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11.25 Uhr | 4. August 2022
FERIEN: 21 Kinder aus den 2. und 3. Klassen der Pestalozzischule erkunden die Technik der Biedensand Bäder

Ferienbetreuung mit „Natur und Wasser“ – oder: Warum das Abduschen so wichtig ist

Betriebsleiter Patrick Görling (r.) erklärte seinem beeindruckten Publikum, dass allein für das Freibad diese drei riesigen Filter (hinter den Rohren) benötigt werden. Foto: Nadine Schütz

LAMPERTHEIM – „Wer war schon mal hier im Schwimmbad?“, fragte der Geschäftsführer der Biedensand Bäder Lampertheim, Marius Schmidt, in die im Schatten versammelte Runde der Betreuungskinder. Alle Finger schnellten nach oben. „Und wer hat schon das Seepferdchen?“ Eine beachtliche Anzahl meldete sich. Der Bäderchef zeigte sich zufrieden: „Immer weniger Kinder können gut schwimmen.“ Um so mehr freuten er und Betriebsleiter Patrick Görling sich über das Interesse der 21 Kinder aus den 2. und 3. Klassen der Pestalozzischule, denen im Rahmen der Ferienbetreuung die Möglichkeit der Besichtigung der Schwimmbadtechnik angeboten wurde.

„Das Motto der Ferienbetreuung lautet diesmal Natur und Wasser“, ließ Birgit Pannke vom Lernmobil Viernheim e. V. wissen. Neben entsprechenden Bastel- und Nähprojekten stünden daher auch passende Ausflüge an, wie z. B. in den Luisenpark oder zu den Salinen in Bad Dürkheim. Am Mittwoch stand – bei besten meteorologischen Voraussetzungen – ein Besuch der Biedensand Bäder auf dem Programm.

Bei Schmidts spontanem Schätzspiel, bei dem die Jungen und Mädchen eifrig mitmachten, erfuhren sie, dass pro Jahr rund 155.000 Gäste (kindgerecht ausgedrückt: mehr als drei mal das Frankfurter Fußballstadion voll) aus Lampertheim und der ganzen Umgebung ins Frei- und Hallenbad kommen, dass es das Freibad seit weit über 50 Jahren gibt und dass die Wasserrutsche jetzt 32 Jahre alt ist. Es seien keine Termine für den Besuch der Bäder mehr notwendig, war Schmidts erleichternde Antwort auf eine der vielen Fragen der jungen Besucher. Auch die Info, dass der Eintritt für Kinder unter elf Jahren frei ist, sorgte für Begeisterung. „Damit jeder die Möglichkeit hat ins Schwimmbad zu gehen und Schwimmen zu lernen“, begründete der Bäderchef.

So viel zur Theorie. Interessantes zu sehen gab es, als Betriebsleiter Patrick Görling der Gruppe Türen öffnete, die den Schwimmbadgästen sonst verschlossen bleiben. Allgemein bekannt ist, dass der Schwimmmeister und sein Team allzeit für die Sicherheit beim Schwimmen und Baden in den Becken sorgen – hin und wieder unterstützt von den Ehrenamtlichen der DLRG. Welche Aufgaben und die damit verbundene Verantwortung aber hinter den Kulissen stecken, ist weitgehend unbekannt. Lediglich für die Wartung der Lüftungs- und der Chlorgasanlage wendet man sich an externe Anbieter. Der Rest ist Sache der Bäder-Mitarbeiter. Drei große Filter sind alleine für das Freibad zu betreuen. Gute Chemiekenntnisse und viel Erfahrung sind notwendig, um zum rechten Zeitpunkt die rechte Chlor-Konzentration zu erreichen. Drei Messungen pro Tag sind vorgeschrieben, fünf werden in der Regel durchgeführt. „Unsere Wassermengen sind so groß, dass es schwer wird, zu spät erkannte schlechte Werte zügig zu korrigieren“, macht Görling in diesem Zusammenhang bewusst. Alle zwei Wochen wird eine Probe des Schwimmbadwassers, das im Übrigen ausschließlich dem Badesee entnommen wird, vom Gesundheitsamt auf chemische und biologische Parameter untersucht. „Wir haben eine sehr gute Wasserqualität“, ergänzte er seine Erklärungen. Leider sei aber noch nicht ausreichend im Bewusstsein der Badegäste verankert, dass Schweiß, Sonnencreme, Haarspray und weitere Pflegeprodukte einen enormen Einfluss darauf haben. Jeder könne also durch gründliches Abduschen dazu beitragen, dass dem Wasser weniger Chlorgas zugeführt werden muss.

Der typische Schwimmbad-Duft ist nur ein Nebeneffekt: Das hier eingeleitete Chlor sorgt für sauberes Wasser – wenn man weiß, wie es zu dosieren ist. Foto: Nadine Schütz

Neben den vielen Informationen, die bei der Führung durch die Technikräume zu hören waren, war der unterirdische Rundgang um das Schwimmerbecken des Hallenbades ein außergewöhnliches Erlebnis. Ganz schön eng ist es da! Das Betreten des leeren Nichtschwimmerbeckens in der Schwimmhalle fand die fast zehnjährige Maylin besonders beeindruckend. Leander (8 Jahre) war von den vielen Rohren angetan, die „stinkige Luft“ hingegen war wohl eine der weniger angenehmen Erfahrungen. Finja brachte es mit der Aufmerksamkeitsspanne einer Neunjährigen auf den Punkt: „Es war sehr lange, aber schon interessant!“ So wurden die Kinder nach knapp einer Stunde (endlich) ins Nichtschwimmerbecken entlassen – mit freundlicher Erinnerung des sympathischen Schwimmmeisters: „Denkt dran, alle duschen bevor ihr ins Wasser geht!“ Nadine Schütz

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