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12.06 Uhr | 20. November 2020

Neubautrasse dringend nötig – aber „klare Kante“ zur Frage der Bauweise

MIT: ICE-Trasse - Mittelstandsvereinigung Bergstraße nimmt Stellung

KREIS BERGSTRASSE – „Die von der Deutschen Bahn AG jetzt bekannt gegebene vorgesehene Trassenplanung durch den Kreis Bergstraße kann und darf so nicht gebaut werden“ so die klare Antwort des Kreisvorsitzenden der MIT-Bergstraße, Landrat a.D. Matthias Wilkes.

Die MIT-Bergstraße ist weder mit der geplanten offenen Bauweise des rund 10 Kilometer langen Tunnels südlich Lorsch bis zur Landesgrenze nach Mannheim einverstanden und noch weniger mit der oberirdischen Trassenführung von Langwaden mit nur dem kürzesten für die Unterquerung der BAB 67 möglichen Tunnel bei Einhausen und Lorsch. „Mit der Konsenstrasse haben wir in der Region seit vielen Jahren nicht nur unsere Forderungen, sondern auch die „rote Linie“ abgesteckt. Diese muss jetzt im Schulterschluss aller in der Region mit Vehemenz und Eindeutigkeit vertreten und am Ende auch durchgesetzt werden“, so Matthias Wilkes.

Die Mittelstandsvereinigung fordert vor allem zum Schutz der Bevölkerung, aber auch schon allein wegen der angekündigten 7 Jahre langen Bauzeit für die mittelständischen Betriebe in der Region entsprechend der Position der Bürgerinitiative „Mensch vor Verkehr“ auch für den Streckenabschnitt von Langwaden bis südlich von Lorsch einen bergmännischen Tunnel. „Den Kreis Bergstraße über fast 10 Jahr in zwei Teile zu zerlegen wäre eine absolute Katastrophe!“, so die MIT-Bergstraße. „Es ist nicht nachvollziehbar und insbesondere für die Lorscher und Einhäuser Bürger nicht akzeptabel, dass nach oberirdischem Verlauf von Norden kommend nach Unterquerung der A 67 die Neubaustraße für eine kurze Strecke von nur 2 km wieder oberirdisch geführt werden soll, um sie anschließend wieder unter die Erde zu bringen“, so MIT-Kreisvorsitzender Matthias Wilkes, „Ein von der Bahn geplanter Tunnel über 10 km im Südabschnitt ist grundsätzlich gut, da jedoch im Abschnitt bei Einhausen Lorsch und Langwaden noch viel mehr Menschen betroffen wären, ist eine Tunnelvariante und zwar in bergmännischer Bauweise auch in diesem Abschnitt damit Pflicht“, so der ehemalige Landrat und Kreisvorsitzende Matthias Wilkes.

„Wir können nicht jeden Tag in Deutschland über die Notwendigkeit von Klimaschutz reden und wenn es praktisch wird für ein Bauprojekt hunderte gesunder Bäume im größten Waldgebiet der Riedebene fällen“, so auch der stellvertretende MIT-Kreisvorsitzende, Landwirt Werner Hartmann aus Lampertheim. Werner Hartmann spricht damit auch für die Landwirte im Ried, um deren Ackerflächen es über viele Jahre der Baustelle bei einer offenen Bauweise gehen würde.

Matthias Wilkes ergänzt: „Jeder weiß mittlerweile, dass der Wald der größte und wichtigste CO2 Speicher auf unserer Erde ist und wir vor allem alten Baumbestand unter einen besonderen Schutz stellen müssen. Der Staat muss hier mit einem in bergmännischer Weise gebauten Tunnel zum Schutz von Natur und Mensch als Vorbild voran gehen, sonst wird er die Wirtschaft und die Bürger in Sachen Klimaschutz nicht überzeugend mitnehmen können“. 

Schließlich fordert die MIT-Bergstraße noch, in dem bergmännisch gebauten Tunnel auch noch zusätzlich zwei Güterverkehrsgleise unterzubringen. „Im Hinblick auf den jetzt schon fast täglich spürbaren Verkehrskollaps durch eine durchgehende „LKW-Wand“ auf den heimischen Autobahnen brauchen wir im Hinblick auf eine Verkehrswende ein klares Signal den Schwerlastverkehr von der Straße auf die Schiene zu bringen“, so die MIT-Bergstraße „wenn man hier von Seiten des Bundes volkswirtschaftlich denken und planen würde, wären diese einmaligen Investitionen für dieses große Schienenbauprojekt schnell durch geringere Instandsetzungskosten auf den Straßen und Autobahnen der Region refinanziert. Hinzu kommt der wirtschaftliche und globale Beitrag für den Klimaschutz. Gerade im verkehrlichen Bereich liegen hier in Deutschland die besonderen Herausforderungen. Der Bund hat hier die Möglichkeit Flagge zu zeigen.

Mit zwei neuen Güterverkehrs Gleisen die unterirdisch geführt würden, würde nicht nur die Anlieger entlang der Neubautrasse, sondern auch entlang der Bestandstrassen, nämlich entlang der Bergstraße und des Rieds von immer mehr Güterverkehrslärm entlastet werden. Gleichzeitig würden die Bestandsstraßen frei für einen dringend benötigten vertakteten S-Bahn-Verkehr durch die Region. „Mit einer solchen Lösung gäbe es nur Gewinner und die Chance auf eine spätere weitere Trasse werden wir nicht bekommen“, so die MIT-Bergstraße. zg

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Geschrieben in Aus dem Nibelungenland

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