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09.06 Uhr | 10. September 2020
Einweihung der Geopunkt-Tafel „Frohndhof“ / Neunte Station für Hofheimer Rundwanderweg 

Hofheim steht auf geschichtsträchtigem Boden

Ortsvorsteher Alexander Scholl, Bürgermeister Gottfried Störmer, Landrat Christian Engelhardt und Dr. Jutta Weber, Geschäftsführerin Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald, weihten am Dienstag gemeinsam den Geopunkt „Frohndhof“ an der Lindenstraße Ecke Frohndhofstraße ein. Foto: Petra Gahabka

HOFHEIM – Der im Mai letzten Jahres eröffnete 7,5 Kilometer lange Hofheimer Rundwanderweg ist um eine Station reicher. Am Dienstag hatten der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald und die Stadt Lampertheim zur Einweihung der Geopunkt-Tafel „Frohndhof“ eingeladen, die interessante Einblicke in die Entstehung Hofheims gibt. 

„Hofheim ist schon alt, arg alt, aber trotzdem: Es war damals schon wichtig, es ist heute noch wichtig“, eröffnete Bürgermeister Gottfried Störmer den Reigen der Redner. In Bezug auf die Zusammenarbeit mit Lampertheim sei es nicht nur der größte Stadtteil, sondern nehme auch einen sehr großen Einfluss auf die Spargelstadt. Der Rathauschef freute sich, den Geopunkt an der Lindenstraße Ecke Frohndhofstraße „mit Leben zu füllen und den Menschen zu zeigen, was es in Hofheim für tolle Sachen früher schon gab und heute gibt“. Im Ort sind neben Fundsachen aus früheren Epochen auch Bodenfunde aus dem Zeitraum des fränkischen Siedlungsbeginns sehr umfangreich vertreten. Diese lassen den Schluss zu, dass Hofheim auf eine fränkische Gründung zurückgeht, die in der Zeit zwischen dem 5. und 6. Jahrhundert entstand. 

Bedeutsame Stellen erkenne man oft erst durch Hinweisschilder, das sei hier genauso, merkte Christian Engelhardt, Landrat und Vorsitzender des Geo-Naturparks, an. „Mit diesem Punkt schaffen wir echte Leuchttürme, machen aufmerksam“, darüber hinaus entstehe ein großes Netzwerk zwischen Ried, Bergstraße, und Odenwald, das den Kommunen ermögliche, Wissenswertes zu präsentieren. Im Gebiet des Geo-Naturparks gebe es mehr als 450 solcher Tafeln, die Informationen zu Natur, Landschaft und Geschichte der Region geben. „Wir haben hier den Punkt, an dem Hofheim seinen Ursprung hat“, verwies Engelhardt auf den geschichtsträchtigen Bereich rund um die Frohndhofstraße. Die noch heute gebräuchliche Bezeichnung Frohndhof deute an dieser Stelle auf einen herrschaftlichen Hof hin, hier seien die Abgaben des Frondienstes abgeliefert worden. Geopunkte schafften es, zu interessieren und dienten auch der Identifikation mit der Heimat.   

Der Geo-Naturpark ist geprägt von mehr als 500 Millionen Jahren bewegter Erdgeschichte, einem facettenreihen Naturraum und Jahrtausende alter Kultur, merkte dessen Geschäftsführerin Dr. Jutta Weber an. Die landschaftlichen, erdgeschichtlichen und kulturhistorischen Besonderheiten, „das ist der Schatz, den wir gemeinsam mit den Kommunen heben in Form der Geopunkte“, so die Geologin. Bevor die neue Tafel enthüllt wurde, dankte Ortsvorsteher Alexander Scholl dem Geo-Naturpark und der Stadt Lampertheim. Es gebe in Hofheim Orte, die optisch mehr hergeben würden, doch geschichtlich gesehen befände sich hier der interessanteste, das mache das Schild deutlich. Der Frohndhof habe bis 991 dem Kloster Weißenburg gehört, in der Ersterwähnung aus diesem Jahr sei im Codex des Klosters bereits die Rede von einem „stattlichen Gut“ in „Hovenheim“ gewesen, mit dem wiederum 24 Hufe (Grundbesitz unfreier Bauern) verbunden waren. 

„Wenn man von Besiedlungsphasen der Vorgeschichte absieht, ist mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass der Bereich rund um die heutige Frohndhofstraße den Ausgangspunkt der Besiedlung in der Gemarkung Hofheim darstellt. Möglicherweise handelt es sich bei dem für Hofheim namensgebenden Hof sogar um ein römisches Gut, eine sogenannte villa rustica“. Neben Informationen wie diesen sind auf der Tafel auch Modelle des Frohndhofs abgebildet. Scholl bezeichnete die Station, an der auch eine Bank zum Verweilen einlädt, als eine Attraktivitätssteigerung für den Ort, hier werde Geschichte für alle zugänglich gemacht. „Ich hoffe, dass sich viele diesen Geopunkt anschauen.“ Petra Gahabka

 

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