Sie sind hier: Home » Lampertheim und Stadtteile » Heimatmuseum feiert Kerwe – Sanierungsstau durch Handwerkermangel
10.14 Uhr | 9. August 2022
CDU-SOMMERTOUR: „Historisches Lampertheim“ – Führung mit Stadtarchivar Simon durch die Römerstraße vom Europaplatz zum Heimatmuseum

Heimatmuseum feiert Kerwe – Sanierungsstau durch Handwerkermangel

Die CDU-Sommertour hatte das „Historische Lampertheim“ zum Thema, fachkundig kommentiert von Stadtarchivar Hubert Simon, beginnend auf dem Europaplatz mit Besuch bei Margit Karb im Heimatmuseum, bei dem Sanierungsarbeiten an der Fassade und in der Tabakscheune anstehen. Foto: Hannelore Nowacki

LAMPERTHEIM – Jeder Schritt in der Römerstraße berührt historischen Boden und ein Blick auf die Häuser zu beiden Seiten zeigt erhaltene und erneuerte Schönheit, aber auch bedauerlichen Verfall. Und beim Rundblick auf dem Europaplatz stehend wird deutlich, hier war und ist das Zentrum mit altem Rathaus, St.-Andreas-Kirche, Alter Apotheke (heute Wohnhaus), das ehemalige Gasthaus Schwanen (früher Gemeindeschmiede), Domkirche und ehemaligem kurfürstlichem Jagd- und Residenzschloss, das später zum Rentamt wurde und in neuerer Zeit zu Wohnzwecken in Privatbesitz gelangte, mit deutlichen Zeichen des Verfalls, daneben die Zehntscheune. Im weiteren Verlauf der Römerstraße kamen die beiden früheren konfessionellen Schulen in den Blick. Für ihre Sommertour hatte die Lampertheimer CDU mit dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Alexander Scholl und Stadtverordnetenvorsteher Franz Korb an der Spitze den Europaplatz als Treffpunkt ausgewählt, hier stellte Scholl den Verlauf dieser dritten Etappe der diesjährigen Sommertour vor, zu der auch der Koalitionspartner, Bündnis 90/Die Grünen, eingeladen war. Grünen-Fraktionsvorsitzender Stefan Nickel und weitere Mandatsträger nahmen teil. Insgesamt schlossen sich rund zwanzig CDU- und Grünenmitglieder der Sommertour an, die Stadtarchivar Hubert Simon mit fachkundigen Ausführungen bis zum Heimatmuseum begleitete. Dort informierte Margit Karb, die Vorsitzende des Heimat-, Kultur- und Museumsvereins, die Gäste über die anstehenden Sanierungsarbeiten an der bröckelnden Fassade und in der Tabakscheune. Die Inneneinrichtung, Wandverkleidungen, Möbel und Ausstellungsstücke müssen zur Sanierung weichen. Der Zeitpunkt stehe noch nicht fest, teilte sie den Gästen aus der Lokalpolitik mit, es liege an der Verfügbarkeit von Handwerkern und Fachfirmen. Denn das zweite Gutachten liege der Stadtverwaltung vor, die Ausschreibungen seien gelaufen, jetzt warte man auf Angebote. Das Budget für die Sanierungen sei im Haushaltsansatz enthalten, erklärte Scholl, ob die Gelder ausreichen, werde man sehen. Die Sanierung des Heimatmuseums als wichtiges Anliegen sei auch im Koalitionsvertrag mit den Grünen enthalten.

Einen gepflegten Eindruck macht die Fassade des Heimatmuseums, doch sie muss wegen loser Gefache erneuert werden. Foto: Hannelore Nowacki

Bauliche Fehler bei der Fassadensanierung 1995 durch die Verwendung zu frischen Holzes haben dazu geführt, dass sich die Gefache lösen, Schutzmaßnahmen verhindern dies, Probebohrungen in der Fassade wurden provisorisch verschlossen. An alten Holzbalken in der Tabakscheune hatten Insekten Geschmack gefunden, die Stabilität wurde mit Holzvorrichtungen bis zur Sanierung gesichert. Scholl, der auch Hofheimer Ortsvorsteher ist, nahm die historische Hofheimer Feuerwehrspritze in Augenschein, die seit vielen Jahren im Heimatmuseum Asyl gefunden hat. Sie soll auf Wunsch der Hofheimer Feuerwehr zurückkehren. Dagegen hat Margit Karb keine Einwände, denn das Heimatmuseum gewinnt dann mehr Platz. Die Kerwe am zweiten September-Wochenende im romantischen Innenhof des Heimatmuseums wird gefeiert, darauf wies die Vereinsvorsitzende ausdrücklich hin, schön wäre noch, wenn sich weitere Helfer zur Unterstützung bei der Bewirtung melden würden, dieses Anliegen gab Karb der Presse mit auf den Weg. Stadtarchivar Hubert Simon erhielt für seine informative Führung dankbaren Applaus. Zum geselligen Abschluss der Sommertour kehrten die Teilnehmer bei der Linde ein. Das alte Lampertheim war einst eine Fachwerkstadt, worauf heute noch das Heimatmuseum und weitere schöne Fachwerkhäuser in seiner der Umgebung hinweisen. Hier will der CDU-Stadtverordnete Dr. Stefan Griesheimer mit seinem Vorschlag anknüpfen, jedes Jahr Finanzmittel aus dem Haushalt für die Rückverwandlung von verputzten Fachwerkhäusern in Privatbesitz zur Verfügung zu stellen. Sein Blick auf die Fassaden und Dachübergänge verrät ihm, dass wahrscheinlich bis zu 70 Gebäude dafür in Frage kommen. Im Stadtentwicklungs- und Bauausschuss will das ansprechen. Hannelore Nowacki

Bildergalerie

Beitrag teilen Facebook Twitter

Kommentare sind geschlossen