Sie sind hier: Home » Lampertheim und Stadtteile » „Neue Perspektiven einbringen“
09.43 Uhr | 22. Februar 2021

„Neue Perspektiven einbringen“

KOMMUNALWAHL: Lampertheimer Grüne stellen ihre Ziele für die Spargelstadt in ihrem Wahlprogramm vor 

Wollen Lampertheim ökologisch gestalten und treten für eine nachhaltige und generationengerechte Politik ein: Von links: Mirja Mietzker-Becker, Michael Aberle, Gregor Simon, Stefan Nickel, Jürgen Meyer, Alexander Morawetz und Iris Henkelmann. Foto: Eva Wiegand

LAMPERTHEIM – Mit frischem Wind und vielen neuen Leuten gehen die Lampertheimer Grünen in die anstehende Kommunalwahl am 14. März .

Eine der großen Aufgaben für die Mitglieder sei es gerade gewesen, die neuen, manchmal vielleicht naiven Ideen der neuen Grünen-Mitstreiter mit den alten, manchmal verkrusteten Ideen der „alten Hasen“ auf einen Nenner zu bringen, berichtete Jürgen Meyer, der bereits seit zehn Jahren in Lampertheim aktiv bei und mit den Grünen Politik macht und auf Platz 5 der diesjährigen Kandidatenliste steht. „Und das ist uns mit unserem Wahlprogramm ganz gut gelungen“, ist er sich sicher. Dieses stellten die Kandidatinnen und Kandidaten am vergangenen Freitag vor. Zu finden ist das komplette Programm mit dem Titel „Deine Stimme für mehr grün in Lampertheim“, sowohl auf der Homepage, bei Facebook und Instagram. Gerade die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie verletzlich Gesellschaft und Wirtschaft sei, umso wichtiger sei es, nachhaltige Konzepte umzusetzen. Deshalb umfasst das Wahlprogramm die sechs Kernpunkte Natur- und Landschaftsschutz, Soziales, Klimaschutz, Stadtentwicklung, Kultur sowie Politik, Verwaltung und Haushalt. Mirja Mietzker-Becker führt als neues Gesicht die Spitze der Lampertheimer Grünen an. Ihr Themenschwerpunkt liegt im Bereich Kinderbetreuung. Außerdem kennt die selbstständige Unternehmerin die Bedürfnisse von Unternehmensgründern und möchte sich auch der Etablierung einer Start-up Förderung widmen. Die dreifache Mutter ist der Meinung, dass neue Konzepte entwickelt werden müssen, um den Einzelhandel neu aufzustellen. „Der Stadtumbau ist kein neues Thema, aber gerade auch wegen Corona müssen neue Bedingungen für den Einzelhandel vor Ort geschaffen werden“, so Mietzker-Becker, die dafür mit dem Einzelhandel ins Gespräch kommen will. Ein klassisches Grünen-Thema stellte Gregor Simon (Platz 2) vor: Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Einfamilienhäuser wollen die Grünen nicht verbieten, doch solle viel mehr der sinnvolle Wohnungsbau gefördert werden. „Es sollen keine Neubaugebiete ausgewiesen werden, sondern es sollte die innerstädtische Nachverdichtung genutzt werden, um bezahlbare, barrierefreie Wohnungen zu schaffen“, so Simon. Hier müsse die Verwaltung intelligent daran arbeiten, den Wohnraum zu schaffen, angepasst an das, was in diesem Wohngebiet auch möglich sei, meinte Michael Aberle (Platz 7), der als Quereinsteiger ganz besonders die Diskussionskultur bei den Grünen in Lampertheim schätzt. Ihm liegt zudem die grüne Mobilität am Herzen. Neben Verbesserungen im Bereich der Fahrradwege soll auch der öffentliche Nahverkehr gestärkt werden. Iris Henkelmann (Platz 3) richtet den Blick auf den enormen Flächenverbrauch, der gerade stattfindet. In den letzten 20 Jahren sind in Lampertheim 250 ha Ackerfläche verloren gegangen. Diese Verluste versuchten die Landwirte durch Intensivierung der Bewirtschaftung auszugleichen. Die Folgen seien eine ausgeräumte Landwirtschaft und der Einsatz von Dünger, Pestiziden und Folien auf den Äckern, lautet es im Wahlprogramm. „Lampertheim ist an einer Grenze angelangt, an der nicht mehr viel geht“, sagt Henkelmann. Die Flächen gingen den Landwirtschaftlichen Betrieben verloren und damit verschwänden auch die regionalen Produkte für die Verbraucher. „Viele vergessen: Je mehr wir zubauen, desto weiter her müssen die Produkte herangefahren werden“, betont Henkelmann. Für sie ist das Rebhuhn zum Symbol des Artensterbens in Lampertheim geworden, denn der Lebensraum und die Nahrungsketten von Wildtieren werden durch den Flächenverbrauch immer weiter zerstört. Deshalb setzen sich die Grünen dafür ein, entsprechende Konzepte mit Landwirten und Jägern zu entwickeln, um die entsprechenden Bedingungen für die Erhaltung der Lebensräume von Wildtieren zu schaffen. Außerdem fordern die Grünen den bergmännischen Tunnel für die ICE Trasse sowie die Erdverkabelung für die Ultranet-Hochspannungstrasse. Informatiker Alexander Morawetz (Platz 6) wünscht sich mehr Digitalisierung und will mit neuen Ideen neue Wege denken. 

Stefan Nickel (Platz 4) als Verwaltungsexperte richtet seinen Blick auf die Zahlen des Haushalts. „Mit dem Fehlbetrag von 2,6 Millionen Euro müssen wir coronabedingt leben“, meinte er. „Die Erhöhung der Grundsteuer B lehnen wir aber erstmal ab. Das sollte das letzte Mittel sein“, betonte Nickel und will zunächst Einsparpotentiale in der Verwaltung nutzen. Ziel der Grünen ist eine generationengerechte und nachhaltige Haushaltspolitik. Eva Wiegand 

 

Beitrag teilen Facebook Twitter

Schreiben Sie einen Kommentar

8 + 6 =
7 + 3 =
7 + 5 =