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Mit dem Rad in ein neues Leben

Empfang des Radfahrers Oliver Trelenberg in Lampertheim im Rahmen seiner Deutschlandtour zugunsten der Krebsstiftung „Engel mit Herz e.V.“

BUZ: Radfahrer Oliver Trelenberg (r.) wurde im Rahmen seiner Spendentour durch Deutschland am Montag von Bürgermeister Gottfried Störmer (Mitte) in Lampertheim empfangen - Hotelier Wolfgang Praller-Ludwig (l.) vom Deutschen Haus übergab ihm den Schlüssel für seinen kostenlosen Hotelaufenthalt im Deutschen Haus. Foto: Sigrid Samson

Radfahrer Oliver Trelenberg (r.) wurde im Rahmen seiner Spendentour durch Deutschland am Montag von Bürgermeister Gottfried Störmer (Mitte) in Lampertheim empfangen – Hotelier Wolfgang Praller-Ludwig (l.) vom Deutschen Haus übergab ihm den Schlüssel für seinen kostenlosen Hotelaufenthalt im Deutschen Haus. Foto: Sigrid Samson

LAMPERTHEIM – „2016 radel ich weiter, um als Botschafter auf dem Rad die Arbeit des Vereins Engel mit Herz e.V. zu unterstützen, und um noch mehr Menschen mit ähnlichem Schicksal zu ermutigen“, lauteten die Worte des sympathischen Oliver Trelenberg, der am Montagnachmittag kurz vor 17 Uhr mit seinem Fahrrad unsere Spargelstadt erreichte und im Hotel/Restaurant Deutsches Haus empfangen wurde. Oli, der nicht Herr Trelenberg genannt werden wollte, geht es dabei nicht um Leistungssport und er möchte mit dem Projekt seinen Mitmenschen Mut machen. Neue Lebensqualität durch angepasste körperliche Bewegung steht für ihn im Vordergrund. Immer mehr Krebspatienten überleben zwar ihre Krankheit, leben jedoch fortan krankheitsbedingt in Armut. Dazu gesellt sich ein neuer Begleiter: die Angst vor dem Fortschreiten der Erkrankung. Kinder sind meist ebenso betroffen. An Urlaub ist nicht zu denken. Die Stiftung „Engel mit Herz“ ermöglicht mittellosen Krebspatienten einen kurzweiligen Urlaub im Lutherhaus in Ochtelbur (Ostfriesland) und erfüllt Wünsche von Schwerstkranken. So konnte beispielsweise im vergangen Jahr durch das Pilotprojekt zwei fünfjährigen Kindern ein langersehnter Flug über das Münsterland ermöglicht werden. „Man kann auch mit kleinen Beiträgen ganz viel erreichen“, teilte Oli mit. Der 1965 in Schwerte gebürtige Westfale lebt seit dem Jahr 2000 in Hagen und erkrankte 2003 unter anderem an Depressionen. Daraus macht er keinen Hehl, geht offen mit seinem Schicksal um und erntet seit geraumer Zeit Respekt von unzähligen Mitmenschen. Er begann nach seiner Erkrankung mit dem Radfahren und bemerkte die positiven Auswirkungen auf seine körperliche und psychische Verfassung. Vor drei Jahren erlitt er leider einen Rückschlag und musste wegen der Diagnose Kehlkopfkrebs eine Operation über sich ergehen lassen. Doch auch dies warf ihn nicht aus der Bahn, denn er hat im wahrsten Sinne des Wortes einen „langen Atem“ bewiesen. 2014 startete er mit dem Projekt „Ü 4000“ für einen guten Zweck und nahm sich vor, 4.000 Kilometer mit dem Rad zurückzulegen und dabei Spenden einzusammeln – daraus wurden dann beachtliche 5.460. Im vergangenen Jahr ging es dann auf eine Spendentour von 2.500 Kilometern durch das Ruhrgebiet zugunsten des Deutschen Kinderhospizvereins e.V.. In diesem Jahr startete er dann eine Deutschlandtour für „Engel mit Herz“. Schirmherr des diesjährigen Spendenprojekts ist der Oberbürgermeister der Stadt Hagen. Oli brach am 17. Mai zu einer 60-tägigen Deutschland-Radreise auf, um etwa 3.000 Kilometer zurückzulegen. Im Durchschnitt fährt er 60 bis 70 Kilometer pro Tag, „aber in aller Ruhe und ohne sportliche Höchstleistung als Ziel“, erklärte er. Er genießt dabei die Natur und erfreut sich an vielen Dingen, die ihm täglich auf seiner Reise begegnen, sei es Störche oder der Rhein; auch nette Gespräche mit Leuten, die er trifft, gehören dazu – und das in aller Gemütlichkeit. Schlechtes Wetter gibt es für ihn nicht; er radelt bei jedem Wetter. Es ist ihm wichtig, auf den touristischen Routen sein Leben zu genießen. Seine Tour, die in Basel startete, führt ihn über Rees (Nordrhein), anschließend nach Emden, Bremerhafen, Hamburg, Stralsund, Bauzen und schließlich nach Dresden. Bis zum 12. Juli wird er unterwegs sein, bevor er von Dresden aus seine Rückreise mit der Bahn antritt – nach insgesamt 57 Etappen. Dass aus den anfänglich mal sieben Kilometer vor einigen Jahren irgendwann einmal 5.000 werden, hatte sich Oli auch nicht träumen lassen. „Es ist wichtig, am Ball zu bleiben“, lautete sein Appell an Gleichgesinnte. Seine positive Lebenseinstellung war beeindruckend und bewundernswert – diese möchte er auch weitergeben. Bürgermeister Gottfried Störmer zeigte sich äußerst beeindruckt von der Aktion Trelenbergs, sich selbst als Betroffener für andere einzusetzen und zu engagieren. Störmer wurde durch die Aktion persönlich angespornt und leistete bereits selbst eine Spende. Besonders in der heutigen Zeit, in der die Individualisierung der Gesellschaft voranschreite und jeder immer erst an sich selbst denkt, sei die Unternehmung Trelenbergs besonders zu respektieren. In gleicher Weise anerkennenswert sei die Tatsache, dass Hotelier Wolfgang Praller-Ludwig dem Radfahrer die Unterkunft für eine Nacht inklusive Bewirtung kostenlos zur Verfügung stellte. „Mit meinen Radprojekten und der Unterstützung der Spender können wir gemeinsam dazu beitragen, dass kranke Menschen neuen Lebensmut finden und Kraft für den Alltag schöpfen“, erklärte Oli. Um mittellosen Krebspatienten einmal eine Auszeit für die Seele zu ermöglichen, tritt er 2016 in die Pedale. Es gibt viele Möglichkeiten zu helfen. Nähere Informationen sind unter www.oli-radelt.de zu finden sowie engelmitherz.com. Sigrid Samson

 

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