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14.58 Uhr | 19. Oktober 2018
10 Jahre Servicestelle Lampertheim im Dienst für Menschen ohne festen Wohnsitz

Ort der Begegnung für Menschen in Notsituationen

Seit zehn Jahren ist Petra Mauer das Herz und das Gesicht der Servicestelle Lampertheim. Foto: Benjamin Kloos

LAMPERTHEIM – Sie ist zwar klein, aber für die soziale Absicherung der Menschen ohne festen Wohnsitz im Kreis Bergstraße ein wichtiger Baustein. Die Rede ist von der Servicestelle Lampertheim, in der das Diakonische Werk Bergstraße im Auftrag des Eigenbetrieb „Neue Wege” des Kreis Bergstraße und des Fachbereich Soziales die Regelleistungen in Form von Tagessätzen an hilfebedürftige Menschen ohne Wohnsitz auszahlt – und das von Montag bis Freitag an jedem Vormittag.  Am Freitag wurde in der wichtigen Einrichtung das zehnjährige Jubiläum gefeiert. Gleichzeitig wurden die renovierten und neu ausgestatteten Räume der Servicestelle und der Tafel Lampertheim präsentiert. Funktionelle, pflegeleichte Möbel und ein freundlicher und zweckmäßiger Raum warten nun auf die Menschen, die täglich auf die Unterstützung angewiesen sind.

„Am 15. April öffnete die Servicestelle ihre Türen, drei Wochen später nahm die Lampertheimer Tafel ihren Betrieb in den Räumlichkeiten auf. Seitdem sind beide Institutionen in Trägerschaft des Diakonischen Werkes Bergstraße hier unter einem Dach. Dies ist eine Win-Win-Situation vor allem von der wirtschaftlichen Seite her, da die Miete geteilt werden kann und auch die gemeinschaftliche Nutzung und Zusammenarbeit im Hilfehandeln für Menschen in Not ist ein großer Vorteil”, erläuterte Irene Finger, Leiterin des Diakonischen Werkes Bergstraße. „Hier kommen Menschen zusammen, es ist ein Ort der Begegnung. Und nach der Renovierung ist es zudem ein Raum, in dem sich alle jetzt wohl fühlen können: Wohnungslose, die auf die Auszahlung warten, können sich aufwärmen und einen Kaffee bekommen, manchmal wartet auch ein gespendetes warmes Essen oder ein kleines Care-Paket der Tafel-Damen. Aber auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Tafel, die den Aufenthaltsraum an den Ausgabetagen für Teamtreffen nutzen und die Tafelkunden, die hier ihren Ausweis bekommen, ihre Papiere bringen und vielleicht ihre Geschichte erzählen, profitieren von der Neugestaltung des Raums. Diese ist gelungen und dafür gilt unser Dank allen, die dazu beigetragen haben. Besonders der Volksbank Darmstadt-Südhessen, die durch ihr Crowdfunding-Projekt einen wesentlichen Anteil daran hat.” 

Eng verbunden ist die Arbeit der Servicestelle mit Petra Mauer. „Zehn Jahre Servicestelle heißt auch zehn Jahre zuverlässiger Dienst für die Nächsten, die am Rande Stehenden in akuter Not. Petra Mauer ist das Herz und das Gesicht der Servicestelle Lampertheim. Freundlich, verbindlich, bestimmt und im guten Kontakt mit den Hilfeempfängern sowie den Kollegen von Neue Wege und dem Sozialamt beim Kreis. Herzlichen Dank für diesen besonderen Dienst am und für die Menschen”, betonte Irene Finger. 

Auch die Wohnungslosen selbst sind Petra Mauer dankbar: „Als Mann von der Straße möchte ich dafür danken, dass Petra Mauer seit zehn Jahren für uns da ist.”

„Die Servicestelle ist in erster Linie eine Verwaltungseinrichtung, die aber sehr gemütlich ist. 2007 hörten die Gemeinden auf, täglich den lebenswichtigen Regelsatz selbst auszuzahlen. Vor zehn Jahren entstand daher der Gedanke, die Menschen vor Ort abzuholen und für diese eine Brücke zu bauen. Am 15. April 2008 öffnete schließlich diese Servicestelle ihre Türen”, blickte Bereichsleiter Björn Metzgen-Meuer auf die Entstehung der Servicestelle zurück. Dass diese auch heute noch von großer Bedeutung ist, belegen die Zahlen: Seit dem 1. Januar 2018 wurden alleine in diesem Jahr 119 Personen versorgt, darunter vier Frauen. „Dies sind erschreckende Zahlen, die leider immer weiter ansteigen”, merkte Björn Metzgen-Meuer an. „Es sind Menschen auf der Durchreise, die hierher kommen, aber auch Menschen, die wir täglich sehen, die hier in Lampertheim und der Region unter prekären Bedingungen leben. Diese Menschen sind da und es ist gut, dass sich Neue Wege vor zehn Jahren entscheiden hat, diese vor Ort zu versorgen.”

Zum Abschluss der Feierstunde bekam Petra Mauer noch einen Strauß Blumen überreicht, verbunden mit dem Wunsch, dass in der schönen Begegnungsstätte viele und schöne Stunden erlebt werden sollen. Benjamin Kloos

 

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