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07.38 Uhr | 17. Februar 2020

Es ist einfach die Freude daran

Regionalwettbewerb „Jugend forscht – Schüler experimentieren“ mit 23 Projekten 

Fiona Hanning, Julia Zinnäcker und Triana Abdel-Karim vom Goethe-Gymnasium in Bensheim haben Spaß an Naturwissenschaften und am gemeinsamen Forschen. Foto: Hannelore Nowacki

LAMPERTHEIM – Das Abenteuer Forschung war am Samstag beim Regionalwettbewerb Hessen Bergstraße von „Jugend forscht – Schüler experimentieren“ für die Besucher zwei Stunden lang erlebbar. Nachdem die Jury die 23 Projekte begutachtet hatte, an denen sich 41 Schülerinnen und Schüler beteiligt hatten, waren die Projektstände in den Räumlichkeiten bei der BASF Lampertheim zwei Stunden für die Öffentlichkeit freigegeben. Ein Angebot, das große Resonanz fand. Erstaunliches war zu sehen, beeindruckend auch die kompetenten Erklärungen, selbstbewusst und mit Begeisterung vorgetragen. Bei der anschließenden feierlichen Siegerehrung und Preisverleihung sagte Dr. Hartmut Staatz, Standortleiter BASF Lampertheim GmbH: „Bildung ist der Schlüssel für den persönlichen Erfolg jedes Einzelnen und für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft – es  ist heute eine Herausforderung, Kinder und Jugendliche für technische Themen zu begeistern“. Eine Herausforderung, die auch diesmal, beim 55. Regionalwettbewerb, zukunftsweisend geglückt ist. Das diesjährige Motto lautet  „Schaffst Du!“ Neun Projekte hatte die Jury als Erstplatzierte erkoren. Mehrere Geldpreise bis zur Höhe von 75 Euro wurden von verschiedenen Stiftern ausgelobt. Außerdem gab es drei Fachgebietspreise mit Preisgeldern von 45, 60 und 75 Euro und Sonderpreise in Form von Jahresabonnements für naturwissenschaftliche Zeitschriften. Interessant sei für Schüler auch ein Praktikum bei der BASF, berichtete Claudia Steiger von der Personalabteilung auf Nachfrage. Komplexe Fragestellungen ließen sich die Besucher gerne erklären, immer wieder mit Bewunderung über die außergewöhnlichen Fähigkeiten der jungen Nachwuchsforscher. „Smartphone-Detox als Wundermittel für die Leistungsfähigkeit“ war die Fragestellung von Lucas Guttensohn und Tanja Mörstedt am Lessings-Gymnasium. Im Fachgebiet Mathematik/Informatik sind sie einem möglichen Zusammenhang auf der Spur zwischen allgemeiner Intelligenz und verbrachter Zeit an einem „digitalen Gerät“. Mit ihrer Forschungsarbeit wollen sie Antworten auf gesellschaftlich relevante Fragen finden. Ein interessantes Phänomen hat die elfjährige Triana Abdel-Karim (11 Jahre), Julia Zinnäcker und Fiona Hanning (beide 12 Jahre) vom Goethe-Gymnasium in Bensheim zu einer spannenden Versuchsanordnung inspiriert. Die drei guten Freundinnen zeigten sich selbstbewusst und in bester Stimmung und waren sich einig: „Wir gewinnen zusammen, wir verlieren zusammen“. Tatsächlich haben sie gewonnen. Die Jury war von ihrem Experiment überzeugt, das anschaulich zeigt, wie mit Teelichtflamme, Wasser, Becherglas und Unterdruck eine im Wasser liegende Münze schließlich trocken liegt. Die drei jungen Nachwuchsforscherinnen haben auch gesellschaftliche Themen im Blick bis hin zur Frauenfrage in den Naturwissenschaften. Laurin Wiedemann, 14 Jahre, besucht die Erich-Kästner-Schule in Bürstadt, und hat sich bereits mehrfach mit dem Problem Plastikmüll beschäftigt. Nur sortenreine Kunststoffabfälle können wiederverwendet werden, weshalb er verschiedene einfache Techniken der Trennung ausprobiert hat. Durch einen Schmelzvorgang mit Wasser, Salz und Cetylalkohol erzeugt er Kunststoffplatten. Man könnte das Produkt auch für Bilderrahmen, Sitzbänke und Hundehütten nutzen, meinte der Jungforscher.

Tanja Mörstedt und Lucas Guttensohn vom Lessings-Gymnasium Lampertheim haben die Leistungsfähigkeit mit dem zeitlichen Gebrauch digitaler Geräte in Beziehung gesetzt. Foto: Hannelore Nowacki

Philipp Hossner, 17 Jahre, und Elias Vollrath, 18 Jahre, besuchen das Lessing-Gymnasium Lampertheim und haben die technische Idee für einen „intelligenten Bauzaun“ bis zur Prototypen entwickelt. Für Baustellendiebe eine schlechte Nachricht, denn Kontakte lösen auf einem Handy, das die Anlage steuert, Alarm aus. Die Begeisterung für Naturwissenschaften treibe sie an, verraten die beiden Tüftler. „Es ist einfach die Freude daran, Stunde um Stunde das System zu perfektionieren“. Der Landeswettbewerb Hessen von „Jugend forscht“ findet vom 2. bis 3. April 2020 bei der Merck KGaA in Darmstadt statt. Dort können sich die Nachwuchsforscher für das 55. Bundesfinale von „Jugend forscht“ qualifizieren, das vom 21. bis 24. Mai 2020 in Bremen ausgetragen wird. Hannelore Nowacki

Information

Die Erstplatzierten von „Jugend forscht“ sind im Fachgebiet Biologie mit dem Projekt  „Radiofrequenzwellen – Ein Akzelerator für Wachstum?“ Josh Ronald (15 Jahre); Gesamtschule im Schuldorf Bergstraße, Seeheim-Jugenheim. 

Im Fachgebiet Chemie mit „Extraktion und Nachweis pharmakologisch wirksamer Naturstoffe aus Baumrinden“ Nico Gregorincic, Gleb Kalashnik (beide 16 Jahre); Alexander-von-Humboldt-Schule, Viernheim.  

Im Fachgebiet Mathematik/Informatik schafften es zwei Projekte auf den ersten Platz: 

„GPS: Mathematik statt Satellit?“ von Tim Jäger (16 Jahre), Jonas Riemann und Marc Lippok (beide 15 Jahre); Schuldorf Bergstraße, Seeheim-Jugenheim.  Lucas Guttensohn (18 Jahre) und Tanja Mörstedt (17 Jahre) vom Lessing-Gymnasium Lampertheim befassten sich mit „Smartphone-Detox als Wundermittel für Leistungsfähigkeit?“ 

Fachgebiet Technik: „TempWarn – Dezentrales Temperatursensor-Messsystem“ von Sören Bender und Konstantin Bachem (beide 17 Jahre); Schuldorf Bergstraße, Seeheim-Jugenheim.  

Die Erstplatzierten des Regionalwettbewerbs „Schüler experimentieren“ ist im Fachgebiet Arbeitswelt Jonas Celik (12 Jahre) von der Geschwister-Scholl-Schule in Bensheim mit dem Projekt  „Können Calliope-Lärmampeln zur Unterrichtsruhe beitragen?“ 

Im Fachgebiet Biologie untersuchten Anisha Rajendra Kumar und Taehee Kim (beide 14 Jahre) vom Schuldorf Bergstraße in Seeheim-Jugenheim „Nitrate Trap- Algen, die Hoffnung der Landwirtschaft?“ 

Im Fachgebiet Chemie befasste sich Fabian Sotonica (13 Jahre) vom MINT-Zentrum am Schuldorf Bergstraße in Seeheim-Jugenheim mit dem Projekit „Kristall klar“.  

Im Fachgebiet Physik gingen Triana Abdel-Karim (11 Jahre), Julia Zinnäcker und Fiona Hanning (beide 12 Jahre) vom Goethe-Gymnasium in Bensheim der Frage nach: „Warum kann man mit einer Kerze und einem Glas eine Münze trockenlegen?“

 

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