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„Schon heute daran denken, wie wir morgen leben wollen“

„Vision Bergstraße“ – Bürgerforum Ried sammelte Ideen

Landrat Christian Engelhardt stimmte die Teilnehmer des Bürgerforums Ried zur „Vision Bergstraße“ optimistisch auf die gemeinsame zukunftsgerichtete Kreisentwicklungsstrategie ein. Foto: Hannelore Nowacki


LAMPERTHEIM – „Schon heute daran denken, wie wir morgen leben wollen“. Mit diesem Kernsatz leitete Landrat Christian Engelhardt seine Rede beim Bürgerforum Ried ein, das im Rahmen des Projekts „Vision Bergstraße“ am Montagabend interessierten Teilnehmern Gelegenheit bot, sich mit eigenen Ideen an der Entwicklung im Kreis Bergstraße zu beteiligen. An dieser öffentlichen Veranstaltung in der Mensa des Lessing-Gymnasiums nahmen vorwiegend sogenannte Multiplikatoren teil, Personen, die durch ihren Beruf, ihr ehrenamtliches Engagement in Organisationen und Vereinen oder ihr politisches Mandat mit vielen Menschen zusammenkommen und Entscheidungen treffen. Bei dem Projekt „Interaktive Kreisentwicklungsstrategie Bergstraße“ handelt es sich um ein Modellvorhaben des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Rahmen des Forschungsfeldes „Lebendige Regionen – aktive Regionalentwicklung als Zukunftsaufgabe“. Landrat Engelhardt bezeichnete diese „Vision Bergstraße“ als einen „strategischen Prozess“ mit langfristiger Perspektive, der für die kommenden Herausforderungen viele Akteure in einem Netzwerk benötige. Auf den drei großen Themenfeldern Wohnen, Gesundheit und Infrastruktur sollen Erkenntnisse gesammelt werden mit Blick auf die Frage, was den Menschen im Landkreis wichtig sei und Maßnahmen entwickelt werden. „Wir sind schon mittendrin die Rahmenbedingungen zu gestalten“, machte Engelhardt deutlich. Als Beispiel nannte er den geplanten Biedensand-Campus mit einem Investitionsvolumen von 60 Millionen Euro bei einer Bauzeit von zehn Jahren. Mit einer zukunftsgerichteten Kreisentwicklungsstrategie sollen gute Strukturen für das Leben im Kreis Bergstraße geschaffen werden. Am Bürgerforum nahmen mehrere Bürgermeister teil: Rainer Bersch (Groß-Rohrheim), Helmut Glanzner (Einhausen), Felix Kusicka (Biblis), Barbara Schader (Bürstadt) und der Lampertheimer Bürgermeister Gottfried Störmer, der stellvertretend für seine Kollegen sprach. „Man benötigt Mut, die Zukunft zu gestalten – wir müssen es gemeinsam tun“, meinte Störmer im Einklang mit dem Projekt „Vision Bergstraße“ und zitierte Mahatma Ghandi, der gesagt habe: „Die Zukunft hängt davon ab, was wir heute tun“.
Nach den einführenden Ansprachen des Landrats und des Lampertheimer Bürgermeisters Störmer vertiefte Julia Wirth vom Beratungsunternehmen IFOK aus Bensheim die Aufgaben des Bürgerforums mit Beispielen von Bürgerforen aus dem Landkreis, die bereits stattgefunden haben. Es gehe darum, miteinander ins Gespräch zu kommen und um die Frage der Chancen zu klären. Dazu habe jeder eine andere Antwort. Zwei Expertinnen des Kreises Bergstraße, Corinna Schierz, Abteilungsleiterin Raumentwicklung, Landwirtschaft, Denkmalschutz, und Dr. Claudia Bolte, Fachbereichsleiterin Raumentwicklung wiesen die Teilnehmer auf die Besonderheiten des Kreises Bergstraße hin, der ein sehr dynamischer Landkreis mit hoher Lebensqualität sei, und auf die „crossmediale“ Methodik des Projekts, bei der man ganz schnell aus der Theorie in die Praxis komme. „Hier wird Zukunft gemacht!“, ist das Credo im Landkreis, der einer von zwölf Modellregionen in Deutschland sei. Die Ergebnisse des Abends werden gleich am nächsten Tag in Facharbeitsgruppen diskutiert. Eine „Zwischensitzung“ finde am 8. November statt. Für die themenbezogenen Arbeitsgruppen, denen neunzig Minuten für ihre Diskussion und Ideensammlung zur Verfügung standen, teilte sich das Publikum auf.

In Arbeitsgruppen machten sich die Teilnehmer des Bürgerforums Ried Gedanken zu den Lebensbedingungen in der Region im Jahr 2030. Foto: Hannelore Nowacki


Zuvor hatte Zukunftsforscher Dr. Eike Wenzel vom Heidelberger Institut für Trend- und Zukunftsforschung die Teilnehmer mit seinem Vortrag „Wie wir morgen leben und arbeiten werden“ zu einer Reise in die Zukunft eingeladen. In der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung seien fünfzehn „Megatrends“ zu beobachten, die als große Entwicklungsbeschleuniger wirken, darunter die Urbanisierung, Digitalisierung und digitale Bildung, der demografische Wandel, die „Familie 2.0“ und die Mobilität. Sichtbare Ergebnisse der Arbeitsgruppen waren die beschriebenen farbigen Karten, die von der zuständigen Moderatorin übersichtlich an die Tafel geheftet wurden. Themen waren unter anderem „Regionale Identität“, verbunden mit der Frage, warum junge Menschen im Jahr 2030 nach Ausbildung und Studium gerne im Ried bleiben oder zurückkehren, die Digitalisierung mit der Perspektive, dass sich 2030 positive Effekte des bis dahin erfolgreichen Ausbaus des Breitbandnetzes im Ried zeigen, die Gesundheitsversorgung und Wohnformen, die sich die Menschen im Jahr 2030 wünschen. Das Bürgerforum endete mit einem Ausblick. Hannelore Nowacki

Information

Das Projekt „Vision Bergstraße“ informiert im Internet auf der eigenen Seite www.vision.kreis-bergstrasse.de über die integrierte Regionalentwicklung, die gemeinsam von Bürgerschaft, Politik, Verwaltung und Wirtschaft vorangebracht werden soll sowie über den Ablauf und die Veranstaltungen, die bis Juni im Landkreis durchgeführt werden und vieles mehr. Zugleich ist es eine Beteiligungsplattform. Eigene Ideen kann man dem Kreis Bergstraße online und auf einer Faltkarte mitteilen, die auf Wunsch als Los am Gewinnspiel mit 50 Preisen teilnimmt. Die Karten sind in der Region erhältlich.

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