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„In Gottes Natur berührt“

Beim Feldgottesdienst an der alten Eiche den Lebenskoffer gepackt

Unter dem großen Birkenkreuz spendete Pfarrer Adam Herbert den Segen. Foto: Hannelore Nowacki

 

LAMPERTHEIM – Schön ist es in Lampertheim am Rhein, in den weiten Auen und besonders in der Bonnaue – über der weiten Landschaft mit Wiesen und Bäumen steht der hohe Himmel, der am Sonntagvormittag zum Feldgottesdienst himmelblau leuchtete.

Unter dem Blätterdach der wuchtigen alten Eiche ragte hoch das Kreuz aus hellen jungen Birkenstämmen auf, das Jungbauern gezimmert hatten, die Sonne strahlte durch das Geäst hindurch die Sommerblumen in der Kupfervase an. Pfarrer Adam Herbert von der Lukasgemeinde trat ans Rednerpult und begrüßte die Gemeinde, die in großer Halbrunde um die Eiche Platz genommen hatte. Mitsingen war dank Programmblatt mit Psalm und Liedtexten ganz einfach. Der evangelische Posaunenchor, dirigiert von Elisabeth Matthiesen, spielte zur Einstimmung und begeisterte die Gottesdienstbesucher auch mit seinem andächtigen Nachspiel. Drei Chöre des MGV 1840 unter der Leitung von Elisabeth Seidl erfreuten die Zuhörer mit ihrem Gesang. Vom Gemischten Chor war „Morgenlicht leuchtet“ zu hören, der Männerchor erhob die Stimmen für das „Wohl denen, die da wandeln“. Mit dem Lied des Frauenchors „Lobe den Herren“, den Abkündigungen, dem Segen und dem gemeinsam gesungenen „Nun danket alle Gott“ ging dieser außergewöhnliche Gottesdienst in der Natur zu Ende. Zahlreiche Worte des Dankes für diesen Gottesdienst mit berührender Predigt wurden Pfarrer Herbert anschließend zuteil. Im Gebet und im Fürbittengebet brachte Pfarrer Herbert die Nähe zu Gottes Natur und die Zuwendung zu den Mitmenschen zum Ausdruck: „Wir danken dir, dass wir einen Platz in deiner wunderschönen Welt haben – schenke uns Füße, die uns zu denen tragen, die uns brauchen“. In der Schriftlesung aus dem 6. Kapitel Matthäus sprach Brigitte Volk von den Vögeln unter dem Himmel dem Versprechen, dass selig diejenigen seien, die Gottes Wort hören und bewahren. Sommerferien, Urlaubszeit – das Thema Kofferpacken kann zum Problem werden. Was den „Lebenskoffer“ angeht, den jeder für sich packen kann, hatte Pfarrer Herbert einige Ideen und Überlegungen, die bei den Gottesdienstbesuchern ein offenes Ohr fanden. Am Schluss war der kleine Koffer vor dem Rednerpult mit drei Blättern gefüllt, die so ziemlich alles enthalten, was dem modernen, häufig sehr gestressten Menschen und seinen Mitmenschen hilfreich sein kann. „Ja, es ist wohl leider so. Der Mensch der Moderne lebt hochgradig gereizt, ist in permanenter Anspannung und im gleichen Maße, wie er aggressiv mit seiner Umwelt und mit sich selbst umgeht, in genau dem gleichen Maße entfremdet er sich auch Gott“. Schon beim Autofahren könne der Blutdruck steigen, auch im Urlaub gehe es nicht immer nach Wunsch. Pfarrer Herbert schlägt vor, Gelassenheit in den Lebenskoffer zu packen. Die Bibel meine im Buch des Predigers, Kapitel 10.4b: Gelassenheit wendet großes Unheil ab. Oder mit einem Zitat eines Stockstädter Originals: „Bevor ich mich aufrege, ist mir lieber alles egal“. Erkennen, was wirklich zählt im Leben, darauf komme es an. Die Fähigkeit das Loben zu lernen sollte als zweite wichtige Zugabe in den Lebenskoffer. „Kritisieren ist leicht, deshalb tun es so viele. Mit Verstand und ehrlich loben dagegen, das sei schwer, aber „tut so gut und ist nicht teuer“, meint Pfarrer Herbert. Loben und Leben, danken und loben seien verwandt. Als weitere Beigabe legte Pfarrer Herbert die Stille in den Lebenskoffer, das dritte Schild. Es gehe darum das Schweigen zu lernen und die Stille wieder neu zu entdecken. Für den Urlaub empfiehlt Pfarrer Herbert meditative Wanderungen, da im schweigenden Nachdenken Kraft stecke. Im Urlaub entspannen, das wirkliche Ich bei sich entdecken und ruhiger werden, regt er an, wer zuhause bleibt, könne in unserer wunderschönen Landschaft das Schweigen üben und die Stille hören: „Eine Übung, die die Seele füttert“. Hannelore Nowacki

 

Der Posaunenchor umrahmte den Feldgottesdienst musikalisch. Foto: Hannelore Nowacki

 

 

 

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