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Schnelle Rettung für Fische im Hegwasser durch Belüftung

Zusammenarbeit von Projektbeirat Entschlammung Lampertheimer Altrhein mit Stadt Lampertheim und Regierungspräsidium für Leben im Hegwasser

Treffen vor Ort am Hegwasser, wo zurzeit aus technischen Gründen nur ein Teichbelüfter im Einsatz ist (von links): Stephan Frech (Stadtverwaltung), Helmut Holz (Agenda 21), Helmut Hummel (Projektbeirat), Gewässerexperte Rainer Hennings, Thomas Sommer (Vorsitzender des Projektbeirats) und Karl-Heinz Barchfeld (Projektbeirat). Foto: Hannelore Nowacki

LAMPERTHEIM – Auf eine sehr erfolgreiche Aktion blickten die anwesenden Mitglieder des Projektbeirats Entschlammung Lampertheimer Altrhein gemeinsam mit Stephan Frech, bei der Stadt Lampertheim im Fachdienst 60-4 zuständig für Umwelt, und Rainer Hennings vom Beratungsbüro Fishcalc am späten Donnerstagnachmittag vor Ort am Hegwasser. Sogar im bis zu vier Meter tiefen Altrheingewässer südlich der Baubrücke im Naturschutzgebiet hatten die heißen Sommertemperaturen Anfang August für einen Notstand gesorgt. „Die Fische standen am Dienstag auf Notatmung“, erklärte der Experte für Fischereiberatung und Gewässerökologie Hennings, der dann vom Regierungspräsidium Darmstadt mit der Teichbelüftung beauftragt wurde. Seit 2. August um17 Uhr wurde das Hegwasser belüftet, schon zwei Tage später konnte Hennings messbare Erfolge vorweisen. Vor der Aktion habe er an vier Stellen gemessen, 30 Grad Celsius waren es an der Wasseroberfläche, in der Mitte  noch 24 Grad und am Grund ebenfalls viel zu hohe 20 Grad. Im Sommer gelten bis zu 26 Grad an der Wasseroberfläche und etwa 16 Grad am Grund als normal. Mittlerweile liege die Temperatur „im entspannten Bereich“. Im Ergebnis bedeute dies jedoch:  „Verhindert, dass der Patient stirbt, aber keine Heilung“. Denn das Grundproblem bleibe der fehlende ausreichende Wasseraustausch mit dem Rhein. Ein gutes Zeichen hingegen sei, dass die Wasserlinsen durch die Strömung weggeschwemmt wurden. Während empfindliche Fische wie Eschen schon bei 23 Grad im Wasser Luftnot bekommen, seien die Karpfen und karpfenähnlichen Bewohner des Hegwassers wie Rotfedern und Rotaugen robuste Fische. Der bislang erreichte Erfolg hat viele Väter wie die Erläuterungen vor Ort zeigten. Matthias Seidenspinner vom Anglerverein ASV 1920 Lampertheim hatte den Notstand bemerkt und bei der Stadt Lampertheim angerufen, berichtete Karl-Heinz Barchfeld vom Projektbeirat. Doch schon zwei Wochen zuvor hatte die Stadtverwaltung das Regierungspräsidium über den kritischen Zustand des Gewässers unterhalb der Baubrücke informiert. Dass dieser schnelle Einsatz zur Rettung des Wasserlebens im Hegwasser möglich wurde, erklärten die Mitglieder des Projektbeirates und Wasserexperte Hennings mit der alleinigen Zuständigkeit des Landes Hessen in diesem Bereich. Auch die Deichmeisterei aus Biebesheim habe als ausführende Stelle des Regierungspräsidiums großen Anteil. Stephan Frech äußerte sich ebenfalls zufrieden: „Alle zusammen haben es hingekriegt“. An anderer Stelle des Altrheins tragen die verschiedenen Zuständigkeiten von Bund, Land und Kreis zur komplizierten Lage bei, die schnelles Handeln erschweren würden, war man sich einig. Was wie ein dekoratives Wasserspiel wirkt, ist die Teichbelüftung, die sich schon vor 15 Jahren im Nordheimer Altrheinarm bewährt hat, wie Hennings erklärte. Eigentlich sollten drei Teichbelüfter aus dem Besitz der Stadt Heppenheim in Betrieb sein, aber zwei seien defekt, die Reparatur durch Fachelektriker jedoch geplant. Der dieselbetriebene Stromerzeuger sei auf Dauerbetrieb bei Tag und Nacht für mehrere Teichbelüfter über Monate ausgelegt. Hennings rechnet mit einer mehrwöchigen Einsatzdauer, wahrscheinlich sogar über Monate. Wie funktioniert dieser Teichbelüfter? Der Propeller hole Wassser aus der Tiefe, werfe es auf der Wasseroberfläche aus, wo durch die Verwirbelung Sauerstoff  aufgenommen werde, erläuterte Hennings. Im Einsatz sei das größte Gerät am Markt. Die Kosten trage als Eigentümer des Geländes die „Hessische Landgesellschaft“, das Regierungspräsidium sei die zuständige Behörde. Die Wassertiefe im Hegwasser erklärte Hennings mit der gewerblichen Auskiesung vor über hundert Jahren. Helmut Hummel, Mitglied im Projektbeirat als FDP-Fraktionsvertreter, lobte die Zusammenarbeit aller Stellen vom Bauhof bis zu den Behörden als „Superleistung“. Der Projektbeirat Entschlammung des Altrheins befasse sich generell mit dem Altrhein. Projektbeiratsmitglied Barchfeld erklärte die Zusammensetzung des 2016 nach  parlamentarischem Beschluss gegründeten Gremiums: Die vier Fraktionen entsenden vier Politiker, fünf Mitglieder kommen aus der Bevölkerung, die Stadt Lampertheim ist unterstützend durch Stephan Frech vertreten. Hannelore Nowacki

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