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„Hätten Vorfall der Silvesternacht öffentlich machen müssen”

Polizei weist Vorwurf der Verschleierung bei Messerangriff in Bürstadt zurück und stellt sich Kritik

Schlägereien unter Jugendlichen gibt es bedauerlicherweise immer wieder – in der Silvesternacht ist eine mit schwerwiegenden Folgen ausgeartet. Foto: Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes

BÜRSTADT – In der Silvesternacht kam es im Bereich des Bürstädter Bahnhofes zu einer Messerattacke. Die AfD Bürstadt hat diese über ihre Facebookseite publik gemacht, nachdem von der Polizei diesbezüglich zunächst keine Meldung vorlag und vorliegt. Gleichzeitig kritisiert die AfD in einer Pressemitteilung das Verhalten der Polizei und wirft ihr vor, den Vorfall herunterzuspielen und bewusst zu verschleiern.

Im Nachgang zu dieser Pressemitteilung der AfD sprach der TIP mit dem Polizeipräsidium Südhessen, um mehr über diesen Vorfall zu erfahren. Demnach kam es in der Silvesternacht nach aktuellem Ermittlungsstand zu folgendem Vorfall: Zwei jugendliche Gruppen haben sich nach ersten Erkenntnissen mit Blicken und Gesten provoziert, bevor es zu einer tätlichen Auseinandersetzung kam. In deren Rahmen wurde ein 17-jähriger Deutsch-Türke durch einen 16-jährigen Flüchtling aus Afghanistan geschlagen. Nachdem sich die beiden Gruppen getrennt hatten, wollte der Deutsch-Türke die Angelegenheit nicht auf sich beruhen lassen und kehrte gemeinsam mit seinem Vater und bewaffnet mit einem Telekopschläger zum Tatort zurück. Es folgte eine weitere tätliche Auseinandersetzung, hierbei wurde der 16-jährige afghanische Flüchtling angegriffen und diesem eine Platzwunde zugefügt. Daraufhin zog der jugendliche Flüchtling ein Messer und stach auf den Deutsch-Türken ein, der hierbei Stichwunden erlitt und in einem Krankenhaus behandelt werden musste. Der jugendliche Afghane sitzt laut Polizeiangaben seit dem 8. Februar in Untersuchungshaft, die Ermittlungen dauern an.

Als „nicht nachvollziehbar” bezeichnet die AfD den „Versuch der Polizei, das Vorkommnis als Rangelei rivalisierender Jugendgruppen darzustellen. Die eine sogenannte Gruppe bestand aus zwei siebzehnjährigen Jungen aus Bürstadt. Auf der anderen Seite handelte es sich um eine größere Zahl von Asylbewerbern” heißt es in der entsprechenden Pressemitteilung.

Dass die Polizei nach diesem Vorfall keine Pressemeldung veröffentlicht hat, erklärte Bernd Hochstädter von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Südhessen auf Nachfrage des TIP mit einer zunächst fehlerhaften Einschätzung der Situation. „Wir wollten nichts zurückhalten oder unter den Tisch fallen lassen und es steckt weder eine böse Absicht noch Taktik dahinter, dass wir diesen Vorfall zunächst nicht öffentlich gemacht haben. Vielmehr ist es unglücklich gelaufen. Wir haben die Zusammenhänge zunächst nicht als so bedeutend eingeschätzt, wie sie sich im Nachhinein herausgestellt haben. Dies hat sich erst im Kauf der Ermittlungen entwickelt. Nach jetzigem Erkenntnisstand hätten wir darüber berichten müssen, dies ist ein Versäumnis unsererseits. Es ging aber zu keinem Zeitpunkt um eine mögliche Verschleierung”, weist Bernd Hochstätte die Vorwürfe der AfD zurück. Benjamin Kloos

 

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