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Sänger können auf große Erfolge zurückblicken

Matinee im Bürgerhaus Biblis anlässlich des Jubiläums des „GV Frohsinn Biblis 1894“: 125 Jahre Männerchor und 30 Jahre Frauenchor

Der Gemischte Chor des „GV Frohsinn Biblis“ sorgte neben dem Frauen- und Männerchor für musikalische Unterhaltung der Gäste. Foto: Sigrid Samson

BIBLIS – Ein freudiges Ereignis bietet den Mitgliedern des  Gesangvereins Frohsinn Biblis in diesem Jahr einen guten Grund zum Feiern: Der Männergesangverein blickt auf ein 125-jähriges Bestehen zurück während der Frauenchor ebenfalls bereits seit 30 Jahren besteht. Aus diesem Grund wurde am vergangenen Sonntag eine Matinee im Bürgerhaussaal Biblis veranstaltet, zu der Vereinsmitglieder, Ehrengäste und Mitglieder befreundeter Vereine herzlich eingeladen waren. Knapp 150 Gäste waren erschienen, um gemeinsam die Feierstunde zu begehen. Zuvor fand ein Festgottesdienst statt, der gesanglich von den Chören begleitet wurde.

„Singen verbindet“ lautet das Motto des Gesangverein „GV Frohsinn Biblis“. Die Chorliteratur ist breit gefächert, von modern und traditionell bis hin zu festlicher Chormusik. Die Sängerinnen und Sängern legen neben dem konzentrierten Proben während der Gesangstunden besonderen Wert auf die Geselligkeit. Der Verein, der 1894 gegründet wurde, ist dem Sängerkreis Bergstraße angeschlossen und wird als ordentliches Mitglied im Deutschen Sängerbund geführt. 

Die liebevollen Dekorationen im Saal mit selbst gebastelten roten Blumen und Geigen  luden die Besucher zum gemütlichen Verweilen ein. Zum Auftakt der Matinee war der Gemischte Chor mit dem Liedbeitrag „Fröhlich klingen unsere Lieder“ zu hören, bevor die beiden gleichberechtigten 1. Vorsitzenden Inge Gölz und Hans Seibert die Veranstaltung  offiziell eröffneten. Gemeinsam mit Vereinsmitglied Karl-Heinz Kleinmacher folgte eine kurzweilige Darstellung der Vereinschronik mit nennenswerten Meilensteinen und unvergessenen Anekdoten. 

1894 trafen sich 29 Männer, um einen Gesangverein zu gründen und ihm den Namen „Frohsinn“ zu geben. „St. Cäcilia“ wurde zur Schutzpatronin erkoren, da man sich dem kirchlichen und weltlichen Gesang widmen wollte. Hauptinitiator war Valentin Laubner, der nicht nur das Amt des 1. Vorsitzenden, sondern auch den ersten Dirigentenstab des Vereins übernahm. Die Begeisterung der Sänger war groß und beim ersten Konzert konnte ein Erlös von 19 Mark und 10 Pfennigen erzielt werden. Für ein unentschuldigtes Fernbleiben von der Singstunde mussten 20 Pfennige bezahlt werden – eine Erinnerung, die die Anwesenden im Saal schmunzeln ließ. Die Fahnenweihe des Vereins fand im Jahr 1900 statt. In Folge der Kriegsjahre reduzierte sich leider die Anzahl der Mitglieder. 1928 beteiligte sich der damalige Chorleiter mit weiteren 15 Sängern am Bundessängerfest in Wien – ein herausragendes Ereignis. 1937 gab es einen Auftritt im hessischen Rundfunk. Die Aufwärtsentwicklung des Vereins wurde durch die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs leider erneut unterbrochen. Erst in den 50er Jahren erlebte man einen kometenhaften Aufschwung. Zum 60-jährigen Jubiläum stand der Chor mit beachtlichen 126 Sängern auf der Bühne. Nach der Kündigung des Vereinslokals stand der Verein in den 70ern vor einer großen Herausforderung, bis das neue Pfarrzentrum endlich zur Verfügung stand. Ein Konzert war der Start eines erneuten Höhenflugs. In Würdigung der kulturellen Verdienste wurde dem Verein 1980 der erste Kulturpreis der Großgemeinde Biblis überreicht. Der größte Erfolg des Jahres 1982 war das unvergessliche Konzert mit den Melodien aus Oper und Operette zugunsten der Renovierung der katholischen Kirche St. Bartholomäus. Das 90. Jubiläum konnte 1984 gebührend gefeiert werden. Die Gratulationscour der Ortsvereine vollzog sich am Pfarr- und Jugendzentrum. Mit klingendem Spiel des Musikcorps der Freiwilligen Feuerwehr Einhausen marschierten die Sänger mit ihren Gästen zur Riedhalle. Als Abschluss der Jubiläumsveranstaltungen fand 1985 ein Jubiläumskonzert statt. In Weiterführung der Konzertreihe konnte der damalige Chorleiter Werner Stöckel mit seinen drei Chören ein eindrucksvolles Konzert in der Bartholomäuskirche gestalten, das stehende Ovationen auslöste, nachdem der Schlusschor mit über 250 Sängerinnen und Sängern das „Vater unser“ von Gotthilf Fischer gesungen hatte. Als weiteres großes Ereignis in der Vereinsgeschichte ist das Kirchenkonzert in Hofheim zu bewerten. Das Konzert war restlos ausverkauft und musste gleich zweimal hintereinander aufgeführt werden. Die großartigen Konzerte des Vereins beweisen seine Vielfältigkeit und die Fähigkeit, sich stets neuen Konzertmottos zu stellen und diese mit dem richtigen Charisma den Zuhörern zu vermitteln. Zweifelsohne ist es dadurch dem GV Frohsinn gelungen, der Bevölkerung den deutschen Chorgesang näher zu bringen. 1984 wurde der Verein in das Vereinsregister eingetragen – 1989 folgte die Gründung des Frauenchors. Die neuen Impulse, die speziell von den Frauen ausgehen, haben sich als Motor für den ganzen Verein entwickelt. Die starke Aufwärtsentwicklung des Vereins sowie die Gründung des Frauenchores sind nicht zuletzt ein Verdienst zweier Männer: Dirigent Werner Stöckel und 1. Vorsitzender Markus Wachtel, beide über 35 Jahre in ihrer Funktion tätig. Der Verein verfügt heute über stolze 400 Mitglieder, davon 110 aktive. Das drohende Generationenproblem macht auch dem GV Frohsinn zu schaffen. Deshalb freuen sich die Mitglieder jederzeit über neue Mitglieder. 

Im Anschluss folgte der Liedbeitrag „Bajazzo“ des Frohsinn Quintetts. Die Sänger erhielten viel Applaus. Gölz ergänzte die Chronikvorstellung mit weiteren nennenswerten Ereignissen, darunter das Benefizkonzert im Jahr 2002 zugunsten der Flutopfer, das Konzert im Jahr 2000 in Gravelines und 2016 in Nittenau. Es gab musikalische Frühschoppen sowie die alljährlich beliebte Weihnachtsfeier. Zum festen Bestandteil des jeweiligen Frohsinn-Jahreskalenders sind inzwischen auch die Winterwanderungen und Fahrradtouren geworden. Stolz zeigte sie sich über die Gründung des Frauenchors vor 30 Jahren. „Die Männer können glücklich sein, uns Frauen seit 30 Jahre in ihrer Mitte zu haben“, teilte sie mit, was mit Bravo-Rufen und kräftigem Applaus belohnt wurde. Ebenfalls zu erwähnen sei die Spendenbereitschaft des Vereins zu vielfältigen Zwecken. Sie wies auch auf das bevorstehende Jubiläumskonzert im September unter dem Motto „Mit Frohsinn musikalisch auf Reisen“ hin. Ein weiterer musikalischer Akzent lockerte die Atmosphäre auf: der Frauenchor gab das fröhliche „Halleluja“ zum Besten – ebenfalls eine beeindruckende Darbietung. 

Die Vereinsvorsitzenden Inge Gölz und Hans Seibert nahmen die Kreismedaille in Gold sowie eine Urkunde entgegen – überreicht von Heinz Ritsert, Vorsitzender des Sängerkreises Bergstraße (r.). Foto: Sigrid Samson

Anschließend standen Ehrungen auf der Tagesordnung. Heike Steinmetz, Vizepräsidentin  des Hessischen Sänger-Bundes, lobte die kontinuierliche Arbeit der Sänger. Sie überreichte eine Ehrenurkunde sowie ein Geschenk in Form einer Notenspende. Heinz Ritsert, Vorsitzender des Sängerkreises Bergstraße, hob neben der Bedeutung des Gesangs den gemeinschaftlichen und sozialen Aspekt der Vereinstätigkeit hervor. Er verlieh den Sängern die Kreismedaille in Gold für besondere Verdienste um den Chorgesang. Gölz gratulierte anschließend Herbert Ritzert und dankte ihm für seine 10-jährige Tätigkeit als Chorleiter. „Oh, welch‘ ein Morgen“, vom Gemischten Chor folgte, wofür die Sänger viel Beifall erhielten. 

Landrat Christian Engelhardt hob das lobenswerte ehrenamtliche Engagement der Sänger hervor, das unverzichtbar sei. „Musik schafft Gemeinschaft und verbindet“ ergänzte er. Die Förderung des Ehrenamts sei vor einem Jahr erfreulicherweise erhöht worden. Nach Genehmigung des Haushaltes versprach er dem Verein eine Ehrengabe in Höhe von 200 Euro. Bürgermeister Felix Kusicka bedankte sich ebenfalls bei den Sängern. Die Gründung des Frauenchors sei damals eine richtige und zukunftsfähige Entscheidung gewesen, die den Verein auch insgesamt gestärkt habe. „Gemeinsam kann man viel erreichen“ ergänzte er. 2 Dirigenten in 5 Jahrzehnten spreche ebenfalls für sich. Im Namen der Gemeindevertretung überreichte er 125 Euro, die durch ihn noch ergänzt wurden. Zum Schluss richtete die Gurkenprinzessin Larissa noch ihre Grußworte an den Verein, bevor der Gemischte Chor mit einem „Ungarischen Tanz“ die Veranstaltung musikalisch abrundete. Als kleine Zugabe begeisterte „Schuld war nur der Bossa Nova“ die Anwesenden. Auf Stellwänden im Saal konnten die Besucher die Vereinschronik ein wenig nachverfolgen. Alle Anwesenden waren zu einem gemeinsamen Imbiss im Foyer eingeladen mit leckeren Häppchen, Gulaschsuppe sowie einem Sektumtrunk, um die Veranstaltung gemeinsam ausklingen zu lassen.

Der Frauenchor probt jeweils mittwochs von 19 bis 20 Uhr im Bürgerzentrum– der Männerchor ab 20 Uhr. Junge und junggebliebene Interessenten sind jederzeit herzlich willkommen. Weitere Informationen sind unter info@GVFrohsinn-Biblis.de zu finden. Die Vereinsmitglieder freuen sich jetzt schon auf die bevorstehenden Veranstaltungen im Jubiläumsjahr mit zahlreichen Gästen. Sigrid Samson

Veranstaltungen im Jubiläumsjahr 2019:

20. März: Jahreshauptversammlung

18. Mai: Konzert mit den „Mainzer Hofsängern“ im Bürgerhaus Biblis

27. Juli: Sommerfest, Grillhütte

24./25. August: Chorwochenende

21. September: Jubiläumskonzert unter dem Motto „Mit Frohsinn musikalisch auf Reisen“

      125 Jahre GV Frohsinn 1894 Biblis und 30 Jahre Frauenchor

24. November: Singen für Verstorbene

30. November, und 1. Dezember: Beteiligung am „Bibliser Weihnachtsmarkt“

14. Dezember: Weihnachtsfeier im Bürgerzentrum Biblis

 

 

 

 

 

 

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Geschrieben in Biblis und Ortsteile, Lokal

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