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12.56 Uhr | 25. November 2022
AKTIONSTAG: Fahnenaktion unter dem Motto #TrautesHeimLeidAllein / Eigenes zuhause oftmals der gefährlichste Ort für betroffene Frauen

Sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Mädchen und Frauen

In Bürstadt setzten Bürgermeisterin Barbara Schader sowie die Gleichstellungsbeauftragten der Städte Bürstadt, Gerasimoula Grigoraki, und Lampertheim, Sonja Niederhöfer, gemeinsam mit zahlreichen Bürgern ein deutliches Zeichen gegen Gewalt an Mädchen und Frauen. Foto: Benjamin Kloos

BÜRSTADT – Am Freitag wurde mit der Fahnenaktion „frei leben – ohne Gewalt“ von TERRE DES FEMMES vor dem Rathaus in Bürstadt ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Mädchen und Frauen gesetzt. Denn jede vierte Frau ist statistisch von häuslicher Gewalt betroffen, noch immer fehlen über 14.600 Frauenhausplätze für Frauen in akuter Not. 

Seit 2001 gibt es diese Aktion, die mittlerweile weltweit von vielen Organisationen unterstützt wird und die sich in Bürstadt über erfreulich viel Zuspruch erfreuen konnte. 2022 soll der Slogan und das Schwerpunktthema #TrautesHeimLeidAllein deutlich machen, dass Gewalt direkt in unserer Nachbarschaft oder im Bekannten- und Kollegenkreis geschieht und oft hinter einer Fassade von „trautem Heim” versteckt wird. Wenn wir nicht genau hinschauen, bleiben die Betroffenen mit ihrem Leid allein. Leider ist das Thema nach wie vor häufig Tabu, das eigene Zuhause ist für viele Frauen immer noch der gefährlichste Ort – dies betrifft alle sozialen Schichten und Altersgruppen.

„Es ist traurig, dass wir diesen Tag brauchen, um zu mahnen, zu erinnern und ein Zeichen gegen weltweite Gewalt an Frauen zu setzen”, betonte Bürgermeisterin Barbara Schader in einer ergreifenden Rede. Dabei sei Gewalt nicht nur körperlich, sondern auch psychisch und entstehe bereits durch Ausgrenzung. „Bis heute kämpfen Frauen um ihre Rechte. In vielen Ländern werden sie unterdrückt, etwa im Afghanistan, im Iran aber auch im Land der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar. Eine von zwei Fahnen ist daher bewusst in arabischer Sprache gehalten. Aber: Auch in Deutschland gibt es leider viel zu oft Gewalt an Frauen, das Ausmaß ist entsetzlich, Innerhalb nur eines Jahres starben im Jahr 2020 in Deutschland 139 Frauen durch Gewalt, sei es durch ihre Partner oder Ex-Partner. Gerade zuhause, wo man sich eigentlich wohl und sicher fühlen kann, herrscht Angst. Daher ist es wichtig, dass wir Hilfsangebote wie Frauenhäuser haben und dass wir diese immer wieder unterstützen – auch wenn es schlimm ist, das solche Einrichtungen vorhanden sein müssen. Gerade die Pandemie hat die Situation noch einmal verschärft. Deshalb ist es wichtig, nicht wegzusehen sondern mit erhöhter Aufmerksamkeit zu beobachten und hinzusehen, um Gewalt an Frauen zu verhindern”, machte Barbara Schader deutlich.

Neben der Fahnenaktion finden im Kreis Bergstraße weitere Aktionen zu diesem wichtigen Thema statt. So läuft seit dem 1. November die Aktion „Bergstraße läuft gegen Gewalt”, ein Spendenlauf zugunsten des Frauenhauses Bergstraße. Es werden alle Kilometer gezählt, egal ob Rennen, Walken oder jeder einzelne Schritt im Haushalt, bei der Arbeit oder der Freizeit. Bisher wurde mit den Anmeldungen bereits ein Betrag von 750 Euro erzielt. Und auch die Brötchentütenaktion findet in diesem Jahr wieder statt. Unter dem Motto „Gewalt kommt mir nicht in die Tüte” werden jährlich 120.000 Tüten an über 100 Bäckereien im gesamten Kreis verteilt. In diesem Jahr findet die von den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern unterstütze Aktion im Dezember statt, erstmals auch in Verbindung mit den Tafeln in Bürstadt und Lampertheim. Benjamin  Kloos

 

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