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Großübung im Industriegebiet Nord gut gelaufen

Freiwillige Feuerwehren und Rettungskräfte aus der Umgebung mit rund 170 Einsatzkräften beteiligt

Über hunderte von Metern wurden bei der Großübung die Schläuche verlegt. Foto: Hannelore Nowacki


GROSS-ROHRHEIM – Ruhig war es am frühen Samstagmorgen im Industriegebiet Nord, ein schöner, sonniger Morgen mit wenig Verkehr. Doch kurz vor neun Uhr änderte sich die Lage. Eine Großübung mit insgesamt 170 Einsatzkräften, 31 Feuerwehrfahrzeugen aus Groß-Rohrheim, Biblis, Bürstadt, Lampertheim, Bensheim und Lorsch sowie sieben Rettungswagen vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) aus Biblis, Zwingenberg und vom DRK-Katastrophenschutz des Landes Hessen war geplant. Der zweite Einsatzleitwagen „ELW 2“ gehörte zum Kreis Bergstraße. Der Einsatzleitwagen 1 der Feuerwehr fuhr durch die Werner-von Siemens-Straße und parkte noch in Sichtweite der Firma OQEMA Process, nach und nach rollten Löschfahrzeuge und Spezialfahrzeuge der Feuerwehren heran, ganz leise nur mit Blaulicht und verteilten sich rings um das Unternehmen, das bis Anfang des Jahres unter dem Namen Dest firmierte. Die beiden Teleskopgelenkmasten aus Bürstadt und Lorsch ragten bald hoch in den blauen Himmel, mit Blick auf das Firmengelände von zwei Seiten. Für die „realistische Unfalldarstellung“ (RUD) waren die Johanniter Bergstraße-Pfalz unter der Leitung von Brunhilde Grosch mit insgesamt sieben Personen zuständig. Die Mitwirkenden waren auf ihre Rolle gut vorbereitet und wurden sogleich auf dem Firmengelände verteilt. Da es bei jedem Einsatz zuerst auf die Menschenrettung ankommt, wie der Einsatzleiter und Groß-Rohrheimer Gemeindebrandinspektor Rainer Donnerstag betonte, schickte der Abschnittsleiter 1 zunächst einen Trupp zur Menschenrettung auf das Firmengelände. Bald waren die „Verletzten“ gefunden und versorgt, bei denen die Rettungskräfte ein erfundenes Knalltrauma und einige Verletzungen feststellten. Die ausgelegten Schläuche lagen zunächst flach am Boden, bis rasant das Wasser einfloss und sie sich rundeten. Aus zwei Spritzen schoss dann das Wasser in hohem Bogen zielgerichtet auf den imaginären Brandherd. Wie sich herausstellte, musste Löschwasser aus vielen Saugbrunnen der Nachbarfirmen angezapft werden, auch aus dem Löschteich der Firma Schüco wurde Wasser entnommen. Hydranten lieferten Wasser aus dem Leitungsnetz. In der Nachbesprechung im Feuerwehrgerätehaus mit allen Beteiligten wurde ein Verbesserungsbedarf in der Wasserversorgung gesehen. Auch eine Verbesserung in der Nutzung der Frequenzen beim digitalen Funkverkehr, der in die vier Bereiche Nord-Süd-West-Ost eingeteilt war, wurde besprochen. Ein gemeinsamer Imbiss schloss sich an. Wie Bürgermeister Rainer Bersch mitteilte, der für die Großübung die Aufgabe des Pressesprechers übernommen hatte, war die Einsatzleitung insgesamt sehr zufrieden mit dem Ablauf der Übung. Zuständig für die Gesamtleitung waren Kreisbrandinspektor (KBI) Wolfgang Müller und Heribert Koob, der beim Kreis Bergstraße in der Sachgebietsleitung Katastrophenschutz zuständig ist.

Sieben Verletzten waren zu finden und zu versorgen, die im Übungsplan vorgesehen waren. Foto: Hannelore Nowacki


Beide Experten hatten die Übung geplant. In ihrem Szenario gingen sie von einem Schadensfall mit Feuer bei einem Tank aus, sieben Verletzte werden laut Plan auf dem Firmengelände vermisst. Das Wasser war auch für Kühlungszwecke einer gefährdeten Tankanlage zu nutzen. Bei der Erkundung zu Beginn des Einsatzes würden die Ex-Zone definiert und je nach Lage die GAMS-Regeln angewendet. KBI Müller erläuterte im Pressegespräch, dass weitere Kräfte nach Bedarf alarmiert würden, was hier aber nicht nötig sei. An der mehrstündigen Großübung im Rahmen des Katastrophenschutzes seien die Katastrophenzüge der Feuerwehren beteiligt, weshalb das Land Hessen für die Übung einen Zuschuss leiste. Regelmäßig fänden bei den Firmen Begehungen mit der Feuerwehr statt. Auch OQEMA-Geschäftsführer Tommy Reinbold und der Technische Leiter Alexander Müller waren Bersch zufolge mit dem Ablauf der Großübung zufrieden. Beide waren seit dem Morgen als Ansprechpartner für die Einsatzleitung und Presse vor Ort. Das Unternehmen beschäftige in Europa 960 Mitarbeiter, in Groß-Rohrheim seien zwölf Mitarbeiter tätig, teilte Reinbold mit. Stoffströme aus der Industrie, unter anderem aus der Pharma-Industrie, kommen zur Aufbereitung, die in einem geschlossenen System stattfinde. Die Produkte wie hochreines Aceton und Verdünner für Farbe und Lacke werden vermarktet. Ein Rest, der nicht für hochwertige Produkte verwendet werden könne, werde als Brennstoff an Zementwerke verkauft – eine 100-prozentige Verwertung, die Reinbold als zukunftsorientiert bezeichnete. Nach seinen Angaben werden 15.000 Tonnen jährlich durchgeschleust, behördlich genehmigt seien sogar 18.000 Tonnen. Als Beobachter war der Bibliser Bürgermeister Felix Kusicka vor Ort. Hannelore Nowacki

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