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14.22 Uhr | 13. Oktober 2021

Nächster Halt: Herz

Studentinnen präsentierten Live-Hörspiel im Katholischen Familienzentrum St. Michael

Die Geschichte „Phage Phips auf Abenteuerreise“ gehört zu einem Rechercheprojekt, mit dem Antonia Seidel (v.l.), Antonia Schetle und Sidney Mitsch an einem internationalen Wettbewerb für  Studierende auf dem Gebiet der synthetischen Biologie teilnehmen. Foto: Petra Gahabka

HOFHEIM – Ein Live-Hörspiel der besonderen Art haben Studentinnen der Technischen Universität Darmstadt, die mit einem Rechercheprojekt am internationalen Wettbewerb iGEM teilnehmen, kürzlich im Katholischen Familienzentrum St. Michael präsentiert. Auf spielerische Weise erklärten sie den Kindern anhand einer Abenteuerreise durch den menschlichen Körper die synthetische Biologie.

 

Protagonist der Geschichte ist der Phage Phips. „Er hat gaaaanz winzige Beinchen und ist kleiner als Euer Finger oder ein Sandkorn“, erklärte Erzählerin Antonia Schetle zu Beginn. „Ihr könnt ihn also mit dem bloßen Auge gar nicht sehen. Trotzdem wird er Euch helfen, Euren Körper ein bisschen besser zu verstehen. Wollt Ihr wissen, was Phips in meinem und Deinem Körper so alles erlebt?“ Klar wollten die Astronauten, die im nächsten Jahr eingeschult werden, das erfahren. Die Hofheimerin Sidney Mitsch, die hier ihre Kindergartenzeit verbracht hat und jetzt im siebten Semester Molekulare Biotechnologie studiert, sowie ihre Kommilitonin Antonia Seidel schlüpften für die abenteuerliche Reise durch Mund, Magen, Herz, Blutbahn und Lunge in verschiedene Rollen. Neben der Phage Phips agierten sie als dessen Bakterienfreunde Firmi und Proteo sowie Bösewicht Koli – kenntlich gemacht durch Fliege, Schleife, rote Clownsnase und Käppi.

 

„Die Lunge ist wie ein Luftballon“, erfuhren die aufmerksam zuhörenden Astronauten und hatten ihre Freude als Antonia Seidel die Atmung an einem solchem demonstrierte. Auch die Party im Darm samt Aufräumarbeiten sorgte für lautes Gelächter im bunt geschmückten Tipi-Zelt, wo die Vorstellung stattfand. „Hattet Ihr schon mal Angst und das Herz hat schneller geschlagen?“, wollte Antonia Schetle wissen, nachdem sie erklärt hatte, dass es 60 Mal pro Minute schlägt. Die Runde verneinte einstimmig. „Ja“ lautete dagegen die Antwort als es darum ging, ob es vielleicht vor Freude schon mal schneller geschlagen habe. Dass die Geschichte, die die Studentinnen selbst entwickelt haben, den Kindern gefallen hat, davon zeugten lautes Lachen und interessierte Nachfragen. Festgehalten ist die Reise durch den Körper und das Einspiellied auf einer Toniebox, ein Tonabspielgerät mit sehr einfacher Bedienung, plus Kreativfigur. Das Geschenk kam natürlich gleich zum Einsatz, zu der coolen Musik wurden Bilder von Phips ausgemalt, gesungen und getanzt. Die Leiterin des Familienzentrums Heike Kissel-Eltrop zeigte sich von der Aktion begeistert: „Ich finde es schön, dass die drei ihre wissenschaftlichen Themen für die Kinder erfahrbar gemacht haben und dazu noch Werte, die sie im Alltag erleben wie Freundschaft und Neugier, vermitteln.“

 

„Wir wollten etwas Innovatives machen und Inhalte kindgerecht vermitteln“, erzählt Sidney Mitsch, die es sonst mit Chemie, Biologie und Physik im Studium zu tun hat. Die Ergebnisse ihres Projekts wird das Team im Elementarbereich Naturwissenschaft mit den Schwerpunkten wie Freundschaft, Sozialen Werten und Diversität dokumentieren, um diese auf der projektbezogenen Homepage zu veröffentlichen. Mit den Vorbereitungen für die international Genetically Engineered Machine (iGEM) competition, ein internationaler Wettbewerb für Studierende auf dem Gebiet der synthetischen Biologie, bei dem in diesem Jahr über 300 Teams teilnehmen, haben die Studentinnen im Februar angefangen. Die Themenrecherche und Ausarbeitung bis zur Präsentation vor Experten im November sei mit sehr viel Aufwand verbunden, „aber man nimmt auch viel mit“, sagen sie. Neben den Erfahrungen und dem Spaß, den das Rechercheprojekt mit sich brachte, hofft das Team bei dem Wettbewerb auf einen Special Prize.  Petra Gahabka

 

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