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10.08 Uhr | 17. Juni 2022
FRONLEICHNAM: Kurze Prozession zum Wegkreuz mit Blumenteppich vor der St.-Andreas-Kirche 

Festgottesdienst auf der Domwiese mit rund 300 Besuchern gefeiert   

Pfarrer Christian Rauch erklärte, was die Monstranz bedeutet. Foto: Hannelore Nowacki

LAMPERTHEIM – So viele Gottesdienstbesucher hatten sich zum Festgottesdienst an Fronleichnam auf der Domwiese eingefunden, dass die aufgestellten Bänke nicht jedem Platz boten. Über den versammelten Gläubigen, die am einstündigen Gottesdienst in heiterer Atmosphäre vielfach im Stehen oder auf einer Sitzbank im weiteren Umfeld teilnahmen, spendete das grüne Blätterdach der großen Bäume den gewünschten Schatten an diesem sonnigen Morgen. Leichter Wind ließ die Baumkronen sanft rascheln und fächelte den Gottesdienstbesuchern immer wieder den Duft des Weihrauchs zu. Die Katholische Kirchenmusik mit Dirigent Markus Niebler spielte zum Einzug das Lied „Lobe den Herren“ und begleitete den Gottesdienst bis zum Abschluss mit der Prozession zum Wegkreuz vor der nahe gelegenen St.-Andreas-Kirche, wo ein prächtiger Blumenteppich auf dem Gehweg ausgelegt war. Am Einzug und Gottesdienst nahmen die Ministranten und Pfadfinder St. Georg sowie einige der 44 Kommunionkinder teil. Pfarrer Christian Rauch, Pfarrvikar Virginijus Grigutis und Pfarrer Andreas Rubel, Jugendseelsorger im Bistum Speyer, zelebrierten den Festgottesdienst. Pfarrer Rauch empfahl den Zuhörern zu Beginn, dem Glauben nachspüren, „spüren, dass Gott uns beschützt und begleitet“. „Wir sind eine Gemeinschaft“, sagte Pfarrer Rauch mit Blick auf die in großem Halbrund versammelte Gemeinde. Gemeinsames Singen war wieder möglich, ein Faltblatt mit Liedern und Ablauf war ausgeteilt. „Wir können Gott gar nicht genug um sein Erbarmen bitten“, sagte Pfarrer Rauch, nachdem drei Kommunionkinder gesprochen und die Gemeinde vielfach mit „Kyrie eleison“ geantwortet hatte. „Herr Jesus Christus, du machst das Unmögliche wahr“ und „Herr Jesus Christus, du sorgst dich um uns“ hatten die Kinder der Gemeinde unter anderem mitgeteilt. Einen Bilderrahmen, allerdings ohne Bild, zeigte Pfarrer Rauch, fragte in die Runde, welches Bild wohl hinein sollte. An ein Foto seiner verstorbenen Mutter dachte er, zu Erinnerung, auf dem sie ihn anlächelt. „Gibt es auch bei Ihnen so ein Bild zur Erinnerung im Alltag?“, fragte er in die Runde. Auch ein Rahmen, jedoch ein ganz besonderer ist die golden strahlende Monstranz, die Pfarrer Rauch hochhielt, noch ohne Hostie. Die Monstranz erinnere daran, dass Jesus mit dem Brotausteilen seine Botschaft „liebet einander“ verband. „Sie sind der Rahmen, Sie sind seine lebende Monstranz“, sagte Pfarrer Rauch der Gemeinde. Zur Eucharistiefeier eilte Küster Bertold Eisenbraun zum Tabernakel in der St.-Andreas-Kirche, um genügend Hostien für die vielen Gläubigen zu haben. „Ich habe nicht mit so vielen gerechnet“, gestand Pfarrer Rauch. In der Andacht am Wegkreuz sprach Gemeindereferentin Alice Zelonka in ihrem Friedensgebet von ihrem Traum vom Frieden: „Wann Herr, wird dieser Traum Wirklichkeit?“ Auch in den von Kommunionkindern gesprochenen Fürbitten ging es um Frieden. „Beschütze die Kinder in der Ukraine“ wünschte sich ein Kind.

Die Prozession führte zur nahe gelegenen St.-Andreas-Kirche mit Andacht am Wegkreuz. Foto: Hannelore Nowacki

Mit dem Lied „Großer Gott, wir loben dich“, begleitet von der Kirchenmusik und dem Glockenläuten der St.-Andreas-Kirch, endete die viertelstündige Andacht. Die Stadtpolizei hatte solange die Römerstraße für den Verkehr gesperrt. Zur anschließenden Feier im Pfarrgarten mit Bewirtung, Musik und Spielprogramm für die Kinder lud Pfarrer Rauch ein, meinte jedoch, man solle sich nicht wundern, wenn dort nur Tische, aber keine Bänke stehen, denn es habe an Helfern gemangelt. Hilfsbereite Gottesdienstbesucher eilten sogleich zur Domwiese und brachten die Bänke zurück in den Pfarrgarten, wo schon eine Warteschlange für den Andreasbraten, Bratwürste und Pommes anstand. Auch die reichlich bestückte Kuchenbar im Andreasheim hatte schon geöffnet. Gerne nahmen die Gäste auch die Schüsselchen mit Erdbeeren und Schlagsahne an, die fleißige Helferinnen an den Tischen anboten. Preislisten gab es bei diesem Gemeindefest, auch Bazar genannt, nicht. Auf die Spendenfreude der Gäste wurde vertraut. Die Kirchenmusik unterhielt die Gäste mit einem schwungvollen Konzert, das mit dem Deutschmeister Regimentsmarsch und viel Applaus endete. Der Männerchor des MGV 1840 unter der Leitung von Elisabeth Seidl hatte fünf Lieder im Programm, angefangen von Franz Schuberts „Bacchus“ bis zum lustigen „Trinklied“. Beim Lied „Jenseits des Tales“ dirigierte Fritz Medert den Männerchor. Kinder des Kindergartens Pater Alfred Delp hatten eine Zirkusshow vorbereitet. In bester Feierstimmung moderierte Pfarrer Rauch den Nachmittag. Später hatten Musiker der Musiker-Initiative Lampertheim (MIL) ihren Auftritt. Im Pressegespräch äußerte Pfarrer Rauch ein paar kritische Anmerkungen, zum Beispiel, dass es zu wenige Helfer gab. Deshalb sei auch der Himmel, wie beim Einzug und der Prozession üblich, nicht getragen worden. Glücklich sei er, dass von den 44 Kommunionkindern wenigstens acht gekommen waren. Einige Traditionen wie eine große Prozession durch die Innenstadt halte er für nicht mehr zeitgemäß, auch angesichts der bekannten Probleme in der katholischen Kirche. Einen Riesenspaß hatten die Kinder im ersten Obergeschoss des Andreasheims beim Spielen und Basteln, angeleitet und beaufsichtigt von zehn Ministranten. Moritz, Vinzenz und Julian hatten die Spielestationen im Blick. Besonders beliebt waren Dosenwerfen, Tischfußball und Air-Hockey. Am Basteltisch entstanden kleine Engel als Anhänger. Hannelore Nowacki 

 

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