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12.09 Uhr | 24. November 2021

Geburtshilfe pflanzt Rose als Symbol ihres Einsatzes für eine gerechte Geburtshilfe 

KREISKRANKENHAUS: Weltweite Kampagne „Roses Revolution Day” macht sich für eine gewaltfreie Geburtserfahrung stark 

Kreißsaal-Leitung und Hebamme Sabine Stefanov (links) pflanzt gemeinsam mit der Chefärztin der Frauenklinik, Dr. Cordula Müller (rechts), eine Rose am Kreiskrankenhaus Bergstraße zum Zeichen für eine gerechte Geburtshilfe. Foto: oh

KREIS BERGSTRASSE – Die Geburt des eigenen Kindes soll für Eltern eines der schönsten Erlebnisse ihres Lebens sein. Doch viele Schwangere haben Angst, dass die Geburt anders verlaufen könnte als sie es sich wünschen. Dr. Cordula Müller und ihr Team der Geburtshilfe unter-stützen die Frauen am Kreiskrankenhaus darin, Ängste abzubauen und ihr Kind selbstbestimmt auf die Welt zu bringen. „Die Gebärende sollen zu keinem Zeitpunkt das Gefühl haben, nicht selbst entscheiden zu können“, so die Gynäkologin. „Die Kommunikation steht im Fokus. Wir versuchen eine möglichst gewaltfreie Form der Kommunikation anzuwenden, was wir auch regelmäßig reflektieren und trainieren.“ Hebammen und Ärzte sind im beständigen Dialog miteinander und setzen neue wissenschaftliche Erkenntnisse um, um Interventionen möglichst zu vermeiden. So hat die Gynäkologie beispielweise in den vergangenen Jahren das Vorgehen angepasst, dass eine Frau unter der Geburt kein Dauer-CTG mehr erhält, und auch nicht mehr automatische beim Eintritt in den Kreißsaal eine Infusionskanüle angelegt wird. 

Der Geburtshilfe am Kreiskrankenhaus ist bestrebt, schon vor der Geburt ein gutes Vertrauensverhältnis zu den Eltern aufzubauen, um ihre Bedürfnisse kennenzulernen. Die Hebammen bieten dazu eine Anmeldesprechstunde an: „Hier können wir auch etwas über die Vorerfahrungen der Frauen erfahren, über ihre Wünsche aber auch über ihre Ängste“, so Kreißsaal-Leiterin Sabina Stefanov. Gemeinsam mit ihren Hebammen möchte sie im Kreißsaal den Frauen den individuellen Raum geben, den sie brauchen. Eine familienfreundliche, interventionsarme Geburtshilfe anzubieten, ist dem Team der Geburtshilfe wichtig, aber nicht immer verläuft eine Geburt so, wie es sich Eltern, Hebammen und Ärzte wünschen. Manchmal kommt es zu Komplikationen und medizinische Maßnahmen werden erforderlich, um die Gesundheit der werdenden Mutter und des Kindes nicht zu gefährden. „Dabei wollen wir stets, dass sich die Frau in dieser Notfallsituation gut informiert fühlt, um zu verstehen, was warum getan wird“, betont Dr. Cordula Müller. 

Auch nach der Geburt bleibt das Team der Geburtshilfe Ansprechpartner für die Frauen. Denn nicht immer stimmt die Wahrnehmung von einer „normalen“ oder „schwierigen“ Geburt mit dem Empfinden der Frau überein. Die Chefärztin weiß „wie hilfreich und heilsam eine gute Nachbereitung sein kann, deswegen gibt es bei uns die Möglichkeit der Nachgespräche. Nach schwierigen Situationen im Kreißsaal (z.B. einem Notkaiserschnitt) sprechen wir bereits seit langem die Frauen an und bieten ihnen an, in einem geschützten Rahmen über ihre Geburtserlebnisse zu sprechen“. Da manche Frauen die negativen Gefühle aber nicht gleich von sich aus äußern können, möchte die Geburtshilfe das Angebot der Nachgespräch ausbauen und in Zukunft im Rahmen der Wochenbettvisite noch pro-aktiver Gesprächsangebote anbieten. 

Den Roses Revolution Day nimmt das Team der Geburtshilfe am Kreiskrankenhaus Bergstraße zum Anlass, um eine Rose zu pflanzen, als Symbol ihres Einsatzes für eine gewaltfreie Geburtshilfe. Frauen, die im Rahmen von Schwangerschaft oder Geburt körperliche, verbale, psychische oder strukturelle Gewalt erlebt haben, legen traditionell eine Rose an den Ort des Geschehens nieder. „Wir hoffen, diese Rose wird gedeihen, genauso wir unsere Bemühungen, uns stetig zu verbessern“, so die Chefärztin der Frauenklinik am Kreiskrankenhaus. zg

 

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Geschrieben in Aus dem Nibelungenland

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