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09.28 Uhr | 28. Januar 2021 | PR-Anzeige

Erholungsurlaub und Elternzeit

Tip(p) zum Arbeitsrecht von Dr. Stefan Unger

GERNSHEIM – In Deutschland haben im Jahr 2019 laut statistischem Bundesamt rund 1,9 Millionen Frauen und Männer Elternzeit in Anspruch genommen. Was jedoch Arbeitgeber und Arbeitnehmer oftmals nicht wissen: Obwohl das Arbeitsverhältnis ruht, entstehen Urlaubsansprüche auch während der Elternzeit Jahr für Jahr und verfallen ausnahmsweise nicht zum Jahresende. Somit können sich über die Zeit hinweg immens viele Urlaubstage ansammeln. Für Arbeitgeber stellt dies grundsätzlich eine böse finanzielle Falle dar, wenn das Arbeitsverhältnis nach der Elternzeit endet und in der Folge bestehender Resturlaub abzugelten ist. Der Gesetzgeber hat diese Problematik erkannt und räumt der Arbeitgeberseite daher das Recht ein, den Urlaubsanspruch für jeden vollen Kalendermonat der Elternzeit um ein Zwölftel zu kürzen. Beispiel: Befindet sich der Arbeitnehmer ein volles Kalenderjahr in Elternzeit, kann der Arbeitgeber den Urlaubsanspruch auf null kürzen. Auf diese Weise kann die Gefahr von Abgeltungsansprüchen gebannt werden. Es handelt sich hierbei allerdings „nur“ um eine Kürzungsbefugnis und nicht um einen Kürzungsautomatismus. Der Arbeitgeber muss also bis spätestens zum letzten Tag des Arbeitsverhältnisses aktiv werden. Wird er das nicht, kommt ihn dieser Fauxpas – wie die Praxis zeigt – oftmals teuer zu stehen.

Der Autor ist Rechtsanwalt mit Vorzugsgebiet Arbeitsrecht und Sportarbeitsrecht bei UNGER Rechtsanwälte I Notar, Zwingenbergerstraße 13, 64579 Gernsheim, www.kanzleiunger.de. 

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Geschrieben in Aus der Geschäftswelt

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