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Kronkorken als Lebensretter

Spendenübergabe des Tennisclub Rot-Weiß Lampertheim e.V. an die Hilfsorganisation Amebii Ghana

So klein können Lebensretter sein: 9.000 Konkorken konnten die Mitglieder des Tennisclubs Lampertheim an Amebii Ghana übergeben: Wibke Sackeyfio-Herbert, Vereinsvorsitzende von Amebii Ghana, Helga Mrotzek, Vorsitzende des TC, Robert Lenhardt, Pressewart des TC und Gaststätten-Wirtin Anja Strehlau (v.l.). Foto: Sigrid Samson

So klein können Lebensretter sein: 9.000 Konkorken konnten die Mitglieder des Tennisclubs Lampertheim an Amebii Ghana übergeben: Wibke Sackeyfio-Herbert, Vereinsvorsitzende von Amebii Ghana, Helga Mrotzek, Vorsitzende des TC, Robert Lenhardt, Pressewart des TC und Gaststätten-Wirtin Anja Strehlau (v.l.). Foto: Sigrid Samson

LAMPERTHEIM – Mit ganz einfachen Mitteln und ohne finanziellen Aufwand Hilfe leisten zu können für Kinder, denen es nicht so gut wie in Deutschland geht – diese Idee griff Wibke Sackeyfio-Herbert im vergangenen Jahr auf und rief eine großartige Spendenaktion ins Leben: Das Sammeln von Kronkorken-Produkten, die eigentlich Müll darstellen. Der Erlös, der durch den Eintausch des Blechs bei einem Mannheimer Schrotthändler entsteht, wird anschließend zur Finanzierung der Krankenversicherung von Kindern im westafrikanischen Ghana eingesetzt. Die Idee des Kronkorken-Sammelns entpuppte sich rasch als großer Erfolg.

Amebii ist das ghanaische Wort für Kinder. Herbert gründete im Jahr 2008 nach einer Reise in das afrikanische Land gemeinsam mit Ehemann Marcus Sackeyfio, der aus Ghana stammt, die Hilfsorganisation Amebii Ghana e. V.. Herbert unterrichtete in Ghana  zunächst ehrenamtlich an einer Schule, als ihr klar wurde, dass dort dringend weitere Hilfe benötigt wird. Das Helferteam wuchs sehr schnell mit Menschen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, (Entwicklungs-)Hilfe zu leisten, wo sie wirklich gebraucht wird und notwendig ist. Der durch Spenden finanzierte Verein leistet Hilfe zur Selbsthilfe und engagiert sich in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Bereitstellung von sauberem Trinkwasser. Wichtig ist den Mitgliedern dabei auch die Nachhaltigkeit, so dass alle Projekte längerfristig angelegt sind und sich mit der Zeit selbst tragen können. Die Teammitglieder von Amebii Ghana reisen regelmäßig zu ihren Projekten nach Ghana und stellen sicher, dass die Spenden an den richtigen Stellen ankommen.

Krankenversicherungen in Ghana kosten sehr wenig für hiesige Verhältnisse. Kaum ein Kind in Ghana kann sich diese Versicherung leisten – so ist jede Verletzung oder Krankheit eine Tortur, die nicht selten auch mit dem Tod endet. Das Geld, um die erforderliche ärztliche Versorgung zu gewährleisten, stammt aus den zahlreichen Sammelaktionen von Kronkorken. 30 Kilo des Blechs entsprechen in etwa einer Menge von 15.000 Kronkorken – hierfür erhält man 4,50 Euro, also der Betrag, den die Krankenversicherung für ein Kind für insgesamt zwei Jahre abdeckt.

Die Mitglieder des Tennisclub Lampertheim schlossen sich der Sammelaktion ebenfalls an. Robert Lenhardt, Pressewart des Tennisclub Lampertheim, lobte im Rahmen des Jahresabschluss-Abends das ehrenamtliche Engagement Herberts und ihrer Teammitglieder. „Ohne finanziellen Aufwand Gutes zu tun, halte ich für eine gute Möglichkeit, die jeder nutzen kann“, betonte er und zeigte sich erfreut, gemeinsam mit der 1. Vorsitzenden Helga Mrotzek und Anja Stehlau, Wirtin der Vereinsgaststätte, einen Korb mit 9.000 Kronenkorken an die Organisation übergeben zu können. In der Vereinsgaststätte wurde in den letzten neun Monaten eifrig hierfür gesammelt.

„Wir haben im letzten Jahr insgesamt über fünf Millionen Kronkorken eingesammelt“, teilte Herbert voller Stolz mit. Die Aktionen fanden in Kindergärten statt, in Schulen und Vereinen – aber auch Privatpersonen sammelten hierfür eifrig mit. Sie wies auf das bestehende „Cash an Go“-Prinzip hin, welches bedeutet, dass Kinder in dem afrikanischen Land nur auf Bezahlung hin ärztlich behandelt werden können, ansonsten werden sie wieder weggeschickt. „Krankheiten wie Malaria und Colera können bei kleinen Kindern sogar zum Tod führen, wenn diese nicht behandelt werden“ fügte sie hinzu. Auch die Erblindung durch verunreinigtes Wasser dürfe nicht unterschätzt werden. Die Aktion laufe mittlerweile so gut, dass die bestehenden 2-Jahres-Versicherungen durch weitere Kronkorken-Aktionen verlängert werden können – insgesamt bis zum 18. Lebensjahr der Kinder – gegebenenfalls auch länger. „400 Kinder konnten bisher krankenversichert werden – die Kronkorken sind somit zu Lebensrettern geworden“ ergänzte sie.

Wer Kronkorken spenden möchte, kann sich an folgende Adresse wenden: mail@kronkorken-helfen.com oder unter www.kronkorken-helfen.com. Alle Spender werden auf der Homepage der Organisation namentlich erwähnt und mit einem Foto der Spendenübergabe veröffentlicht.  Sigrid Samson

 

 

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