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09.14 Uhr | 5. Oktober 2019

„Eröffnung Weltladen Lampertheim“

Kolumne Kalle & Mônners Hochdeutsch

 

Kalle

Guten Tag Mônners, alles klar?

Mônners

Servus Kalle, Dankeschön – ein klein

wenig besser und ich müsste schreien. Aber sag mal, Du bist aber schon wieder früh auf den Beinen. Wo willst du denn um diese Uhrzeit hin?

Kalle

Ich möchte heute einmal in aller Ruhe in unserem neuen Weltladen einkaufen. Bei der Eröffnung war ja so viel los. Viele Prominente von der Stadt und aus der Wirtschaft. Man kam überhaupt nicht an die Regale. Überall hat es gewimmelt vor Menschen. Sogar der Hof war überfüllt.

Mônners

Kalle, seit wann haben wir denn einen Weltladen? Hört sich ein bisschen ungewohnt an. Weltladen, als wenn man dort die Welt kaufen könnte. Oder die Erde. Wobei die Welt ja die Gesamtheit alles Seienden ist, also mehr als das Universum. Ob die das wohl so meinen? Aber wahrscheinlich scheint es ja mehr ein Geschäft zu sein, in dem man Weltkarten, Globusse und Atlasse kaufen kann.

Kalle

Also Mônners, zuerst einmal heißt das nicht Atlasse, sondern Atlanten. Ich habe mit deinem „die Gesamtheit des Seienden“ das Gefühl, dass du bei einem Buchflohmarkt einige philosophische Bücher erstanden hast. Oder hast du in unserer Bücherei jetzt auch das Regal mit den Werken von Aristoteles, Platon und Kant entdeckt.

Mônners

Nein, das gehört für mich zur Allgemeinbildung. Bei unseren Treffen am Sonntag beim Anton, sprechen wir nur über solche Themen. Wir sind ja ein philosophisches Gesprächsforum und immer sehr interessiert.

Kalle

Ja, zum Anton will ich auch auf jeden Fall einmal. Scheint ein sehr belesener Mann zu sein. Habe schon gehört, dass es nichts gibt, was der nicht weiß. Jetzt fange ich auch schon an zu philosophieren. Das scheint anzustecken. Vielleicht könnte ich dort einmal das Thema Weltladen und Fair-Trade-Handel vorschlagen.

Mônners

Du immer mit deinem auswärtigen Zeug. Was ist denn jetzt schon wieder dieser Fair-Trade-Handel?

Kalle

Ich versuche es dir einmal zu erklären. Also wenn man es genau versteht, heißt es gerechter Handel oder auch gerechter Verkauf. Das bedeutet, dass die Erzeuger oder Hersteller von Waren auch gerecht dafür bezahlt bzw. entlohnt werden. Oder anders formuliert, dass sie von ihrer Arbeit auch halbwegs leben können. Der Fair-Trade-Handel soll die Erzeuger wirtschaftlich stabilisieren, die Gleichberechtigung von Frauen fördern und die Kinderarbeit reduzieren.

Mônners

Kalle, jetzt fängst du aber an zu reden wie einer aus dem Stadtparlament oder aus dem Bundestag. Es wird viel versprochen, aber am Ende kommt nichts dabei heraus. Aber von der Theorie her, hört sich das sehr gut an. Was verkaufen die denn in diesem Lampertheimer Weltladen?

Kalle

Also das Hauptsortiment umfasst Kaffee, Tee, Kakao, Schokolade, Nüsse, Honig, Gewürze, Öl, Reis und Produkte aus dem traditionellen Handwerk der entsprechenden Länder. Wie kleine Schmuckstücke oder …

Mônners

Kalle, jetzt höre aber auf. Ich kann diesen frischgebrühten Kaffee schon auf meiner Zunge schmecken. Dazu noch ein schönes Honigbrot und ein Stückchen Schokolade. Hmm, mir wird ganz warm ums Herz.

Kalle

Ist ja wieder typisch Mônners. Jetzt willst du wieder den Genießer, den Gourmet raushängen, der mit aromatischen Kaffee und Schokolade im Sessel sitzt und seine philosophischen Bücher liest.

Letzte Woche hast du mich noch gefragt, warum auf den Schokoladetafeln ein Haltbarkeitsdatum draufsteht. Bei dir würde keine Tafel Schokolade länger liegen als drei Tage.

Mônners

Kalle, in der Welt der Genießer und Gourmets kennst du dich eben nicht aus. Das kann man auch nicht lernen, es wird einem in die Wiege gelegt.

Kalle

Ich glaube du hast ganz andere Dinge in deine Wiege gelegt bekommen. Aber das möchte ich auf meinem Weg in den Weltladen nicht vertiefen. Wollte dort ja auch Schokolade kaufen.

Mônners

Apropos Schokolade. Meine Tante hat ja bald Geburtstag. Vielleicht könnte ich in diesem Geschäft etwas für sie kaufen.

Kalle

Da wirst du dort bestimmt etwas finden und noch einige andere Sachen, die dir gefallen werden. Und das schöne ist, bei jedem Einkauf unterstützt du den Fair-Trade-Handel und hilfst den Menschen in den Erzeugerländern ein bisschen. Ist also eine Win-Win-Situation.

Mônners

Kalle, jetzt verschone mich aber bitte mit deinem neumodischen Kram. Ich will nichts von win-win hören, sondern freue mich jetzt schon auf Kaffee und Schokolade. Den Fair-Trade-Handel sei Dank.

Kalle

Siehst du, gut, dass wir miteinander geredet haben.

Mônners

Gut, dass wir uns gesehen haben!

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Geschrieben in Kalle und Monners

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