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11.20 Uhr | 19. Oktober 2021

SPD-Fraktion trifft Bürgerinitiative Tabakscheune

SPD-FRAKTION: Vor Ort im Gespräch mit der BI Tabakscheune / Anwohner wehren sich gegen Pläne für Mehrfamilienhaus

Zum Vor-Ort-Termin an der Ecke Seefeldstraße/Waldstraße mit Blick auf die hölzerne Tabakscheune und den vorderen massivem Anbau samt freiem Grasgrundstück erschien am späten Montagnachmittag ein Großaufgebot an SPD-Parlamentariern und Magistratsmitgliedern zum Gespräch mit der BI Tabakscheune und weiteren Anwohnern und Nachbarn. Foto: Hannelore Nowacki

HÜTTENFELD – Fest steht, die Bürgerinitiative Tabakscheune (BI) ist sehr rührig und informiert und wehrt sich gegen den Bau eines „monströsen Mehrfamilienhauses“ mit 18 Wohneinheiten sowie der dazugehörigen PKW-Stellplätze mit individuellen Eingaben beim Kreisbauamt. Was sagt das Stadtparlament dazu und wie kann die SPD-Fraktion hier helfen? Das wollte die BI herausfinden und hatte die Lokalpolitiker zum Ortstermin gebeten. Keine gute Nachricht brachte SPD-Fraktionsvorsitzender Jens Klingler mit: Da kein Bebauungsplan für dieses Areal existiert, sei die Kreisbaubehörde als Genehmigungsbehörde zuständig und die Stadtverordneten nicht gefragt und nicht eingebunden. Alles, was die SPD-Fraktion wisse, habe man aus der Zeitung erfahren, teilte Klingler mit. Am Ende bedankte er sich bei der BI und den Anwohnern für die Informationen, die die SPD-Parlamentarier im Gespräch sammeln konnten. Gemeinsam überlegten die Gesprächsteilnehmer Lösungsmöglichkeiten und das weitere Vorgehen. Der Kreis müsse sich dazu äußern, meinte Klingler. Zumindest hätte der Ortsbeirat von der Verwaltung informiert werden müssen. Aber auch im Stadtentwicklungs- und Bauausschuss und in der Stadtverordnetenversammlung sei das Thema noch nicht angekommen. Michael Plößer von der BI Tabakscheune begrüßte die Runde und erläuterte die Historie. Nach einer ersten Idee des Investors mit Doppelhaushälften sei die Planung eines Mehrfamilienhauses mit drei Stockwerken und Gauben auf dem Dach gekommen. Als die Anwohner vor zwanzig Jahren ihre Grundstücke gekauft haben, erklärte Plößer, habe niemand damit rechnen können, dass die Tabakscheune abgerissen und durch ein Mehrfamilienhaus ersetzt werde. Völlig rätselhaft angesichts der Planung mit vielen Fenstern und Balkonen erscheint nicht nur Plößer, wie damit der Charakter der denkmalgeschützten Tabakscheune in Einklang zu bringen sei. Ein paar alte Holzlatten an der Fassade eines Neubaus machten keine Tabakscheune aus.

Die nicht gepflegt wirkende Tabakscheune ist denkmalgeschützt, der massive vordere Anbau darf abgerissen werden. Im Zuge einer Nutzungsänderung hat sich der Investor für sein geplantes Mehrfamilienhaus mit 18 Wohneinheiten an die Kreisbaubehörde gewandt. Foto: Hannelore Nowacki

Plößer kritisierte, dass die Anfragen der Anwohner seit Anfang September beim Kreis liegen, alles laufe im Hintergrund und der Investor ziehe seine Strippen bis nach Wiesbaden. Klingler ist überzeugt, dass eine gute Verwertung des Grundstücks auch mit Einfamilienhäusern möglich sei. Einen Mehrwert für die Stadt Lampertheim durch die maximale Nutzung des Grundstücks sehe er nicht. Schaffung von Wohnraum sei ohne Frage wichtig, da aber kein Bebauungsplan vorliege, werde die Stadtverordnetenversammlung nicht ins Verfahren einbezogen. Doch erwarte er eine Information von der Verwaltung bei der nächsten Sitzung. Bei der Parkplatzfrage hätte die Stadt wegen ihrer Stellplatzsatzung möglicherweise etwas zu entscheiden, wenn Stellplätze abgelöst werden sollten. Bedenken aus dem Kreis der BI und Anwohner, die auch Ortsvorsteher Berg teilt, beziehen sich auf Parkplatzsituation, die Überbelastung der Kanalkapazität durch weitere Anwohner und den nicht möglichen Zugang der Feuerwehr mit Drehleitern zu dem hohen Gebäude. Ortsvorsteher Karl Heinz Berg (SPD) meinte, dass der Investor die Belange der Anwohner einbeziehen und kompromissbereit sein solle. Früher habe neben der Tabakscheune eine weitere, kleinere Tabakscheune gestanden, erzählte Berg, wovon aber auch andere Hüttenfelder wussten. Der „kleinere Bruder“ sei nach Lorsch verfrachtet und dort wieder aufgebaut worden und sei als Heimatmuseum gut besucht. Die BI Tabakscheune hat die Fraktionen von CDU und FDP zum 27. Oktober an die Tabakscheune eingeladen, die Grünen hätten sich noch nicht gemeldet, teilte BI-Sprecher Michael Plößer mit. Hannelore Nowacki


 

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