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13.06 Uhr | 29. September 2022
TAG DER NACHHALTIGKEIT: Litauisches Gymnasium beteiligte sich mit vielfältigen Aktionen / Auch Feinstaub, regenerative Energien und Schulgarten im Blickpunkt

Gefahren durch Plastik in Flüssen und Meeren anschaulich verdeutlicht

Auf die Gefahren von Müll und besonders von Plastik für unsere Flüsse und Meere machten Schülerinnen und Schülers des Litauischen Gymnasiums mit ihrem Projekt „Plastikpiraten” im Rahmen des „Tag der Nachhaltigkeit” aufmerksam.  Foto: Benjamin Kloos

HÜTTENFELD – Der 7. Hessische Tag der Nachhaltigkeit am 29. September machte mit der Rekordzahl von über 1.000 Aktionen auch dieses Jahr Nachhaltigkeit vor Ort erlebbar – so auch im Litauischen Gymnasium in Hüttenfeld. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich dabei an diesem besonderen Tag mit gleich mehreren Projekten. 

Ein Hauptaugenmerk richtete sich auf das Projekt „Plastikpiraten“, dessen Ergebnisse anschaulich im Foyer präsentiert wurden. Im Gespräch mit dem TIP erläuterten die engagierten Jugendlichen die Hintergründe und richteten eine klare Botschaft an alle: Den Müll, gerade auch aus Plastik, richtig entsorgen und nicht einfach in der Natur liegen lassen. Denn alles, was in Bächen und Flüssen landet, kann mit dem Wasser in die Meere geschwemmt werden – mit gravierenden Auswirkungen für Mensch und Tier. 

Die nahe Weschnitz war dabei das Ziel des Projektes gewesen, sowohl im, am und auf dem Wasser und in fünf Gruppen aufgeteilt wurde erschreckend viel Müll gefunden – auch auf dem Boden der Weschnitz und auf dem Wasser treibend. Flaschen, Plastiktüten, Kleidung und sogar Schuhe wurden entdeckt, und dies  nahe am Naturschutzgebiet. Doch der Müll verbleibt wenn er nicht rechtzeitig entsorgt wird nicht am Ufer oder im Wasser, sondern macht sich in kleinen wie auch in größeren Teilen auf den Weg in die Ozeane. Anhand von Schautafeln verdeutlichten die Schülerinnen und Schüler, wie leicht das Plastik über das Wasser den Weg von der Weschnitz über den Rhein bis ins Meer findet – dabei waren sie selbst überrascht, in welch kurzer Zeit dies passiert. Denn im Rahmen der „Plastikpiraten“-Aktion wurde auch die Geschwindigkeit des Flusses selbst berechnet. „Es dauert nicht so lange, bis Plastikteile aus einem kleinen Fluss ins große Meer gelangen, es war sehr interessant zu sehen, wie schnell das geht”, so die Projektgruppe.

Das Problem dabei: Gerade die kleinen Mikroplastikteile stellen nicht nur für Tiere, sondern auch für uns Menschen eine Gefahr dar: „Alles, was wir Menschen in die Flüsse werfen, kommt wieder bei uns an, da die Fische das Mikroplastik fressen, bevor sie auf unseren Tellern landen”, so die mahnenden Worte der Projektgruppe. „Wir schaden uns damit allen!”, lautet die Warnung, verbunden mit einem Appell an die Vernunft jedes Einzelnen.

Aber auch das sogenannte Makroplastik – etwa Feuerzeuge, Teile von Fischernetzen oder auch Flipflops –ist für die Natur und besonders die Tierwelt gefährlich. Denn viele Fische halten die im Wasser treibenden Plastikteile für Nahrung und verschlucken diese – da das Plastik jedoch nicht verdaut werden kann, müssen die Tiere daran sterben. Oder aber sie verheddern und letzten sich in herumtreibenden alten Netzen, die schnell auch zur tödlichen Falle werden können.

Dass der Müll zudem eine starke Geruchsbelästigung darstellt, hatten die Schüler des Litauischen Gymnasiums bereits in den vergangenen Tagen festgestellt – doch während dieser Geruch durch entsprechende Lagerung und vor allem die fachgerechte Entsorgung schnell behoben werden kann, bleibt er in der Umwelt bei unbedacht weggeworfenen Plastik erhalten. Und lockt so wiederum an Land lebende Tiere an, für die er ebenfalls eine Gefahr birgt, entweder ebenfalls weil das Plastik irrtümlich für Nahrung gehalten wird, oder aber weil Tiere sind darin verfangen und sich nicht mehr befreien können und so einen schlimmen Tod erleiden müssen.

Feinstaub im Fokus

Mit einem besonderen Projekt beschäftigten sich auch Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse: In Kleingruppen bauten diese aus einzelnen Sensoren ein Feinstaubmessgerät. Dabei sollten sie selbst entdecken, wie ein solches Messgerät gebaut wird und dieses auch zusammensetzen und programmieren – und um herauszufinden, wie gut die Luft rund um das Litauische Gymnasium ist. Unterstützung erhielten sie nicht nur durch ihre Lehrerin Dr. Angela Maximini, sondern auch durch Arvid, Schüler der 9. Klasse. Dieser hatte im vergangenen Jahr gemeinsam mit weiteren Schülern des Litauischen Gymnasiums an einem besonderen Workshop teilgenommen: Mehrere MINT-Zentren im Kreis Bergstraße,, darunter auch die Erich-Kästner-Schule in Bürstadt, hatten sich in Zusammenarbeit mit dem „digi_space, der Makerspace“ in Heppenheim zum Pilotprojekt zur südhessenweiten Messkampagne von Luftqualität und Feinstaub zusammengeschlossen, um an mehreren Orten die Luft zu messen und die Werte in eine weltweite Karte einzutragen. Auch im kommenden Schuljahr soll der Workshop pünktlich zur Pollenzeit wieder starten und mit der jetzigen Aktion Interesse bei den Schülerinnen und Schülern dafür geweckt werden. Zudem ist seitens des Litauische Gymnasiums als begabtenfördernde Schule gemeinsam mit einer Schule im Bayrischen Nürnberg und im sächsischen Auerbach eine Schülerakademie in Planung.

Darüber hinaus befassten sich am Tag der Nachhaltigkeit Schülerinnen und Schüler der Klasse 12 mit regenerativen Energien wie Brennstoffzellen und Solarautos. Und eine 5. Klasse war mit Lehrerin Dr. Anka Weber im Schulgarten aktiv, wo sie in das „Schulgarten-Tagebuch“ eingeführt wurde. Benjamin Kloos

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