Sie sind hier: Home » Groß-Rohrheim » Kontroverse Debatten in der Gemeindevertretung
09.10 Uhr | 30. Juni 2020

Kontroverse Debatten in der Gemeindevertretung

Neubau des Feuerwehrgerätehauses ohne Mehrheit, Diskussion um Multifunktionsfeld und Feuerwehrhalle

In der Bürgerhalle war die Sitzung der Gemeindevertretung entsprechend der Coronaregeln großräumig aufgestellt. Auch das Publikum hatte viel Platz zur Verfügung. Die meisten Beschlüsse wurden einstimmig gefasst. Foto: Hannelore Nowacki

GROSS-ROHRHEIM – Braucht Groß-Rohrheim ein neues Feuerwehrgerätehaus? Nach lebhafter kontroverser Debatte wurde entschieden. Mehrheitlich mit 11 Gegenstimmen bei 6 Ja-Stimmen und einer Enthaltung haben die Gemeindevertreter bei ihrer Sitzung am Donnerstag den Antrag der Fraktion Freie Wähler – Bürger für Groß-Rohrheim (FW) abgelehnt. Der FW-Fraktion ging es um ein Haus für Bildung, Bürger und Vereine, für VHS-Kurse, eine Krabbelgruppe und vieles mehr. „Uns fehlt ein Haus der Begegnung“, hieß es. Zum architektonisch zwar gelungenen, aber nach 20 Jahren zu klein gewordenen Feuerwehrgerätehaus gebe es anstatt einer langen Halle als Anbau diese vorgeschlagene Alternative. Parkplätze für die Feuerwehrleute und eine Begrünung wären beim Hallenanbau hingegen nicht möglich. Geprüft werden sollte nach Meinung der FW, in welcher Höhe es Zuschüsse für die Feuerwehr und die Bildung geben werde. Matthias Dobry (CDU) kündigte an, wegen „immenser Kosten“, ein Millionenbetrag, werde die CDU-Fraktion nicht zustimmen. „Die Feuerwehr will das auch gar nicht“, teilte er mit. Der derzeitige Standort habe „die wenigsten Nachteile“ gab Peter Heß (SPD) zu bedenken, es müsse alles gut überlegt werden. Bevor man ein paar Millionen investiere, müsse zuerst ein Kassensturz gemacht werden, denn „Corona ist über uns gekommen“. Die SPD-Fraktion werde nicht zustimmen, kündigte Dobry an. Auch der Antrag der CDU-Fraktion auf Bau eines Multifunktionsfeldes mit Weitsprunganlage und einem Bewegungsparcours mit Rundweg um den Winterrasenplatz führte zu leidenschaftlicher Debatte. Nach einer von Volker Götz (SPD) beantragten Pause und weiterer Diskussion beantragte die SPD die Zurücküberweisung in die Ausschüsse, die FW sprachen sich gegen den Plan aus. Die Abstimmung ergab eine Mehrheit mit 12 Ja-Stimmen, fünf Gegenstimmen und zwei Enthaltungen für die Zurückverweisung an den Dorfentwicklung- Bau- und Umweltausschuss sowie den Ausschuss Sport-, Kultur- und Jugendfragen. CDU-Fraktionsvorsitzender Kurt Kautzmann wies darauf hin, dass der Landschaftsarchitekt Rolf Schepp von der Gemeindevertretung mit der Planung beauftragt worden sei und das Land Hessen das Vorhaben fördere. Auch seien diverse Sportvereine dafür. Bürgermeister Rainer Bersch wehrte sich gegen ein vermeintlich falsches Protokoll und stellte klar, dass die Förderung von 450.000 Euro nicht verfallen werde, wenn nicht in dieser Sitzung darüber beschlossen würde. Vom Land Hessen habe die Gemeinde Groß-Rohrheim 750.000 Euro erhalten, „weil gut gewirtschaftet und kein Kredit aufgenommen wurde – geschenkt ohne Haushaltsbelastung“. Jedoch wäre eine Eigenleistung von 10 Prozent zu erbringen. Den Anbau an die Feuerwehrhalle hatte der Gemeindevorstand beantragt. Bürgermeister Bersch begründete den Antrag, so hätten die Feuerwehrleute bei Übungen für ihre Fahrzeuge zu wenig Platz, eine neue Situation: „Vor sechs Jahren haben wir uns das nicht träumen lassen“. Die Kosten sind mit 465.000 Euro und 85.000 Euro Planungskosten angesetzt. Der Antrag wurde an die Ausschüsse verwiesen, zu deren Sitzungen Bersch den Kreisbrandinspektor und den Gemeindebrandinspektor einladen will. Hannelore Nowacki

 

Beitrag teilen Facebook Twitter

Geschrieben in Groß-Rohrheim, Lokal

Kommentare sind geschlossen