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09.57 Uhr | 21. September 2021 | PR-Anzeige

Neues Pasteurisiergerät zur Aufbereitung von Muttermilch

KLINIKUM WORMS: Durch die Pasteurisierung wird das CMV inaktiviert und kann nicht mehr zu Infektion führen

Der kleine Malik ist einer der ersten Patienten, der vom neuen Pasteurisator profitiert. Foto: Klinikum Worms

WORMS – Die beste Ernährung für Neugeborene und insbesondere Frühgeborene ist Muttermilch. Werden Frühgeborene von Anfang an mit Muttermilch ernährt, haben sie weniger Darmprobleme, das Wachstum ist besser und auch für die Mutter ist es ein gutes Gefühl und wichtig etwas für ihr Kind tun zu können – gerade wenn es auf der Intensivstation liegen muss.

Laut aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts sind rund 47 Prozent der Schwangeren mit dem Cytomegalievirus (CMV) infiziert. Dieses Virus kann über die Muttermilch auf das Frühgeborene übertragen werden und eine lebensbedrohliche Infektion zur Folge haben. Durch Aufbereitung der Muttermilch mit Hilfe eines Pasteurisierungsgeräts kann diese Gefahr verhindert werden. Ein solches Gerät ist nun auch am Wormser Klinikum im Einsatz.

„Das Cytomegalievirus gehört zur Familie der Herpesviren und ist weltweit verbreitet“, erklärt Samuel Lippke, der Leitender Oberarzt der Neonatologie am Wormser Klinikum ist. „Bei gesunden Menschen verläuft die Infektion mit CMV häufig wie eine milde Grippe oder sogar komplett ohne Symptome ab. Nach der ersten Infektion verbleiben die Cytomegalieviren in geringer Anzahl wie andere Herpesviren auch ein Leben lang im Körper und werden über Sekrete wie Speichel, Tränenflüssigkeit und auch Muttermilch weitergegeben.“

Auch wenn das Virus bei der Mehrheit der Menschen vollkommen unbemerkt im Körper lebt, kann die Erstinfektion insbesondere bei Personen mit einem beeinträchtigten Immunsystem zu einem schweren Krankheitsbild führen. „Gerade die Kleinsten unserer Frühgeborenen verfügen noch nicht über ein ausreichendes Immunsystem um die Viren zu bekämpfen. Gerade Frühgeborene die vor der 29. Schwangerschaftswoche geboren wurden, haben ein deutlich erhöhtes Risiko. In unserer Klinik sind das ca. 20 Kinder jedes Jahr, die in dieser frühen Woche oder noch früher zur Welt kommen“, erklärt Lippke.

„Nach langem Warten und Verzögerungen durch Corona konnten wir nun unseren Muttermilch-Pasteurisator in Betrieb nehmen“, freut sich der Mediziner und erklärt die Funktionsweise des neuen Geräts: „Durch die Pasteurisierung wird das CMV inaktiviert, das heißt es kann nicht mehr zu einer Infektion führen. So können nun auch unsere kleinsten Patienten von Anfang an von den Vorteilen der Muttermilch profitieren.“

Die zahlreichen Vorteile von Muttermilch sind wissenschaftlich belegt: Muttermilch ist mehr als nur eine Mischung verschiedener Makronährstoffe (Proteine, Fett und Kohlenhydrate) und Mikronährstoffe (Vitamine und Mineralien). Sie enthält auch zahlreiche Bestandteile, die das Immunsystem des Babys unterstützen und es vor Infektionen schützen. Neben den guten Eigenschaften für das Frühgeborene, ist die Gabe von Muttermilch auch für die Eltern ein wichtiger emotionaler Baustein. „Bei allen Entwicklungen der Gerätemedizin in den letzten Jahren, die das Überleben immer kleinerer Frühgeborener ermöglichte, darf die emotionale Bindung zu den Eltern nicht vergessen werden. Wir legen großen Wert darauf, die Eltern von Anfang an in die Versorgung der Frühgeborenen miteinzubeziehen. So können die Eltern rund um die Uhr zu ihrem Kind kommen“, erklärt Lippke. „Känguruhen gehört für uns genauso selbstverständlich wie Nahrung zu den Bedürfnissen unserer Frühgeborenen. Nun können wir auf diesem Weg zur stärkeren Einbindung der Familie einen weiteren wichtigen Baustein hinzufügen.“

Weitere Informationen zum Stillen erhalten Eltern in der Klinik-Broschüre zum Stillen unter: https://www.klinikum-worms.de/fruehgeborenenstation-stillen.html zg

 

 

 

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Geschrieben in Aus der Geschäftswelt

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