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08.51 Uhr | 10. November 2021 | PR-Anzeige

Knochenalter in wenigen Sekunden bestimmen

KLINIKUM WORMS: Künstliche Intelligenz unterstützt Radiologie 

Dr. Bernd Cornelius bei der Bildauswertung. Foto: Klinikum Worms, pakalski

WORMS – Wie groß wird mein Kind einmal werden? Ist das Wachstum normal oder vielleicht zu schnell oder zu langsam? Um diese und andere Fragen zu beantworten, kommt am Radiologischen Institut RI des Klinikums Worms seit neuestem eine intelligente Software zum Einsatz, die das Knochenalter eines Kindes in nur wenigen Sekunden bestimmt.

„Das sogenannte Knochenalter gilt als eines der objektivsten Kriterien, um die körperliche Reife und somit das biologische Alter eines Kindes zu bestimmten“, erklärt Dr. Bernd Cornelius, der seit Beginn des Jahres neuer Chefarzt des Instituts für Radiologie RI am Wormser Klinikum ist. Diesen Wert können Ärzte zwar schon sehr lange bestimmen, die Unterstützung durch künstliche Intelligenz macht die Befundung deutlich schneller vor allem aber zuverlässiger. „Für die Messung der Knochenreifung wird in der Regel ein Röntgenbild der linken Hand angefertigt und anschließend ausgewertet. In der Vergangenheit hat dies ein Radiologe übernommen, der allerdings über sehr viel Erfahrung verfügen muss, um den Reifegrad der Knochen exakt zu bewerten und eine sich darauf ableitende Wachstumsprognose zu ermitteln. Die neue Software macht es uns deutlich einfacher“, erklärt der Chefarzt. „Das hinterlegte neuronale Netzwerk, liest das digitale Röntgenbild aus und gleicht es anschließend mit Referenzbildern ab. In wenigen Sekunden haben wir dann das Ergebnis.“

Gründe, warum das Knochenalter bestimmt werden muss, gibt es viele, wie Dr. Cornelius erklärt: „Da wäre zum einen die Beurteilung, ob das Wachstum eines Kindes im normalen Rahmen verläuft oder das biologische Alter dem tatsächlichen Alter vorauseilt. Es kann natürlich auch der entgegengesetzte Fall eintreten: Ein Kind ist für sein Alter deutlich zu klein. Beides kann beispielsweise ein Hinweis auf Stoffwechselerkrankungen sein, die behandelt werden müssen.“

 

Neues Spracherkennungssystem beschleunigt Befundung

Neben der intelligenten Software zur Knochenalterbestimmung hat außerdem ein neues, volldigitales Spracherkennungssystem in der Radiologie Einzug gehalten. „Wenn ich beispielsweise eine CT- oder MRT-Untersuchung auswerte, diktiere ich meinen Befund direkt in das System, das diesen unmittelbar in Schriftform umsetzt und zeitgleich in die digitale Patientenakte überträgt. Wir können im Idealfall unmittelbar nach dem Diktat den Befund freigegeben.“ Die sonst üblichen und zeitraubenden Korrekturschleifen – Assistenzarzt an Sekretariat, Sekretariat an Assistenzarzt, Assistenzarzt an Oberarzt, gelegentlich noch Oberarzt an Chefarzt und zurück und wieder zurück – fallen weg.

„Die klinischen Kollegen können ihre therapeutischen Entscheidungen so sehr schnell auf fachärztlich vidierten radiologischen Befunden treffen. Das ist ein riesiger Qualitätssprung und massive Verbesserung des Workflow. Die auf Künstlicher Intelligenz basierte Spracherkennungssoftware, die wir erworben haben, ist deutlich moderner und besser als das was ich kannte. Eine Einübungsphase war beispielsweise nicht nötig. Die Bedienung ist intuitiv und einfach. Die Erkennungsquote ist fast perfekt“, freut sich der Chefarzt über die Neuanschaffung. zg

 

 

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Geschrieben in Aus der Geschäftswelt

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