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14.16 Uhr | 16. September 2021

In der Kinderkonferenz für die Bienen gestimmt

KITA „ZWERGENWALD”: Sonnengruppe entdeckt die Wunderwelt der Bienen bei Imker Markus Hartnagel

In kleinen Gruppen konnten die Kinder ganz nahe an die Bienen herankommen, ein spannendes Erlebnis für die Kinder der Sonnengruppe. Imker Markus Hartnagel hatte im Frühjahr die Kinder der Waldgruppe zu Besuch. Foto: Hannelore Nowacki

BÜRSTADT – Schon seit einiger Zeit hatten sich die Kinder der Sonnengruppe schon mit Bienen beschäftigt, hatten sich mit ihrem Körperbau und der Lebensweise dieser fleißigen Honigsammlerinnen vertraut gemacht. In einer ihrer wöchentlichen Kinderkonferenzen hatte die Sonnengruppe sich für das Thema Bienen entschieden. Die Begeisterung hielt auch über die Sommerpause hinaus an, sie brachten Wabenkerzen mit und hatten sogar Wespennester gefunden, erzählte Erzieherin Anja Stalyga im Gespräch mit dem TIP. Da ging es gar nicht anders, als mit Imker Markus Hartnagel einen Besuch zu vereinbaren, dessen Bienenvölker nur ein paar Ecken weiter zuhause sind. Nach der schon sehr interessanten Theorie erlebte die Sonnengruppe am Dienstagmorgen sehr zur Freude der Erzieherinnen die Honigbienen praktisch Auge in Auge in ihrer natürlichen Umwelt. Gemeinsam mit ihren Erzieherinnen Anja Stalyga, Isabel Pogrzeba und Selina Wüst passten die Kinder genau auf, was der Imker über seine Arbeit mit den Bienen und über das Leben dieser fleißigen Nektarsammlerinnen  erzählte. Ein spannendes Leben und Wesen haben die Bienen. Im Frühjahr hatte Imker Markus Hartnagel die Waldgruppe zu Besuch. Im Frühjahr tanzen die Bienen, um sich so vor dem Abflug in die Ferne genau einzuprägen, wo sie zuhause sind, erklärte Markus Hartnagel den aufmerksam zuhörenden Besuchern. Die Bienen erinnern sich dann zum Beispiel an einen Kirchturm, Baum und Busch in der Umgebung. Auch im Winter wird ihnen in der Beute nicht kalt, sie machen die Wärme durch Reiben aneinander selbst. Besonders warm liebt es die Königin, sie braucht 34 Grad Celsius. Eine Bienenkönigin bei Imker Hartnagel ist an dem weißen Fleck auf ihrem Rücken erkennbar. Jedes Jahr werden die Königinnen mit einer anderen Farbe markiert. Und tatsächlich, beim genauen Hinsehen, war im Gewusel der Bienen die Königin zu entdecken. Viele Fragen hatte Imker Hartnagel zu beantworten, zum Beispiel, ob die Bienen auf den Waben schlafen. Das tun sie, immer dicht beieinander. Spannende Geschichten, denen die Kinder lauschten. Weil es in dieser Jahreszeit gar keine großen Flächen mit blühenden Blumen und Bäumen mehr gibt, haben sich die Bienen in ihren Beuten, wie ihre Behausungen bei den Imkern heißen, schon auf die Winterruhe eingestellt – sie sammeln keinen Nektar mehr. Damit sie dennoch gut ernährt durch den Winter kommen,  mischt Markus Hartnagel ihnen eine süße Leckerei. Damit sind die Bienen offenbar sehr zufrieden, wie die Kinder dann selbst sehen konnten. Denn als Imker Hartnagel die gerahmten Waben aus den Beuten zog, summten die Bienen dicht gedrängt auf ihrem Platz, nur einige neugierige Bienen wollten sich draußen umschauen. Diese geflügelten Tierchen mit Stachel sind sehr friedlich, deshalb trug Imker Hartnagel auch keinen Schleier, hatte aber den rauchenden Smoker zur Beruhigung aufgestellt. Für die Kinder hatte der Imker Schleier bereit gelegt, schicke weiße Hüte mit einem dünnen Netz, das ganz dicht abschließt, damit sich kein Bienchen darunter verirren kann. Der Honig, den seine Bienenvölker in diesem Frühjahr und Sommer produziert haben, sei schon fast ausverkauft, teilte Markus Hartnagel auf Nachfrage mit.

So ein Imkerschleier sieht gut aus und macht Spaß. Foto: Hannelore Nowacki

Über die Bienen wusste er viel zu erzählen, wie sie sich vom Ei über die Made und Puppe zur Biene entwickeln, wie die Königin, die Arbeitsbienen und die Drohnen für den Fortbestand zusammenarbeiten oder warum sie zur Nektarernte bevorzugt große Flächen mit gleichem Blütenangebot wie Rapsfelder oder Apfelbaumwiesen anfliegen. Nebenbei sorgen sie beim Blütenbesuch für die wichtige Bestäubung. Ganz anders leben die Wildbienen, die besonders vom Bienensterben betroffen sind, betonte Markus Hartnagel. Die Wildbienen, von denen es viele Arten gibt, leben allein und brauchen die Blüten an den Feldrändern und Wegen, von denen es immer weniger gibt. Jeder könne den Wildbienen helfen, findet Markus Hartnagel, deshalb hatte er Tütchen mit Blumensamen dabei. Als kleines süßes Andenken bekam die Sonnengruppe einen Beutel mit Honigbonbons geschenkt und für die Eltern Broschüren vom NABU über bienenfreundliche Gärten. Auf dem Weg zurück zur Kita Zwergenwald dann die Frage: „Hat es euch gefallen?“ Ein fröhliches, lautes Ja der Kinder war die Antwort. Hannelore Nowacki 

 

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