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10.11 Uhr | 13. September 2019

Mit großem Spaß bewegt

Aktionstag an der Schillerschule für Gesundheit und Bewegung 

Zielen und treffen – beim Dosenwerfen hatten die Kinder viel Spaß, auch wenn es mit dem Treffen nicht immer klappte. Foto: Hannelore Nowacki

LAMPERTHEIM – So viel Spaß macht Bewegung – das zeigten die etwa 280 Kinder der Schillerschule aus allen Klassen am Donnerstagvormittag beim Aktionstag des Präventivprogramms „fit4future“ an den Stationen Sackhüpfen, Dosenwerfen und Zahlensuchspiel, die im Schulhof von den Lehrkräften und ehrenamtlich tätigen Eltern betreut wurden. Eine fröhliche Stimmung, die nicht nur Schulleiterin Annette Wunder-Schönung und Bürgermeister Gottfried Störmer begeisterte, der zu einer kleinen Ansprache gekommen war. „Prävention ist eine sehr lohnende Sache“, findet der Bürgermeister und wünschte den Kindern mit Bewegung und gesunder Ernährung eine gute Zukunft“. Von der großen Zuhörerrunde erhielt er für seine Worte den verdienten Applaus. Um Ernährung ging es am Aktionstag mit einem Ernährungsquiz, Zuckeraufklärung und weiteren Angeboten in den Klassenräumen, die bei den Kindern auch gut ankamen. Die sieben bis acht Jahre alten Dennis, Sara und Julian waren sich einig, dass Dosenwerfen am meisten Spaß machte. Ayanna und Geburtstagskind Alia strahlten beim Gedanken ans Sackhüpfen. Bei „fit4future“ handelt es sich um eine Präventionsinitiative der Cleven-Stiftung mit der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) als Kooperationspartner mit dem Ziel, Gesundheit und Lebensstil von Kindern im Grundschulalter nachhaltig positiv zu beeinflussen, wie es das Präventionsgesetz und die Empfehlungen der Kultusministerkonferenz aus dem Jahr 2012 ebenso vorsehen. Ganzheitlich und vielfältig ist dieser Ansatz, den das „fit4future“-Programm mit kostenlosen Materialien und Lehrer-Workshops bislang kostenlos an 2020 Schulen in Deutschland anbietet. Das auf drei Jahre angelegte Programm stützt sich auf die Zusammenarbeit von DAK und dem Lehrstuhl für präventive und rehabilitative Sportmedizin der Technischen Universität München mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und einer fortlaufenden Evaluierung durch die Uni. Im Gespräch mit dem TIP wies Robert Gahler, Leiter des DAK-Servicezentrums in Bensheim darauf hin, dass durch „fit4future“ mittlerweile 600.000 Schülerinnen und Schüler in Deutschland einbezogen seien. Bewegungsdefizite und Übergewicht schon bei der Einschulung gebe es vielfach, so könnten sechs von zehn Kindern keinen Purzelbaum machen, viele Kinder könnten auch nicht rückwärts laufen. Wobei das Rückwärtslaufen für die bessere Rechenleistung besonders förderlich sei, wie Studien ergeben hätten. Area-Managerin Anja Stumpf, die das „fit4future“-Projekt an der Schillerschule betreut, sieht die koordinativen Fähigkeiten bei vielen Kindern abhandengekommen, Medienkonsum und wenig Bewegung im Freien, auch wegen fehlender Spielplatzangebote, seien dafür vielfach verantwortlich. Die Schillerschule befinde sich im zweiten Jahr des  Projekts – im ersten Projektjahr erhielt die Schillerschule eine Spieltonne mit 20 verschiedenen pädagogisch wertvollen TÜV-zertifizierten Spiel- und Sportutensilien, im zweiten Jahr kam eine Brainfitness-Box mit zwölf verschiedenen Spiel- und Unterrichtsutensilien fürs Gehirn- und Antistresstraining hinzu. Begleitend gibt es Broschüren und Materialien für Lehrkräfte und Eltern zu allen vier Modulen, wobei das Lehrkräftemodul durch alle Phasen laufe. Schulleiterin Wunder-Schönung erklärte dem TIP gegenüber, dass die Inhalte der gesundheitlichen Prävention im Unterricht integriert worden seien. Aber auch die Lehrer sollen durch das „fit4future“-Programm für die Zukunft gesundheitlich gestärkt werden, da in Deutschland 40 Prozent der Grundschullehrer gestresst seien und häufig nicht bis zum Rentenalter arbeiten könnten , erklärte „fit4future“-Betreuerin Stumpf. Lernen und lehren in angenehmer Umgebung ist erfolgreicher, wenn der Zustand der Räumlichkeiten stimmt, weshalb sich das „fit4future“-Projekt ebenso dafür einsetzt. Allerdings zeigte sich DAK-Serviceleiter Gahler vom angenehmen Ambiente der Schillerschule beeindruckt. Das Projekt soll nach Angaben von Gahler 2021 auf Kitas ausgeweitet werden. Hannelore Nowacki

 

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