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10.11 Uhr | 12. Oktober 2021

Feier mit Hans-Peter Schwöbels Kabarettprogramm 

100 JAHRE ODENWALDKLUB: Erfolg auf der Höhe der Zeit 

Der Odenwaldklub Lampertheim feierte sein 100-jähriges Jubiläum mit zahlreichen Gästen. Marius Schmidt (Mitte), Vereinsvorsitzender und Erster Stadtrat, gab einen Rückblick und Ausblick. Bürgermeister und Vereinsmitglied Gottfried Störmer sprach in seinem Grußwort von großen Leistungen des Vereins. Mit nachdenklicher Heiterkeit sorgte der Mannheimer Professor i. R. für Sozialwissenschaften Hans-Peter Schwöbel mit seinem Kabarettprogramm. Foto: Hannelore Nowacki

LAMPERTHEIM – Beim Odenwaldklub (OWK) in Lampertheim weiß man zu feiern, auch in einer Zeit mit Corona, dann richtet man sich eben mit den Vorschriften ein und macht in heiterer Stimmung das Beste daraus. So gab es bei der 100-Jahr-Feier der Odenwaldklub-Ortsgruppe am Samstagabend die entsprechenden Abstände im Foyer der Hans-Pfeiffer-Halle und Maskenpflicht bis zum Platz, aber eine sehr positive Bilanz und gute Aussichten, die der Vorsitzende Marius Schmidt den Mitgliedern, Gästen und Ehrengästen in flotter Rede präsentierte. Dem Ausflug in die Vergangenheit folgte der Ausblick in die Zukunft, auf die sich die Mitglieder, Freunde und Gäste bereits in Form des gedruckten Wanderplans 2021/2022 mit insgesamt 17 Terminen vorbereiten und freuen können. „Wie geht es jetzt weiter?“ Eine klare, schnelle Antwort folgt seiner Frage. Der 29-jährige Vereinsvorsitzende Schmidt sagt: „Auf der Höhe der Zeit zu sein ist Pflicht jedes Vereins, der seine Mitglieder erreichen will“. In diesem Sinn ist der Lampertheimer Zweig des Gesamt-Odenwaldklubs sehr erfolgreich: „Der Verein freut sich über Zugänge mit vielen Senioren“, teilte Schmidt mit und nannte weiter „ein funktionierendes Miteinander und ein intaktes Vereinsleben“. Wobei die Bewegung an der frischen Luft Generationen übergreifend von 30 bis weit über 80 die jungen und jung gebliebenen Menschen verbinde. Den Zeitgeist erkennen und in Lampertheim relevant bleiben, darauf komme es an. Schmidt dankte allen Mitgliedern für die geleistete Arbeit und auch den zufriedenen Gastwanderern, die immer gerne gesehen seien. Weiterwandern, so gibt es auch der Spruch auf der eingerahmten 100 Jahre alten Gründungsurkunde vor, die Schmidt mitgebracht hatte. Zur Bedeutung und Beliebtheit des Odenwaldklubs tragen die guten Beziehungen zu Lampertheimer Vereinen bei, die Ferienspiele und Ausflüge, die Beiträge zur Pflege der Natur und Kultur. 2020 wurde der Rundwanderweg LA 01 durch Lampertheim im Rahmen der Wegearbeit eingeweiht. Eine besondere Leistung hob Schmidt hervor: Sein Opa, Horst Schmidt, leitete den Odenwaldklub 40 Jahre lang als Vorsitzender. Vorgänger des verstorbenen Ehrenvorsitzenden waren Günther Bartsch, dem der Bau des Klubheims in Eigenleistung zu verdanken sei, und Ferdinand Rückert. Zwölf wanderfreudige Männer gründeten die Ortsgruppe, nach einer Pause von drei Jahren wurde der Verein 1947 wiedergegründet. Mit 220 Mitgliedern war 1996 der Höchststand erreicht, heute zählt der Odenwaldklub 88 Mitglieder. Unter den Gästen, die Schmidt namentlich begrüßte, waren Vertreter von Vereinen, die dem Odenwaldklub in besonderer Weise verbunden sind wie der 1. CC Rot-Weiß, die Naturfreunde und der MGV 1840. Einige Gratulanten sprachen ein Grußwort, danach kam der Mannheimer Professor Hans-Peter Schwöbel mit seinem Kabarettprogramm zu Wort, das zugleich eine Hommage an den Lampertheimer Odenwaldklub war und als Krönung der Jubiläumsfeier gelten darf – ein Geschenk an die Gäste, wie der Vorsitzende Marius Schmidt angekündigt hatte. Bürgermeister Gottfried Störmer, der selbst Mitglied im Odenwaldklub ist, überbrachte die Grüße stellvertretend für die Stadtverordneten, deren Vorsitzender Franz Korb ebenfalls unter den Gästen war, sowie die Grüße des Magistrats. Den Odenwaldklub lobte er als aktive Gruppe, die im Gemeinwesen mitwirkt, Bewegung anbietet und aktiv die Natur schützt. Der Kreisbeigeordnete Volker Buser überbrachte in Vertretung des Landrats Grüße und sprach dem Odenwaldklub seine Anerkennung für die vielseitigen Leistungen aus. Wie der Bürgermeister hatte auch er einen Umschlag mitgebracht. Der Kreis habe das „Jubelgeld“ bereits überwiesen. Alexander Mohr, Geschäftsführer des Gesamt-Odenwaldklubs, sprach in seinem Grußwort von der OWK-Familie und von der Lampertheimer Ortsgruppe als Heimatverein, der sich für die Wegearbeit und den Naturschutz einsetze und „mit der Zeit“ gehe. Auch er hatte einen gehaltvollen Umschlag für die Vereinsarbeit mitgebracht. 

Applaus für Hans-Peter Schwöbel 

Nun war der Weg frei für den bekennenden Kurpfälzer und Kabarettisten mit philosophischem Tiefgang, Hans-Peter Schwöbel, der sich der Lampertheimer Mundart und Wesensart verbunden fühlt. Dem begeisterten Publikum bot er über fünfundvierzig Minuten tiefsinnige Einblicke, mundartlich und höchst amüsant. „Eine Liebeserklärung an unsere Heimat“ hatte er mitgebracht und dabei den Odenwald, Mannheim und Lampertheim im Besonderen im Blick. „Unsere Sprache werden wir feiern und ihren Klang“, versprach er dem Publikum. „Loambaade“. Wie sich umgehend zeigte, ist Lampertheim in Mundart nicht einfach ein Wort, vielmehr ein Lebensgefühl. „Das ist ein Wort, das kann man gar nicht sprechen ohne den Bobbes zu wackeln“. Dreimal rufen, das machte sein Publikum gerne mit. Lampertheim sei klugerweise auf Sand gebaut, ließ er wissen, denn sonst gäbe es den Spargel nicht. Nach klangvollen Wortspielen und Reimen wie „Worschd und Dorschd“ oder „Fruschd und Luschd“ ging der ebenso auf politischem und ökonomischem Gebiet bewanderte Schwöbel auf die Historie ein, auf die Gründerjahre im Allgemeinen mit den Erfindern Benz, Lanz und Drais und auf Vereine: „Vereine können nicht vom Himmel fallen, sie müssen auf dem Boden gemacht werden“. Wie viele Vereine gibt es in Deutschland? Auf 600.000 kommt Schwöbel, eine Zahl, die das Publikum unterschätzt hatte. „Vereine sind eine Schule der Demokratie“, meint Schwöbel, „ein Beitrag zum lokalen und regionalen Wohl, den man nicht hoch genug einschätzen kann“. Schwöbel spannte den Bogen von der Entwicklungshilfe bis zur zivilisiert zu gestaltenden Konfliktbewältigung als Basis für den Frieden. „Das ist das Leben“ und „Gründerzeit ist immer“, stellte Schwöbel fest. Zum Vergnügen der Gäste sprach er auch von der Liebe und seiner „Herzkersch“, von seiner Frau Susanne Martinez, der wenig später der Vorsitzende Schmidt einen Blumenstrauß überreichte. Nach dem verdienten Applaus kam das gesellige Beisammensein mit Schnittchen und Getränken. Hannelore Nowacki

 

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