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09.12 Uhr | 14. Februar 2020

Information, Beratung und Hilfestellung

Die neue Seniorenberaterin Silvia Rhiem ist Ansprechpartnerin rund um das Thema Älterwerden Die neue Seniorenberaterin Silvia Rhiem ist Ansprechpartnerin rund um das Thema Älterwerden 

Seniorenberaterin Silvia Rhiem hat stets ein offenes Ohr für ältere Menschen und deren Angehörige. Foto: Petra Gahabka

  

LAMPERTHEIM – Vor fast 20 Jahren hat die Caritas in Lampertheim eine Seniorenberatung eingerichtet, die in Fragen des Älterwerdens unterstützt sowie Orientierung und Hilfestellung anbietet. Anfang Januar hat die  Diplom-Sozialpädagogin Silvia Rhiem die Nachfolge von Marianne Lange, die in den Ruhestand gegangen ist, übernommen. „Die Leute sollen wissen, wo und wie sie mich finden“, sagt sie beim Pressegespräch im Büro in der Neuen Schulstraße 16. 

Im Alter können der Verlust von nahestehenden Menschen, Gesundheit, körperlicher Kraft und der Selbständigkeit eine große Belastung darstellen. Hier steht die Beratungsstelle Senioren und ihren Angehörigen in Lampertheim und den Stadtteilen in Sach- und emotionalen Fragen kostenlos und neutral mit Rat und Tat zur Seite. Das Angebot reicht von der Suche nach Pflegehilfe über Patientenverfügung und Vorsorgemaßnahmen bis zur Unterstützung bei sozialrechtlichen oder psychologischen Problemen wie Vereinsamung. Silvia Rhiem sind die Sorgen und Nöte der Menschen nicht nur aus ihrer Zeit als Krankenschwester vertraut. „Ich war 20 Jahre kommunale Gleichstellungsbeauftragte, das Leben im Alter landete oft bei mir auf dem Schreibtisch.“ Neben ihrer Tätigkeit war sie in Heppenheim lange für das Thema demografischer Wandel zuständig, betreute für ein Jahr beim Kreis Bergstraße das Projekt „Sicher nach Hause nach stationärem Aufenthalt bei Verdacht auf Demenz“ und für mehrere Monate „Wandel durch Innovation in der Region“, ein Förderprogamm des hessischen Sozial- und Integrationsministeriums. Und auch in ihrem Freundes- und Familienkreis sind die Themen rund ums Älterwerden immer wieder präsent. „Ich kenne beide Seiten“, lässt die Seniorenberaterin wissen. 

Dass die Stelle von Marianne Lange, die 19 Jahre lang Ansprechpartnerin war, nahtlos besetzt werden konnte, freut auch Dienststellenleiter Martin Fraune. Mit den drei Seniorenberatungen in Heppenheim, Bürstadt und Lampertheim sei man „hier gut abgedeckt“, weiße Flecken gebe es indessen in Lindenfels, Neckarsteinach und Grasellenbach. Das Modell vor Ort sei ein ganz besonderes, denn die Finanzierung übernehme zu je 45 Prozent der Kreis und die Stadt, der Rest der Caritasverband Darmstadt als Träger. „Die Netzwerkarbeit liegt mir am Herzen“, betont Rhiem, so wird sie wie ihre Vorgängerin, mit der sie für Rückfragen in Kontakt steht, eng mit der Seniorenbegegnungsstätte der Stadt Lampertheim, dem Arbeitskreis Demenz, den Kirchengemeinden, dem Seniorenbeirat, der Palliativ- und Hospizinitiative Ried, dem Sozialdienst des Marienkrankenhauses und allen Pflegeeinrichtungen zusammenarbeiten. Hinzu kommen regelmäßige Teambesprechungen mit den Seniorenberaterinnen aus Bürstadt und Heppenheim. 

Die Seniorenberatung Lampertheim ist auch in das Beratungsnetzwerk integriert, das über den Caritas-Betreuungsverein ehrenamtliche Betreuer ausbildet. „Dieses Netzwerk wird oft genutzt“, sagt Martin Fraune.   

Neu hinzugekommen sei ein Pflegestützpunkt in Heppenheim, hier gebe es die Überlegung, einen zweiten Standort aufzubauen. Die Klientenzahl sei in den letzten zehn Jahren aufgrund des demografischen Wandels angestiegen, erzählt der Dienststellenleiter, „doch wir arbeiten immer noch mit 50 Prozent, so wie wir angefangen haben“. Es bestehe ein akuter Mangel an Pflegekräften – im gesamten Kreis. Dass Pflegeambulanzen die haushaltsnahen Dienste wie Einkaufen oder Wäsche waschen nicht bedienen könnten, sei ein großes Dilemma. 

Zu den hiesigen Seniorenwohnheimen hat Silvia Rhiem bereits Kontakt aufgenommen und auch schon den ersten Antrittsbesuch absolviert. Im Büro suchten sie in den vergangenen Wochen ein Dutzend Frauen und acht Männer auf. Die Zahlen vom Vorjahr zeigen, wie groß der Bedarf ist: Von den 1.174 sogenannten Bewegungskontakten waren 795 Telefonate, 134 Hausbesuche und 125 Mal kamen Klienten in die Sprechstunde. Die Anliegen sind vielfältig, oft sind Angehörige mit der Organisation überfordert, wenn nach einem Schlaganfall oder einer Krankheit die Entlassung aus dem Krankenhaus ansteht, erzählt Rhiem. „Mein Herzenswunsch wäre, dass jeder im Alter so leben könnte, wie er es gerne hätte, aber das ist eine Utopie.“ Petra Gahabka

Kontakt

Seniorenberatung Lampertheim, Caritaszentrum, Neue Schulstraße 16, Telefon 06206/9513666, E-Mail s.rhiem@caritas-bergstrasse.de. Das Büro ist montags und donnerstags von 8 bis 16 Uhr geöffnet sowie mittwochs von 8 bis 12 Uhr, außer Silvia Rhiem ist auf Hausbesuch. Es empfiehlt sich, Termine immer telefonisch zu vereinbaren. Das Sekretariat ist montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr sowie montags und mittwochs von 13 bis 16 Uhr besetzt.

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