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10.19 Uhr | 29. Juli 2020

Keine Angst vor Dreck – Bewohner teilen ihr Haus gern mit Mehlschwalben

NABU überreicht Anita Hofmann Urkunde und Plakette für ihr „Schwalbenfreundliches Haus"

Anita Hofmann und Hausmitbewohner Gabriel nehmen die Auszeichnung inklusive Plakette für ihr schwalbenfreundliches Haus vom NABU Bürstadt Vorsitzenden Michael Held entgegen. Foto: Eva Wiegand

BÜRSTADT – Ein Herz für Schwalben haben die Bewohner eines Hauses in der Gustav-Heinemann-Straße. Die dortigen Bewohner ermöglichen den Mehlschwalben das Brüten in einem Nest an ihrer Hauswand. Schon seit vielen Jahren kehren die Schwalben immer wieder dorthin zurück und erfreuen die Hausbewohner mit ihrem Nachwuchs. „Wir haben immer geschaut, ob wir die Jungen sehen und die Alten sind geflogen und geflogen um sie zu versorgen“, berichtete Anita Hofmann, die sich beim NABU gemeldet hat, um über das Nest an ihrem Haus zu informieren. „Ich dachte eigentlich es geht um eine Zählung und war dann sehr überrascht, als wir eine Auszeichung bekommen haben“, berichtete die Dame im Kreise ihrer Hausmitbewohner. Dass die Mehlschwalben dort nisten, ist für alle im Haus gar kein Problem. Auch die damit zwangsläufig einhergehenden Verunreinigen, die allerdings ganz praktisch in Kieselsteinen am Boden landen, stören die Hausbewohner nicht. „Da reche ich einfach hin und wieder mal die Steine durch“, lautet Anita Hofmanns gute Idee – der Dreck verschwindet wie von selbst. Schließlich galten Schwalben früher als Boten des Glücks, die das Haus vor Feuer und Blitz sowie das Vieh im Stall vor Krankheiten bewahrten. Noch heute gilt die Schwalbe bei vielen als Anzeichen dafür, dass die Freibadsaison nicht mehr weit ist und tief fliegende Schwalben warnen angeblich rechtzeitig vor drohendem Regen. Heute finden die Glücksbringer leider immer seltener geeignete Nistmöglichkeiten und auch das Nahrungsangebot wird knapp. Selbstredend freut sich der NABU Bürstadt also über diese Art der Tier- und Naturverbundenheit, die die Bewohner des Hauses an den Tag legen und zeichnete sie mit der Urkunde und Plakette der Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ aus, überreicht durch den NABU Bürstadt-Vorsitzenden Michael Held. „Wir hoffen natürlich, dass sich auch andere Bürstädterinnen und Bürstädter an diesem Vorbild orientieren und Mehlschwalben an ihren Häusern und Rauchschwalben in ihren Ställen dulden“, hofft Held auf viele Nachahmer. Die Vergabe der Auszeichnung werde sehr großzügig gehandhabt. „Es müssen nicht gleich mehrere Nester sein. Es soll eine Ermutigung sein, die Natur zu begrüßen“, erklärte Held. Wer das nun tut, damit einen Beitrag zum Naturschutz leistet und an der Auszeichnung „Schwalbenfreundliches Haus“ interessiert ist, kann sich per Online-Formular melden. Auf der Homepage des NABU Bürstadt unter  „www.nabu-buerstadt.de/projekte/ findet sich ein entsprechender Link zur bundesweiten Aktion des NABU. Eva Wiegand

 

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