindesee waren die ProjektStadt-Mitarbeiter Lisa Sachs und Nando Stille Ansprechpartner der Bürger. Ganz unterschiedliche Wünsche kamen hier zusammen, die einen möchten dort baden und angeln, andere würden den Gemeindesee im Sinne der Biodiversität renaturieren. Gedanken machte sich Andreas Orban über die Sicherheit beim Baden, gewährleistet durch DLRG-Überwachung, sowie über eine Umzäunung und die Bezahlung eines Sicherheitsdienstes, jedoch sei der Kosten-Nutzen-Faktor zu beachten. Am DLRG-Stand sammelte das Jugendteam um Julia Ess Unterschriften für eine Petition gegen die Schließung von Schwimmbädern in Deutschland. DLRG-Vorsitzender Christian Schäfer würde wie der Zweite Vorsitzende Daniel Hofmann den Gemeindesee als Badesee insgesamt positiv betrachten. Zu klären sei nur die Überwachung, die bis zur Herabstufung des Sees zum Biotop das Vereinsleben wesentlich geprägt habe.  Eine Vielzahl bunter runder Zettel mit Ideen und Vorschlägen der Bürger hefteten sie an die Stellwand. Einen Zettel hatte Gretl Glaser aus Nordheim mit ihrer Idee für ein Schwimmbecken im Ortsteil Nordheim beschriftet, das durch die vorhandene Biogasanlage im Winter und Sommer beheizt werden könne. Eine Idee, die sie auch in einer Wortmeldung öffentlich machte. Viele Kinder könnten nicht mehr schwimmen und die Alten hätten die Möglichkeit zur Wassergymnastik. Auch bei Philipp Kuhlenkötter am Infostand zum Rathausquartier Süd und Nord kam es zu vielen Gesprächen und Diskussionen, besonders auch zum geplanten Gesundheitshaus. Dabei kamen auch Wünsche zur Sprache wie die Kreiselgestaltung. Bürgermeister Kusicka ermunterte dazu alles „anzupinnen“. Wolfgang Müller, ein Anwohner, wollte sich erstmal informieren und die Dinge dann überdenken. Bürgermeister Kusicka erläuterte beim virtuellen Rundgang den Einfluss des Denkmalschutzes bei der Umgestaltung, so müsse beim ehemaligen Kindergarten der historische Dachstuhl wegen seiner einzigartigen handwerklichen Konstruktion erhalten bleiben und im Straßenbild gelte ein Ensembleschutz, der bedeute, dass Gebäude abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden dürfen, diese sich jedoch architektonisch ins Gesamtbild einfügen müssen. Daher werde es nicht zur Bebauung mit vier Stockwerken kommen, erklärte Kusicka. Über 10 Jahre stehen für den Stadtumbau insgesamt 9 Millionen Euro zur Verfügung, davon seien drei Millionen Euro von der Gemeinde Biblis aufzubringen. Diese 300.000 Euro jährlich seien bezahlbar, meinte Kusicka.

Ein großes Thema beim Stadtumbau ist der Gemeindesee. Biotop und Naherholungsgebiet oder Badesee – das ist die Frage. Foto: Hannelore Nowacki

Die Gemeinde habe bereits mehrere Grundstücke erworben. Ziel sei ein innerörtliches ansprechendes Quartier, das zum Verweilen einlädt, mit Wohnungen und Geschäften. Dass aber alle Bürger zufrieden sein werden, sei nicht zu erwarten, gab Kusicka zu bedenken. Eine Öffnung zur Darmstädter Straße soll durch den Abriss der Scheune hinter der Bachgasse und die Verlegung der Garagen erreicht werden. Das Gesundheitshaus im Rathausquartier Süd werde ein „kleines Ärztehaus“ sein, mit dem Ziel die allgemeinmedizinische Versorgung in Biblis zu stärken und zusätzlich Facharztsprechstunden zu bekommen. Die ärztliche Versorgung sehe er als Aufgabe der Daseinsvorsorge durch die Gemeinde, wenngleich die Kassenärztliche Vereinigung hier bestimme. Es komme auf die Rahmenbedingungen an, die von der Gemeinde geschaffen werden. Zudem rechnet Bürgermeister Kusicka mit Fördermitteln aus dem EFRE-Topf. Sein Appell an die Bürger: „Es geht nur, wenn wir es gemeinsam machen“. Auch bei den Ortsteilen solle der Stadtumbau ankommen, sie sollen sich nicht wie Satelliten fühlen, hier gehe es um andere Lösungen wie für die Nahversorgung. Am Infostand der Bürgerstiftung nahmen Britta Spatz und Gisela Gibtner vom Vorstand Anregungen entgegen, wo eine Sitzbank wünschenswert ist und informierten über die Möglichkeiten sich an der Finanzierung zu beteiligen. Auf der Homepage der Gemeinde Biblis ist laut Kusicka seit Mittwoch vergangener Woche der Stadtumbau einsehbar. Hannelore Nowacki

 

 

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Geschrieben in Biblis und Ortsteile, Lokal

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