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15.28 Uhr | 16. September 2021

Hospitalisierungsrate und 2G eröffnen mehr Möglichkeiten

NEUE LANDESVERORDNUNG: Landrat Engelhardt sieht nachvollziehbareres Konzept / Schultestungen haben sich bewährt

3G oder 2G – viele Gastronomen und Kultureinrichtungen haben jetzt die Wahl und können dank der Lockerungen speziell im Bereich 2G wieder öffnen. Foto: www.pixabax.com

KREIS BERGSTRASSE – Die Hessische Landesregierung hat am Dienstag die bestehende Coronavirus-Schutzverordnung für vier Wochen verlängert und an die Neuregelungen im Bundesinfektionsschutzgesetz angepasst. Sie ist am Donnerstag in Kraft getreten. Welche Auswirkungen haben die Änderungen der hessischen „Corona-Verordnung“ auf den Kreis? Wie entwickelt sich das Infektionsgeschehen hier? Welche Impfangebote gibt es? Über diese relevanten Fragen rund um die Coronavirus-Pandemie informierten Landrat Christian Engelhardt sowie die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz am Donnerstag im Rahmen einer Videopressekonferenz. 

Wichtiges Änderung: Die Hospitalisierungsinzidenz und die Belegung der Intensivbetten löst die 7-Tage-Inzidenz ab. Bislang war die 7-Tage-Inzidenz das entscheidende Kriterium für die Festlegung von Schutzmaßnahmen. Angesichts des zu verzeichnenden Impffortschritts blickt Hessen nun vor allem auf die Kapazitäten des Gesundheitswesens. In einem zweistufigen Eskalationsstufenkonzept sind nun die Hospitalisierungsrate und die Intensivbettenbelegung Indikatoren für weitreichendere Schutzmaßnahmen. Die Hospitalisierungsinzidenz beschreibt, wie viele Personen je 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen wegen einer Corona-Erkrankung im Krankenhaus landesweit neu aufgenommen wurden. Die Gesamtbettenbelegung und auch die 7-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen werden wie auch die Anzahl der vollständig gegen eine Corona-Erkrankung geimpften Personen als weitere Faktoren weiterhin berücksichtigt und beobachtet. 

Landrat Engelhardt betonte hierzu: „Seit heute gelten neue Regeln der Hessischen Landesverordnung – das bisherige für die Bürger oftmals schwierig nachvollziehbare Konzept ist nun durch ein aus meiner Sicht nachvollziehbares Konzept ersetzt worden. Dieses bringt einige Lockerungen mit sich und die Inzidenz verliert dramatisch an Bedeutung. Das ist auch gut so, wir hatten dies ja auch bereits seit langem gefordert, auch gegenüber der Landes- und Bundesregierung.” Positiv bewertet Landrat Engelhardt, dass es nicht auf die Hospitalisierungsrate im Krankenhaus vor Ort oder in Südhessen ankommt, sondern auf die gesamte Zahl in Hessen. „Die Inzidenzrate war bedingt lokal und regional abgrenzbar. Das Hospitalisieren ist nicht lokal, da Patientenströme gesteuert werden, zum Teil wird hier relativ weit verlegt. Das Land Hessen hat sich daher dazu entschieden, die Landeszahlen in diesem Bereich geltend zu machen. Die Inzidenz im Kreis gibt nur noch Aufschluss über das Infektionsgeschehen, aber hier auch nicht über die schwere der Erkrankungen.” Aufgrund der nunmehr landesweit gültigen Verordnung werden die Verordnungen des Kreis Bergstraße aufgehoben.

Ein wesentlicher Pluspunkt der neuen landesweiten Verordnung ist, dass für den Außenbereich der Gastronomie nicht mehr 3G gilt, sondern nur noch im Innenbereich. Zudem gibt es die Möglichkeit, 2G anzubieten um dann nicht mehr die Abstandsregel einhalten zu müssen. „Dies wird es dem ein oder anderen Gastronom oder der ein oder anderen Kultureinrichtungen, der und die bisher aufgrund der räumlichen Begebenheiten nicht öffnen konnten, nun ermöglich ebenfalls zu öffnen”, so Landrat Engelhardt.

Impfen geht weiter voran

Was weiter geht ist das Impfen: Das Impfzentrum ist noch bis Ende September im Betrieb, hier sind weiterhin Erstimpfungen mit Biotech sowie Impfungen mit Jonson und Jonson möglich – ebenso wie Zweitimpfungen mit den anderen Impfstoffen. Die Anzahl der Erstimpfungen ist dabei glücklicherweise wieder gestiegen, in den letzten Tagen waren es jeweils mehr als 100 Erstimpfungen. Die mobilen Impfteams führen parallel dazu derzeit Drittimpfungen in Pflegeeinrichtungen durch. 

Schultestungen haben sich bewährt

Die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz erläuterte, dass „die Inzidenz ein wichtiger Parameter gewesen ist. Jetzt ist sie einer unter vielen, aber sie gibt  nach wie vor Auskunft über das Infektionsgeschehen.” So lag die Inzidenz im Kreis am Donnerstag bei 88,9 und ist im Vergleich zu den letzten Tagen gesunken. „Infektionen gibt es derzeit hauptsächlich bei jüngeren Menschen, das Durchschnittsalter liegt 31 Jahren”, so die Gesundheitsdezernentin. Bei den Altersgruppen sei interessant, dass die Gruppe mit der höchsten Inzidenz trotz Schultestungen die Altersgruppe der 16- bis 25-Jährigen sei, hier liegt der Wert über 200. Bei den Über-40-Jährigen liegt die Inzidenz je nach Altesgruppe mindestens unter 50, teilweise sogar bis zu 0.

Die intensiveren Schultestungen in den erst zwei Wochen nach den Ferien hätten sich bewährt: „In der ersten Woche gab es 50 und in der zweiten Woche 75 positive Schnelltests in den Schulen, in der zweiten Woche vor allem zu Beginn der Woche. In der dritten Woche sind die Zahlen bislang deutlich niedriger”, erläuterte Diana Stolz. „Dies zeigt, dass sich das Konzept des Landes, Infektionsfälle schnellstmöglich zu erkennen, bewährt hat.”

Im Bereich der stationären Fälle gab es mit Stand von Donnerstag eine Person in intensivmedizinischer Behandlung, das Durchschnittsalter aller stationären Fälle im Kreis lag bei 58 Jahren. Benjamin Kloos

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