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Neues Lernen und neue Räume

Erste Projektphase zum Biedensand-Campus abgeschlossen / „Marktplätze” als Zentrum für einzelne Jahrgangsstufen

So könnte der neue Biedensand-Campus rund um LGL und ADS künftig aussehen. Foto: Benjamin Kloos

LAMPERTHEIM – Bildung ist die Grundlage für die Zukunft – und damit die Schüler auch im Ried bestens für die Zukunft vorbereitet werden und perfekte Lernbedingungen finden, wagen Kreis, Stadt und Schulen den großen Wurf: In Lampertheim entsteht der Biedensand-Campus, bestehend aus Lessing-Gymnasium (LGL) und Alfred-Delp-Schule (ADS). Ebenfalls mit involviert sind die Biedensand- sowie die Elisabeth-Seibert-Schule. Die erste Projektphase, die sogenannte Planungsphase 0, ist nun abgeschlossen – Landrat Christian Engelhardt informierte am Mittwoch über die Ergebnisse.

„Schule ist nicht nur ein Gebäude, sondern etwas ganz Lebendiges. Ich möchte, dass die Schulen im Kreis Bergstraße nicht nur räumlich, sondern vor allem auch pädagogisch modern sind. Daher rücken wir von der bisherigen Planung, in der lediglich die Räume betrachtet wurden, ab und planen zuerst die Pädagogik. In 28 Terminen haben die Schulen, Vereine, Stadt, Kreis und alle, die am Schulleben beteiligt sind, diskutiert, wie Pädagogik aussehen kann – natürlich auch die Schüler, die den Campusgedanken verinnerlicht haben und das Miteinander in den Vordergrund stellen möchten. Dabei wurde Stück für Stück überlegt, wo Synergieeffekte genutzt und geschaffen werden können, auch bezüglich der wechselseitigen Nutzung der Räume durch die Schulen”, betonte Landrat Engelhardt. Eines sei aber auf jeden Fall klar: Jede Schule behält ihre Identität und ihren geschützten Bereich auch wenn die geplanten Kooperationen sicher zahlreiche Vorteile mit sich bringen. 

Bei den Schulen stießen die direkte Einbindung und der ausführliche Planungs- und Diskussionsprozess auf positive Resonanz. So stellte Silke Weimar-Ekdur, Schulleiterin des LGL, im Rahmen der letzten gemeinsamen Sitzung aller Beteiligten, die am Dienstag stattfand, treffend klar: „Die Planungsphase 0 war für alle Beteiligten ein spannender, arbeitsintensiver Prozess, der uns unter anderem die Möglichkeit bot, tiefgründig über die Weiterentwicklung unserer Schulen zu diskutieren.“

„Marktplätze” als Mittelpunkt

Die Ergebnisse der – wie alle Beteiligten betonten durchaus anstrengenden aber sehr positiven – Diskussionen wurden in einem Raumfunktionsbuch festgehalten. Ein wesentliches Ziel ist es dabei, dass sowohl das LGL als auch die ADS ihren Unterricht in Clustern organisieren wollen. Dies bedeutet, dass alle Jahrgangsstufen ihren eigenen Bereich erhalten, in dem das Schulleben stattfindet. Zentrum dieses Bereichs sind nicht etwa die Klassensäle, sondern ein „Marktplatz”. Dieser ersetzt als große Fläche den Flur, ist von jedem Klassenzimmer aus zugänglich und dient der gegenseitigen Kommunikation, aber auch als Möglichkeit der Unterrichtseinbindung und als Rückzugsraum. Neben Arbeitsplätzen sowohl für Gruppen als auch für einzelne Schüler bietet er unter anderem Infoboards, Möglichkeiten zur IT-Recherche, eine Handbibliothek zum Unterrichtsstoff der jeweiligen Klassen, einen Trinkwasserspender, eine Bühne und Platz zum Spielen. „Der Unterricht wird stärker differenziert und findet weniger im Klassenzimmer statt, vielmehr können die Klassen über den Marktplatz kommunizieren”, erläuterte Landrat Engelhardt. In den Bereich der jeweiligen Cluster werden zudem eigene Toiletten für die jeweilige Jahrgangsstufe und ein Lehrerstützpunkt integriert, in dem sich die Lehrer der Stufe gegenseitig austauschen können. „Der Marktplatz bietet individuelle und flexible Möglichkeiten und wird je nach Klassenstufe gestaltet. Die Architekten werden sich mit dem Raumfunktionsbuch auseinandersetzen und anhand dessen die Räume planen. Hier wird Schülern die Möglichkeit gegeben, mit unterschiedlichem Tempo in Gruppen zu lernen, sie können sich hier austauschen oder still arbeiten. Dies alles trägt dazu bei, dass die einzelnen Klassenstufen das Gefühl bekommen: Dies ist unser Bereich, zum Arbeiten und Chillen, ein Ort an dem wir uns Wohlfühlen. Ich bin glücklich und überzeugt, dass wir den richtigen Weg in die Zukunft unserer Schulen gegangen sind, um moderne Schulen in unserem Kreis zu bekommen. Es war ein Experiment, das gelingt. Diese Planung wird als Blaupause für weitere Schulen in unserem Kreis dienen.

Landrat Christian Engelhardt, Andreas Kaldschmidt, Leiter des Eigenbetriebs Schule & Gebäudemanagement des Kreises (LSG), Eik Burger und Daniela Andreani, beide LSG, Elisabeth Bucher, fachpädagogische Beraterin im Schulbau vom Büro LernLandSchaft und Karin Doberer, Geschäftsführerin des Büros LernLandSchaft (v.l.) bei der Abschlussbesprechung am Dienstag. Foto: oh

Was nun noch ansteht sind weitere Gespräche mit der Stadt, unter anderem ob auf dem Bildungscampus ein Kulturzentrum gewünscht ist, aber auch weitere Fragen sind noch offen. „Wir haben aber dringenden Handlungsbedarf, da gerade das LGL sehr stark wächst, daher müssen wir in wenigen Wochen endgültige Entscheidungen getroffen haben, denn wir brauchen schnell Klarheit”, stellte Landrat Engelhardt klar. 

60 Millionen Investitionen

Mit dem geplanten Bau des Biedensand-Campus in Lampertheim wird der Kreis Bergstraße seine bislang größte Modernisierungsmaßnahme im Bereich Schulen durchführen: Bis zu 60 Millionen Euro sollen in den Biedensand-Campus investiert werden. „Wir haben die Vor- und Nachteile einer Sanierung und eines Neubaus verglichen und festgestellt, dass der Neubau schneller abgeschlossen , pädagogisch sinnvoller und zudem wirtschaftlicher ist”, ergänzte Landrat Engelhardt. „Ich bin von diesem Projekt überzeugt. Unser Ziel ist es, neben dem bestmöglichen Lernen – ob einzeln oder im Team – auch das Sozialverhalten der Schüler zu fördern. Schule soll zum erweiterten Wohnort werden und Spaß am Lernen vermitteln.”

Altrheinhalle weicht 

Als erste Maßnahme zur Gestaltung des Campus wird die Altrheinhalle weichen – diese habe einen großen Sanierungsbedarf der sich in den kommenden Jahren nicht rechne. Durch den Abriss entsteht Platz für einen Neubau des LGL, so dass die Schüler in der Bauphase in ihren bisherigen Räumen unterrichtet werden und nicht in Container umziehen müssten. Für den Schulsport und die Vereine bedeutet dies, dass sie größtenteils in die Hans-Pfeiffer-Halle ausweichen müssen, bis nach Abschluss der Schulneubauten die Dreifeldsporthalle erbaut werden kann.

Neue Gebäude für LGL und ADS

Nachdem Neubau des „neuen” LGL werden die Schüler des LGL relativ schnell einen hochmodernen Unterrichtsraum in einem neuen Gebäude genießen können. Wenn der Umzug erfolgt ist, werden die Schüler des Naturwissenschaftlichen Zentrums (NTZ) in das alte Gebäude des LGL umziehen, bevor das NTZ ebenfalls abgerissen wird. Hier entsteht die neue ADS. Nach der Fertigstellung werden die Schüler aus dem alten LGL in die neuen Räume der ADS ziehen, bevor die „alte” ADS im Anschluss wie auch das alte LGL abgerissen werden. Hier entsteht das Herz des neuen Campus, grün, offen und als Ort der Begegnung gedacht. Gleichzeitig findet hier die Vernetzung zwischen Stadt, Campus und Altrhein statt. Auch eine neue Dreifeld-Sporthalle ist im Anschluss in Planung. Benjamin Kloos

 

 

 

 

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