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10.02 Uhr | 16. Mai 2022
LIFE THEATER: Kurzweiliger Abend im Foyer des Bürgerhauses

Endlich wieder Kabarett – ZwiBuR hat geboostert

Jürgen Rudolph (links) und Bodo Ehret auf der Parkbank. Foto: ehr

HÜTTENFELD – Die Sehnsucht war groß nach zwei Jahren: endlich wieder Life-Theater. Sowohl die Schauspieler des Hüttenfelder Theatervereines “ZwiBuR” als auch ihr Publikum genossen sichtlich die erste Kabarettaufführung nach der Pandemie.

Es war wohl ungewohnt, nicht mehr das evangelische Gemeindezentrum mit dem familiären Ambiente als Spielort zu haben, sondern das eigentlich in der Weihnachtszeit gewohnte Bürgerhaus. Dennoch war das Foyer – in den großen Saal traute man sich wohl noch nicht – gut, wenn auch nicht ganz gefüllt. Das schöne Frühlingswetter mag wohl einige Stammgäste abgehalten haben. Doch die, die waren, mussten ihr Kommen nicht bereuen.

“Hauptsach’ geboostert” war der Titel und das setzten die ZwiBurianer auch gleich um. Das Publikum musste sich mit “Odenwälder Bu” boostern lassen, ansonsten musste man die Maske aufbehalten.

Klar lief noch nicht alles rund – einige der Akteure waren bis vor wenigen Tagen noch in Quarantäne – doch mehr und mehr kam man in Schwung und die Stimmung war am Ende riesengroß.

Ralf Ehret begeisterte gleich mit einem neuen Eingangssong “wir sind wieder da” und Bodo Ehret führte in altbewährter Manier in seiner unnachahmlichen Art als “Konfronteur” durch den Abend.

Die Nachrichten, von Malena mit ihrer Mutter Alexandra Plenert verlesen, zielten vor allem auf die Verkerhssituation in Hüttenfeld ab. Sowohl die gesperrte Straße nach Hemsbach, als auch die verschiedenen Verkehrsberuhigungen in einigen Straßen Hüttenfelds kamen hier ironisch zur Sprache.

Altbewährte Dauerbrenner wie die “Parkbank” mit Bodo Ehret und Vereinspräsident Jürgen Rudolph (sie nahmen die Influenzer auf’s Korn) oder der Ehesketch mit dem Ehepaar Manuela und Ronald Ehret, unterstützt heuer von Undine Ihrig, verfehlten ihre Wirkung nicht. Die grün-weiße Stange wich wohl etwas vom Thema “SGH” ab und verirrte sich mehr in die Lokalpolitik. Doch dass die Gastronomie in Hüttenfeld sich mehr und mehr verabschiedet, traf den Nerv des Publikums.

Dass sich die Weltreligionen näher stehen, als man denkt, wurde von Heike Ehret und Undine Ihrrig ironisch aufgearbeitet. Am Ende sagte sogar der Heilige Geist “Alla gut”. Auch mit den Problemen der Ü-50 Generation brachten die beiden das Publikum auf der Jogamatte zum Lachen. Bruno Ehret beschäftigte sich mit Malena Plenert – eine der verbliebenen Jungschauspielerinnen – Alexandra Plenert und Bodo Ehret mit dem “Homo Hüttenfeldiensis”, der mangels Gastronomie wohl bald vom Aussterben bedroht ist.

Es gab wenige musikalische Beiträge. So blieb Ronald Ehret mit seinem Song “Schorlewasser” außer Intro und Schlusssong natürlich, der einzige beschwingte Punkt des Abends. Davon hätte man sich mehr gewünscht.

Bruno Ehret nahm dann am Ende die aktuelle Tagespolitik in seinem Zeitungsmotzer auf die Schippe. Und anhand der Lage in der Ukraine blieb so manchem das Lachen im Halse stecken, doch auch das ist Kabarett. Mit seinem Akkordeon lockerte Ehret seinen Auftritt am Ende auf.

Der Running Gag von Jürgen Rudolph, der sich wie ein roter Faden durch den ganzen Abend zog, nahm die Querdenkerszene auf den Arm mit ihren abstrusen Verschwörungstheorien. Rudolph selbst musste sich nach jedem Auftritt der Querdenker Ralf Ehret und Alexandra Plenert erst mal boostern, anders sei dieser Wahnsinn nicht zu ertragen. zg

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