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15.56 Uhr | 22. Oktober 2021

Mitgliederversammlung der Baugenossenschaft Lampertheim

GBLA: mit 75 Jahren eine starke Gemeinschaft / Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Brenner verabschiedet

Der neue Aufsichtsrat der Baugenossenschaft Lampertheim: Die Mitgliederversammlung wählte Jens Klingler (von links) und Walter Konrad einstimmig wieder, Katharina Rohde ist neu gewählt, während Heinz Staab und Helmut Gärtner nicht zur Wahl standen, ebenso Peter Medert (nicht im Bild). Foto: Hannelore Nowacki

LAMPERTHEIM – Eine Mitgliederversammlung der Baugenossenschaft Lampertheim (BGLA) in Präsenz, das war im vergangenen Jahr nicht möglich, sie fand schriftlich statt. Die anstehenden Aufsichtsratswahlen mussten verschoben werden und waren erst bei der Mitgliederversammlung am Mittwochabend in der Sedanhalle möglich. Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Brenner stellte die Beschlussfähigkeit der Versammlung fest, die Stimmkarten waren bereits ausgeteilt. Jedes Mitglied hat eine Stimme, unabhängig von den Anteilen, erklärte Brenner. Die Festschrift zum 75-jährigen Jubiläum der Baugenossenschaft lag auf den Tischen aus, doch könne leider kein großes Fest gefeiert werden, bedauerte Brenner. Aber über das ganze laufende Jahr würde es Aktionen geben.

Nachdem sich alle zum Gedenken an die verstorbenen Mitglieder von ihren Plätzen erhoben hatten und eine lange Namensliste verlesen war, berichtete Vorstand Wolfgang Klee über das Geschäftsjahr 2020 mit einem Überblick über die Aktivitäten auch dieses Jahres, Vorstandskollegin Martin Sotornik stellte das Zahlenwerk vor. Die Pandemie habe auch die BGLA vor unerwartete Herausforderungen gestellt, die wurden jedoch gut gemeistert, wie Klee im Bericht aufzeigte. „Wir blicken mit neuen Projektideen, innovativen Ansätzen und weiterhin großem sozialen Wohngedanken in die Zukunft“, beschrieb Klee den Anspruch der Baugenossenschaft. Im Bericht des Aufsichtsrats legte der Vorsitzende die wahrgenommenen Aufgaben dar. Sechs Sitzungen gemeinsam mit dem Vorstand, zwei interne Sitzungen, eine Prüfungsausschusssitzung sowie zwei Begehungen des Bauausschusses habe es gegeben. Regelmäßig habe sich der Aufsichtsrat vom Vorstand über die Geschäfte informieren lassen.

Den Jahresabschluss und den Geschäftsbericht des Vorstandes für 2020 habe der Aufsichtsrat beraten und gebilligt. Der Mitgliederversammlung wurde empfohlen den Vorstand und Aufsichtsrat zu entlasten, was dann einstimmig geschah. Der 68-jährige Jürgen Brenner kandidierte nach 25 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit nicht mehr für den Aufsichtsrat. Walter Konrad dankte Brenner für seine Arbeit im Dienste der Baugenossenschaft und überreichte ihm zum Abschied aus dem Ehrenamt einen Präsentkorb.

Jürgen Brenner (rechts) war 25 Jahre im Aufsichtsrat und drei Jahre Vorsitzender. Der stellvertretende Vorsitzende Walter Konrad dankte ihm für seine Dienste und überreichte ihm den Präsentkorb. Foto: Hannelore Nowacki

Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat wurden Walter Konrad und Jens Klingler wegen der versetzten Wahlperiode einstimmig für drei Jahre wiedergewählt, Helmut Gärtner wurde für zwei Jahre wiedergewählt. Neu im Aufsichtsrat ist Katharina Rohde, die sich als Immobilienmaklerin und Geschäftsführerin einer bekannten Lampertheimer Immobilienfirma vorstellte. Nach zwölf Jahren in Berlin ist sie vor zwei Jahren mit ihrer Familie in ihre Heimatstadt zurückgekehrt. Für Brenner war ihre Kandidatur eine besondere Freude, da der Aufsichtsrat bislang eine reine Männerrunde war. In seiner konstituierenden Sitzung wird der neue Aufsichtsrat in Kürze einen neuen Vorsitzenden wählen.

Viel gebaut und modernisiert

In der Erzbergerstraße 3 und 5 wurden im Oktober 2020 12 Sozialwohnungen fertiggestellt, sogar früher als vorkalkuliert bei geringeren Baukosten. Nicht nur bei diesem Bauvorhaben setzte die BGLA auf Nachhaltigkeit – mit Fotovoltaikanlage, E-Ladestation, Carsharing, E-Lastenrad auf Sharing-Basis und Mietergärten. Insekten- und bienenfreundlich ist die Außenanlage gestaltet und für die angelegte Feldholzinsel mit einheimischer Bepflanzung erhielt die BGLA vom Kreis Bergstraße eine Förderung und Auszeichnung. Weitere Neubauten folgten mit 10 Wohnungen in der Sophie-Scholl-Straße, 9 Wohnungen in der Annelie-von-Heyl-Straße und 15 Sozialwohnungen in Neuschloß, wo zwei Bienenvölker von Imker Markus Reitz in der warmen Jahreszeit fleißig Honig für die eigene BGLA-Honigmarke „Bee at Home“ produzieren. Eine Baumkontrolle erbrachte einen Bestand von 300 Bäumen. In beiden Jahren wurden 46 Sozialwohnungen mit neuester Technik gebaut. Insgesamt 13 Fotovoltaikanlagen sind in Betrieb, ohne dass diese gesetzlich verlangt würden.

Ganz im städtebaulichen Trend liegt die BGLA mit der Nachverdichtung in der Adlerstraße, wo bis April 2022 15 Sozialwohnungen mit eigenem Stromspeicher entstehen. In der Daimlerstraße werden 18 weitere Sozialwohnungen in der Nachverdichtung gebaut. Im Weinheimer Weg mussten aus Kostengründen zwei Gebäude abgebrochen werden, mit dem Neubau von 29 Sozialwohnungen verteilt auf drei Gebäude wird jetzt begonnen – alle nach BGLA-Standard mit Gründach, Fotovoltaik, Batteriespeicher und barrierefrei sowie naturnaher Gartengestaltung, Müll-Unterflursystem und Mobilitätskonzept. Energieeffizienz und Bienenfreundlichkeit gehen auch bei der Instandhaltung und Modernisierung vor. Das innovative Unterflursystem für den Müll in Zusammenarbeit mit dem ZAKB in der Planck- und in der Daimlerstraße befindet sich in der Testphase für den Einsatz bei den geplanten Bauvorhaben.

Auch die BGLA-Büroräume in der Wilhelmstraße sollen modernisiert werden. Über Jahre seien die Mieten nicht erhöht worden, betonte Klee, die beschlossene Mieterhöhung wurde wegen der Corona-Pandemie ins Jahr 2021 verschoben. Für 85 Sozialwohnungen erhielt die BGLA Fördermittel für weitere zehn Jahre Belegungsbindung. Vorstandskollegin Martina Sotornik erläuterte das Zahlenwerk des Berichts.

Insgesamt habe die BGLA 1.104 Mitglieder und 765 Wohnungen im Bestand mit einer Fläche von 52.660 Quadratmetern. Die durchschnittliche Quadratmetermiete betrage 5,23 Euro. Das Eigenkapital in Höhe von rund 9,7 Millionen Euro mache etwa 23 Prozent des Gesamtvermögens aus. Sotornik wies darauf hin, dass die Dividende mit 2,5 Prozent mit Blick auf die Niedrigzinslage beachtlich ausfiel. Hannelore Nowacki

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