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10.23 Uhr | 11. August 2020

Ein gutes Zuhause für 80 Rauchschwalben

NABU Bürstadt zeichnet Saskia Mühlum und Marion Gengnagel als Schwalbenfreunde aus

Michael Held, NABU-Vorsitzender in Bürstadt, überreichte den beiden Schwalbenfreundinnen Marion Gengnagel (links) und Saskia Mühlum die NABU-Auszeichnung für ihr schwalbenfreundliches Haus. Foto: Hannelore Nowacki

BOBSTADT – Ein schwalbenfreundliches Haus haben Saskia Mühlum und Marion Gengnagel ihren etwa 80 Rauchschwalben bereitet. Genau zählen können die beiden Schwalbenfreundinnen ihre quirligen Gäste nicht, immer wieder entdecken sie ein paar flügge gewordene kleine Rauchschwalben, die sich gerne in kleinen Gruppen treffen. Nur in den ersten Tagen nach ihrem ersten Ausflug kehren die jungen Rauchschwalben zur Nacht in ihr Nest zurück. Vor Sonnenuntergang herrsche reges Treiben auf allen Leitungen und hohen Sitzwarten. Von den 21 Nestern sind die meisten Marke Eigenbau mit Rohstoffen wie Lehm, Stroh und zarten Pferdehaaren, die die Schwalben auf dem Hof und in der ländlich geprägten Umgebung vorfinden. Ein Nest ist aus menschlicher Produktion, mit viel Liebe hergestellt. Für den großen Durst sind überall Trinkgefäße aufgestellt. Die Freude an ihren Gästen teilen Saskia Mühlum und Marion Gengnagel schon viele Jahre, aber dieses Jahr ist ein besonderes geworden. Nicht nur, dass sie außergewöhnliche vier Bruten beobachten konnten, Saskia Mühlum und Marion Gengnagel bekamen am späten Montagnachmittag Besuch vom Vorsitzenden des NABU Bürstadt Michael Held, der ihnen ein Siegel und die Urkunde zur Auszeichnung als „Schwalbenfreundliches Haus“ überbrachte, ein Dank für ihren außerordentlich wertvollen Einsatz zum Schutz der Schwalben und unterzeichnet auch vom NABU-Präsidenten. Zwei bis drei Bruten im Jahr seien bei den Rauchschwalben durchaus üblich, erklärte Held, aber an diesem idyllischen Ort finden die Schwalben sehr günstige Bedingungen vor. Insekten schwirren in großer Zahl in der Luft und zudem erfahren die kunstfertigen Nestbauer vielfältige Hilfe von ihren Freundinnen, die in Bobstadt und Umgebung vor allem für ihren Pferdehof Am Mittelfeldweg und die zutraulichen Pferde bekannt sind. In die Pferdestallungen können die Pferde ein- und ausgehen wie es ihnen beliebt, während die Schwalben nach Belieben jederzeit durch die geöffneten Fenster in den schützenden Raum einfliegen können. Draußen gibt es durchaus feindliche Mitflieger, zum Beispiel Greifvögel, die auf Schwalben Appetit haben. „Fressen und gefressen werden“, sagt Held, der darin ganz einfach die Natur sieht. Seit über 50 Jahren gibt es die Pferdestallungen an diesem Ort am Rande von Bobstadt im Eigentum der Familien Aßmacher und Szekely und auch die Rauchschwalben als Mitbewohner, berichtet Marion Gengnagel, eine geborene Aßmacher. Sie hofft, dass es noch lange so bleibt und Michael Held hofft, dass die Schwalben hier eine Zukunft haben, denn wie bekannt, ist ein Gewerbegebiet geplant, Planungen, zu denen der NABU eine Stellungnahme zum Erhalt der Natur abgegeben habe. Die Pferde teilen sich ihr Paradies nicht nur mit den Schwalben, auch Eidechsen und Hirschkäfer suchen im Stall und auf dem Gelände Unterschlupf, was den Naturschützer auch erfreut. Hannelore Nowacki

 

 

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