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Kinder und Jugendliche zu eigener Forschung angeregt

Regionalwettbewerb „Jugend forscht – Schüler experimentieren“ mit 22 Projekten / Bürstädter Projekte aus Platzgründen in Wiesbaden präsentiert

Die Technik-Sieger vom Lessing-Gymnasium Lampertheim haben für die moderne Landwirtschaft einen autonomen Beregnungsroboter ausgetüftelt und gebaut – statt Diesel spendet die Sonne Energie über Solarzellen. „AutoRain – Multibotsystem 2.0“ heißt der verbesserte autonome mobile Roboter von Tom Götz, Moritz Neumann und Nikita Tatsch. Foto: Hannelore Nowacki

LAMPERTHEIM – Naturwissenschaften und Technik können Kinder und Jugendliche begeistern und zu eigenen Forschungen anregen, die erstaunliche Ergebnisse hervorbringen. So erlebten es die Besucher bei der 54. Wettbewerbsrunde des Regionalwettbewerbs „Jugend forscht – Schüler experimentieren“ seit 1966, die am Samstag zum fünften Mal bei der BASF in Lampertheim stattfand. Auch die Arbeitswelt und Informatik waren wieder Gebiete mit interessanten Präsentationen. Alle 21 Projekte wurden von Schülern in ihren Schulen erarbeitet, wobei Lehrer die Projektbetreuung übernommen hatten. Das Motto lautete diesmal „Frag nicht mich – frag dich!“ Tim Götz und  Moritz Neumann, beide 17 Jahre alt und wie der 18-jährige Nikita Tatsch Schüler am Lessing-Gymnasium Lampertheim, hatten auf ihre Fragen so viele gute Antworten gefunden, dass sie ihre Idee für einen autonom agierenden Roboter zur Beregnung von Feldern mit dem Bau eines Prototyps mit Schlauchwagen und Wassertank umsetzen konnten. Dass dieses „AutoRain Multibotsystem 2.0“ funktioniert, zeigten die jungen Tüftler auf der Kunstrasenfläche an ihrem Stand. Das Wechselträgersystem ist in der Lage Felder zu wässern, könnte aber auch Dünger und Saaten ausbringen – eine Weiterentwicklung ihres Systems vom letzten Jahr. Nikita, der IT-Experte im Team, erklärte, dass der Landwirt das System von zu Hause aus steuern kann, da Standortdaten übertragen werden und die Kamera mit Nachtsichtfunktion ausgestattet ist. Tim Götz hatte die Idee für diesen vielseitigen Roboter, als er im trockenen Sommer letztes Jahr für den Beregnungsverband Ried mit dem Mähdrescher auf den Feldern unterwegs war, was er in den Ferien immer sehr gerne mache. Das Tuckern der Dieselmotoren für die Beregnung möchte er durch die umweltfreundliche Sonnenenergie ersetzen. Die Besucher, denen sie ihre Idee erklärten, waren fasziniert und die Jury vergab ihrem Projekt im Fachbereich Technik den  ersten Platz, der den findigen Jungforschern die Teilnahme am Landeswettbewerb Hessen vom 27. bis 28. März 2019 bei Merck KGaA in Darmstadt sichert. Dort können sich die Nachwuchsforscher für das Bundesfinale von „Jugend forscht“ vom 16. bis 19. Mai in Chemnitz qualifizieren. Ein weiteres Technikprojekt schaffte es auf den ersten Platz: Sören Bender und  Konstantin Bachem vom Schuldorf Bergstraße in Seeheim-Jugenheim hatten „TempWarn – ein dezentrales Temperatursensor-Messsystem“ entwickelt. Eine sehr spannende Sache ist die Gewinnung von „Bio-Alkene aus Altpapier“ wie sie von Moritz Huntemann, 16 Jahre, und Tobias Bauß, 17 Jahre, aus dem Bereich Chemie vorgeführt wurde. Die beiden Nachwuchsforscher vom Goethe-Gymnasium Bensheim gewinnen in ihrer Versuchsanordnung aus Altpapier durch den Zusatz des Enzyms Cellulase den Zucker Glukose, nach der Gärung mit Hefe entsteht Alkohol, der durch Zugabe eines Katalysators Alkene produziert, den Grundstoff für Treibstoff oder Kunststoffe wie Polyethylen. Auch zellulosehaltiges Herbstlaub lasse sich auf diese Weise verwandeln. Die Besucher hatten zwei Stunden Zeit, sich die Arbeiten anzuschauen und erklären zu lassen, sowohl im Erdgeschoss als auch in den drei Räumen im Untergeschoss drängten sich die Interessierten, Lehrer, Eltern, Geschwister. Auch Bürgermeister Kusicka aus Biblis, der Lampertheimer Bürgermeister Gottfried Störmer, die Bürstädter Bürgermeisterin Barbara Schader und Erster Stadtrat Walter Wiedemann waren gekommen. Der Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär im Bildungsministerium Michael Meister hielt bei der feierlichen Siegerehrung eine Rede. Zehn Projekte haben sich insgesamt für den Landeswettbewerb qualifiziert. Alle teilnehmenden Jugendlichen erhielten ein Geschenk, die Gewinner durften sich über Sach- und Geldpreise sowie interessante Praktikaangebote freuen. Erstmals in diesem Jahr gibt es auch in der Juniorsparte „Schüler experimentieren“ für die Altersgruppe von zehn bis 14 Jahre einen Landeswettbewerb Hessen, für den sich die erstplatzierten Schüler beim Regionalwettbewerb in Lampertheim und Wiesbaden qualifiziert haben. Dieser findet am 12. und 13. April an der Universität Kassel statt. 

Die vierzehnjährigen Jungforscherinnen Nura El-Bitar, Nele Marie Kaiser und Hannah Ferber von der Liebfrauenschule in Bensheim stellten für „Schüler experimentieren“ im Bereich Arbeitswelt „Das perfekte Gewächshaus“ vor, das umweltfreundlich und pflegeleicht zugleich sein soll. Sensoren in der Erde und die elektronische Steuerung sorgen für die passende Feuchtigkeit und das Wachstumsklima. Foto: Hannelore Nowacki

Bürstadt war in Wiesbaden vertreten

Allerdings konnten die Besucher des Regionalwettbewerbs Hessen Bergstraße die Projekte, die in der Erich-Kästner-Schule (EKS) in Bürstadt erarbeitet worden waren, bei der BASF in Lampertheim nicht in Augenschein nehmen. Denn aus Platzgründen waren sie dem gleichzeitig stattfindenden Regionalwettbewerb Hessen West in Wiesbaden bei der Firma InfraServ zugeordnet worden. Einige Besucher, die gerne die Arbeiten der EKS-Jungforscher gesehen hätten, äußerten sich enttäuscht. Alle vier EKS-Projekte wurden von Lehrerin Elke Wagner-Pommerenke betreut und waren erfolgreich. Bei „Schüler experimentieren“ erhielt der 13-jährige Laurin Wiedemann den 1. Preis im Bereich Arbeitswelt für sein Projekt „Ist die Tube wirklich leer?“ Den Sonderpreis plusMINT für interdisziplinäre Projekte, gestiftet vom Verein zur MINT-Talentförderung, hatte sich der 10-jährige Patrick Schulze mit seinem Projekt „Antibakterielle Folie aus biologischen Grundstoffen“ verdient. Mit seinem Chemie-Projekt „Kann man die Nitratbelastung von Wasser mit einfachen Verfahren

reduzieren?“ schaffte der 11-jährige Thorbjörn Schiffner den 2. Preis. Im Wettbewerb „Jugend forscht“ hatten die 16-jährige Paula Lucia Schulze und die 15-jährige Lisa Gesue die Jury mit ihrer Fragestellung aus dem Bereich Biologie überzeugt und den Sonderpreis Umwelttechnik erhalten: „Kann Säure nicht auch gut sein? Nutzen aus saurem Regen ziehen“. Hannelore Nowacki

 

 

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