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Gereimte Botschaften und bewegende Fürbitten 

Fastnachtsgottesdienst in St. Michael mit nachdenklicher Note

Der festlich gestaltete Fastnachtsgottesdienst mit Pfarrer Peter Kern und seinem evangelischen Amtsbruder Pfarrer Rainer Heymach vereinte heitere und nachdenkliche Momente. Foto: Hannelore Nowacki

BÜRSTADT – Der Sonntag gehörte in Bürstadt der Fastnacht  – mit dem fröhlichen Treiben beim Umzug am Nachmittag, der großen Party auf dem Fastnachtsmarkt und dem Fastnachtsgottesdienst. Schon am Vormittag waren die Fastnachtsvereine mit ihren Garden und zahlreiche Bürstädter mit und ohne karnevalistische Attribute auf den Beinen, um am feierlichen Fastnachtsgottesdienst mit der traditionell nachdenklichen und heiteren Note in der katholischen Pfarrkirche St. Michael teilzunehmen. So voll ist die große Kirche immer, wenn Pfarrer Peter Kern zum Fastnachtsgottesdienst einlädt, das ist keine Überraschung, auch die evangelischen Christen feierten wie immer gerne mit. Das fröhlich bunt gekleidete Orchester der Katholischen Kirchenmusik unter der Leitung von Wolfang Rothenheber spielte zum Einzug und das Schlusslied, während des Gottesdienstes begleiteten die Musiker das gemeinsame Singen und die Kommunion. HCV-Sänger Paul Fuchs, begleitet von Heinz Kilian am Keyboard, ließ zu Beginn das „Halleluja“ feierlich einschweben, nach der Eucharistiefeier bot Fuchs den Gottesdienstbesuchern mehrere schwungvolle Gospelsongs, die zum Mitklatschen einluden und ihm stürmischen Applaus einbrachten. Das Singen als dreistimmiger Kanon unter der Regie von Pfarrer Kern bewältigten die Kirchenbesucher mit Bravour, fast so, wie es sich der Pfarrer gewünscht hatte. Während Pfarrer Kern seine geistliche Botschaft zur Fastnacht bekanntermaßen stets in mundartliche Reimen verpackt, die er hier und da witzig pointiert, überraschte sein evangelischer Amtsbruder Pfarrer Rainer Heymach mit seiner kunstvoll gereimten Predigt, seine Premiere im katholischen Gotteshaus. Zu Beginn noch mit der glänzenden Narrenkappe auf dem Kopf, tauschte er sie schließlich gegen den Till-Narrenhut mit Glöckchen an den Zipfeln aus – nicht ohne Grund, denn als Narr könne man ganz einfach die Wahrheit sagen, meinte er verschmitzt. Die Scheinheiligkeit nahm er aufs Korn, die Anwesenden natürlich ausdrücklich ausgenommen, doch Gott, der Himmel und Erde lenke, lasse sich nicht bestechen, gab Heymach zu bedenken. „Unsere Herzen, unseren Sinn, richten wir auf Christus hin“, gab er den Zuhörern als Empfehlung mit auf den Weg. Pfarrer Kern las aus dem Evangelium nach Markus, in dem Jesus mit Petrus hart ins Gericht ging, um den Jüngern am Schluss die Frage zu stellen, welchen Preis ein Mensch zahlen könne, um sein Leben zurückzukaufen. Zum Vaterunser bat Pfarrer Kern alle zur Mitte hin zusammenzurücken, die beiden Pfarrer mitten in der ersten Reihe. „Lasst uns für den Frieden beten, lasst uns den Frieden im kleinen Bürstadt leben“, rief Pfarrer Kern die Anwesenden auf. In den bewegenden Fürbitten, die Vertreter der Fastnachtsvereine und Vereins-AG und Stadtprinzessin Alexandra I. vortrugen, ging es um den Tod, der zwar zum Leben gehört, aber doch manchmal viel zu früh komme. Daran anknüpfend erklärte Pfarrer Kern, dass die Kollekte dieses Sonntags an die Hospiz-Initiative im Ried gehe, die gerade ihr zwanzigjähriges Jubiläum gefeiert habe. Die Mitwirkenden, die zum Gelingen des Gottesdienstes beitragen hatten, bedachte Pfarrer Kern mit großem Dank, die Kirchenmusik, Michael Morweiser, der die Fürbitten verfasst hatte, die Ministranten, die auch als Gardemädchen und Gardejunge aktiv sind, seinen „lieben Amtsbruder“ für die Fastnachtpredigt, Paul Fuchs, Heinz Kilian und allen anderen. Den stürmischen Applaus zwischendurch zu bändigen und auf später zu verschieben, war gar nicht so einfach und brachte Pfarrer Kern dazu zu fragen: „Rede ich denn chinesisch?“ Nach einem dreifach donnernden Helau und dem Segen, dem wiederum begeisterter Applaus folgte, öffneten sich die Türen zum Auszug. Hannelore Nowacki

 

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Geschrieben in Bürstadt und Stadtteile, Lokal am 13. Februar 2018

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