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19.32 Uhr | 3. Dezember 2019

„Mit verbundenen Händen bewusst Zeugnis des Glaubens abgelegt”

Besonderer Gedenkgottesdienst in Erinnerung an Pater Alfred Delp am 8. Dezember in St. Andreas

Pfarrer Christian Rauch (2.v.r.), Gemeindereferentin Birgit Bongiorno (l.) und die Mitglieder des Pfarrgemeinderates, Brigitte Hartnagel, Berthold Eisenbraun und Kerstin Adam (v.l.) präsentieren das Original des Gelübdes von Alfred Delp. Foto: Benjamin Kloos

LAMPERTHEIM – Vor 75 Jahren, am 8. Dezember 1944, unterzeichnete Alfred Delp im Strafgefängnis Berlin-Tegel das Ewige Gelübde des Jesuitenordens – und entschied sich damit bewusst für den Glauben und gegen das Leben. Am kommenden Sonntag, 8. Dezember, findet im Gedenken an Pater Alfred Delp und an dieses Ereignis in der Kirche St. Andreas um 10 Uhr ein besonderer Gottesdienst statt. Pfarrer Christian Rauch, Gemeindereferentin Birgit Bongiorno und Vertreter des Pfarrgemeinderates stellten am Dienstag in diesem Zusammenhang eine besondere Erinnerung an Pater Alfred Delp vor, die während des Gottesdienstes auf dem Altar ausgestellt und anschließend besichtigt werden kann.

„Es ist ein Papier, von dem ein Menschenleben abhängt, der in dieser Kirche im Glauben gewachsen ist”, erläuterte Pfarrer Rauch. „Während seiner Kindheit und Jugend ist er jeden Sonntag in die Kirche St. Andreas gegangen, bevor er sich später für den Jesuitenorden entschieden hat. Es ist für uns von großer Bedeutung, das Andenken an Pater Alfred Delp hochzuhalten. Daher feiern wir diesen besonderen Gottesdienst anlässlich des 75. Jahrestages, an dem Alfred Delp im Strafgefängnis Berlin-Tegel sein Ordensgelübde ablegen durfte. Zuvor saß er im Gestapogefängnis, dort wäre dies nicht möglich gewesen. In Tegel konnte er hingegen Kontakt zu seinem Orden aufnehmen. Dies war psychisch für ihn sehr wichtig.” Sein Mitbruder Franz von Tattenbach besuchte Alfred Delp, ein Beamter des Gefängnis, der ihn mochte gestattete dies und machte so den Weg für dieses besondere Glaubensbekenntnis frei – denn zuvor war Alfred Delp in Aussicht gestellt worden, zu leben, wenn er dafür seinem Glauben absagen und aus der Kirche austreten würde. „Mit dem Wissen über die Bedeutung seiner Entscheidung und sehenden Auges hat Alfred Delp das Gelübde abgelegt. Er hat das Gelübde zunächst für sich durchgelesen und  es anschließend mit Tränen und den Augen und gefalteten Händen, dem Zeichen der Todeskandidaten, unterzeichnet. Anschließend hat er es laut in lateinsicher Sprache vorgelesen. Dies hat ihm das Gefühl des Trostes und von Erbarmen gegeben, wie aus seinen anschließenden Briefen hervorging“, berichtete Pfarrer Rauch. Für ihn sei es ein wichtiges Anliegen, Alfred Delp in dessen Heimatgemeinde Lampertheim zu vergegenwärtigen, daher habe er das Original des Gelübdes aus München geholt, so Pfarrer Rauch weiter. „Denn der erste Brief, den ich als Pfarrer in Lampertheim geöffnet habe, stammte von der Familie von Alfred Delp, die mich auf die Bedeutung des 8. Dezembers hingewiesen hat.”

Mit dem Gottesdienst am Sonntag soll aber das Erinnern an die letzten Monate im Leben von Alfred Delp noch nicht abgeschlossen sein. Denn am 2. Februar 1945 wurde er hingerichtet. Aus diesem Anlass wird vom 2. bis 9. Februar 2020 eine Ausstellung in der Alfred-Delp-Kapelle zu sehen sein, mit persönlichen Gegenständen aus seinem Leben, unter anderem seinem Rosenkranz, seinem Abiturzeugnis aber auch von seinem Todesurteil. Benjamin Kloos

 

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