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13.20 Uhr | 13. Februar 2020

„Keine Zustimmung zur vorgelegten Variante”

Bergsträßer Position zur Vorzugstrasse der Deutschen Bahn 

KREIS BERGSTRASSE – Ende Januar tagte der Arbeitskreis „Eisenbahntrassenführung auf Bergsträßer Gemarkungen“ im Heppenheim, um sich über die von der Deutschen Bahn im Dezember 2019 vorgestellte Vorzugstrasse für die Bahn-Neubaustrecke im Abschnitt zwischen Lorsch und Mannheim zu beraten. Die von der Bahn in einem Vergleich von insgesamt acht Trassenvarianten präferierte Vorzugstrasse „e3“ oder auch „schnelle Tunneldiagonale“ genannt, erfordert nach einstimmiger Meinung des Arbeitskreises eine weitergehende Auseinandersetzung, wie die Ziele und funktionalen Forderungen des seit Jahren bestehenden Bergsträßer Konsens auch weiterhin eingehalten werden können. Hierzu gehört insbesondere der Schutz des Waldes in den Gemarkungen Lampertheim und Lorsch sowie der an geplanten Trasse lebenden Menschen.

Landrat Christian Engelhardt betont noch einmal die gemeinsame Position der Südhessen: „Wir haben mit der vom Kreistag im Juni 2019 beschlossenen Konsenstrasse Ziele aufgestellt, auf deren Einhaltung wir achten werden. Dazu gehört der Lärmschutz. Wir wollen aber auch keine wertvollen Flächen imAgrar-, Umwelt- und Siedlungsbereich verlieren. Das gilt insbesondere auch für die Waldflächen. Und die Neubautrasse darf nicht zu einer Zerschneidung des Kreises und insbesondere seiner wertvollen Naherholungsgebiete führen.“ Mit Blick auf die im Dezember vorgestellte Trassenvariante hält Engelhardt weitere Verhandlungen für unumgänglich. „Darin finden sich nur wenige Ziele aus der Konsenstrasse umgesetzt. Es müssen aber alle Ziele erreicht werden, die wir mit der Konsenstrasse aufgestellt haben,“ erklärte Engelhardt.

Schwierigkeiten zeigen sich vor allem in der geplanten offenen Tunnelbauweise der Bahn im Lorscher und Lampertheimer Wald. Noch nicht vollständig seien hierbei die langfristigen Auswirkungen für den Wald, vor allem eine Wiederbewaldung nach dem Bau untersucht und sichergestellt. Der Arbeitskreis fordert deshalb einen bergmännischen Tunnel zur Unterfahrung und somit zum Schutz des Waldes. Die zur Erreichung dieser Ziele erforderlichen Mehrkosten kann die Bahn beim Bund beantragen.

Der Arbeitskreis beschloss zudem, die Bahn aufzufordern, das Gebiet beginnend ab der Stadt Lorsch nordwärts in der Untersuchung mit zu betrachten, da die geplanten Maßnahmen hier auch für den weiteren Streckenverlauf nach Mannheim maßgeblich sind. Wert gelegt würde dabei auf eine bergmännische Tunnelbauweise bei der Querung der Siedlungsgebiete.

Mit zum Arbeitskreis gehören neben dem Kreis Bergstraße auch die Städte Bensheim, Bürstadt, Heppenheim, Lampertheim, Lorsch, Viernheim, Zwingenberg, Gemeinden Biblis, Einhausen, Groß-Rohrheim, BUND (Hessen), Bürgerinitiative „Lebensraum vor ICE-Trasse“ (BlLA), Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz, NABU (Hessen, Bergstraße, Lampertheim), Wasserbeschaffungsverband Riedgruppe Ost, Verband Hessischer Fischer e.V., Anerkannte Umweltvereinigung Verein Mensch vor Verkehr e.V. sowie der Verein Hepbrum e.V. zg

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Geschrieben in Aus dem Nibelungenland

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