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10.23 Uhr | 4. April 2021

Die Segel gesetzt für neue Pläne

Bürgerstiftung Biblis: Mit neuem Vorstand wird Fahrt aufgenommen / Neues Logo symbolisiert neue Kraft

Der neue Vorstand der Bürgerstiftung (von links): Priska Winkler, Gisela Gibtner, Roland Woll und Irmgard Morys. Alexander Scholl war verhindert. Die Gurkenfrau mit Kind und Gurkenkorb vor dem Rathaus ist seit 29. Juni 2014 das neue Bibliser Wahrzeichen. Bürger hatten für diesen Zweck an die Bürgerstiftung gespendet. Foto: Hannelore Nowacki  

Der neue Vorstand der Bürgerstiftung (von links): Priska Winkler, Gisela Gibtner, Roland Woll und Irmgard Morys. Alexander Scholl war verhindert. Die Gurkenfrau mit Kind und Gurkenkorb vor dem Rathaus ist seit 29. Juni 2014 das neue Bibliser Wahrzeichen. Bürger hatten für diesen Zweck an die Bürgerstiftung gespendet. Foto: Hannelore Nowacki

BIBLIS  – Viele Neuigkeiten auf einmal – die Bürgerstiftung Biblis hat seit Januar einen neuen Vorstand, ein neu gestaltetes Logo und ist umgezogen in einen großen Raum in einem Gebäude am Stadion, die Homepage wird gerade aufgefrischt. Und es gibt Pläne und Projekte für dieses Jahr, wenngleich die meisten Projekte mit Menschen zurzeit nicht stattfinden können. Der Vorstand hat daher die Zeit genutzt, sich erfolgreich mit sich selbst zu beschäftigen. Beim Pressegespräch im Rathaussaal berichtete der fast vollzählig anwesende Vorstand von bisherigen Projekten und den zukünftigen Vorhaben. Gisela Gibtner ist die neue Vorsitzende, aber schon seit fünf Jahren dabei, Stellvertreter Roland Woll sowie Priska Winkler und Irmgard Morys sind neu in der Bürgerstiftung und im Vorstand. Vorstandsmitglied Alexander Scholl, auch bisher schon im Vorstand, war verhindert. Ein sichtbares Ergebnis der Innenschau ist das neue Logo, das mit dem modernen Segelschiff nach außen die neue Kraft symbolisiere, erklärte Gibtner. Den neuen Vorstandsmitgliedern bescheinigt sie vollen Elan. 

Die Zukunft wird dynamisch:  „Wir haben die Segel gesetzt“. Endlich sei ein neuer Büroraum gefunden, Bürgermeister Scheib habe auf ihre Bitte hin Ausschau gehalten, dort sei Platz für die vierzig Aktenordner und die gemeinsame Vorstandsarbeit. Die Wände seien selbst gestrichen, die Möblierung hätten sie gebraucht bekommen. Denn kostengünstig zu wirtschaften sei von der Satzung vorgegeben, betonte Gibtner. Im Einzelnen dann der Bericht, was bislang erreicht wurde: Luftfilter sind wegen Corona ein großes Thema. Zwei Luftfilter im Gesamtwert von 1.000 Euro konnten für eine Kita beschafft werden, die einen Förderantrag gestellt hatte. Mit vier Kitas hatte Gibtner  telefoniert. Ein Stifter hatte das Geld zur Verfügung gestellt. Für den Druck von T-Shirts für die Vorschulgruppe hatte die evangelische Kita in Nordheim einen Förderantrag gestellt, die Kosten wurden übernommen. 

Der Förderantrag für ein großes Projekt ist eingegangen, aber noch nicht entschieden: Eine Delphin-Therapie für den fünfjährigen, autistischen Jungen würde 6.000 Euro kosten. Eine solche Therapie in der Türkei vor einigen  Jahren hatte dem Kind in seiner Kontaktfähigkeit zu den Eltern geholfen, wird aber von der Krankenkasse nicht bezahlt. In den ersten beiden Lebensjahren war der kleine Vadim noch ein ganz normal entwickelter Junge, dann aber verlor er alle Fähigkeiten, auch das Sprechen. Die Bürgerstiftung würde gerne mit 6.000 Euro eine Delphin-Therapie sowie die orthopädische Versorgung unterstützen. Dafür genehmige die Krankenkasse nur eine Stunde in der Woche. Zurzeit macht der Junge in Lampertheim eine Pferdetherapie. Die Eltern haben ihr Haus und ein Auto verkauft, um für ihr Kind so viel wie möglich zu tun und weil das Kind nicht allein sein kann, bleibt die Mutter zuhause. „Das hat uns sehr berührt“, sagte Gibtner. Das Spenden-Sonderkonto hat die Bürgerstiftung schon eröffnet. Im Sinne des verstorbenen Gründungsmitglieds Ernst Wartusch hatte eine Schulklasse 750 Euro gesammelt, die die Bürgerstiftung beitragen könne. Die Idee für einen zweimal jährlich stattfindenden Stammtisch wurde bereits per Brief vorgestellt. 

Der Gemeindeverwaltung habe der Vorstand angeboten, zukünftig den Veranstaltungskalender auf der eigenen Homepage zu führen. Abhängig von der Coronasituation ist der Plan, im Sommer einen Flohmarkt am Gemeindesee zu veranstalten, das ist Roland Woll klar. Das Insektenhotel am Gemeindesee hat wegen der Ausrichtung zur Wetterseite nicht den erwarteten Zuspruch, das soll sich nach der Umsetzung im Oktober ändern. Zwischen Biogasanlage und Maulbeeraue soll eine bereits mit Spendengeld angeschaffte Tischgruppe mit zwei Bänken aufgestellt werden, die Genehmigung des Regierungspräsidiums stehe noch aus. Für weitere Sitzbänke bittet die Bürgerstiftung um Geldspenden. Eine Standortliste wurde nach Ideen beim Städtebautag erstellt. Langlebig und einheitlich aus Metall sollen diese Bänke sein, so der Wunsch von Bürgermeister Volker Scheib. Eine solche Bank kostet über tausend Euro.   Hannelore Nowacki  

Information
Der Vorstand stellte sich vor: Gisela Gibtner ist seit Januar 2021 Vorsitzende der Bürgerstiftung, aber schon seit 2016 dabei. In ihrem Berufsleben war sie in Millionenstädten im Ausland tätig. Die geborene Mainzerin Irmgard Morys ist der Liebe wegen vor fünf Jahren „von der Stadt aufs Dorf“ nach Biblis gezogen. Zuvor hat sie lange in Ingelheim gelebt. Sie wollte etwas Ehrenamtliches tun und kam zur Bürgerstiftung, nachdem sie erfahren hatte, dass die Bürgerstiftung Leute sucht, die sich aktiv einbringen. „Ratzfatz bin ich im Vorstand gelandet“. Roland Woll wohnt seit fünf Jahren in Biblis, davor lebte er zwei Jahre in Lampertheim, war international tätig und hat in Frankfurt gearbeitet. Nach einer sinnvollen Beschäftigung im Ruhestand hatte er gesucht und dann über die Bürgerstiftung gelesen, die Leute suchte. Echte Bibliserin von Geburt ist Priska Winkler. Alexander Scholl arbeitet in Biblis, wohnt in Lampertheim-Hofheim, ist als Ortsvorsteher und Stadtverordneter in der Lokalpolitik aktiv. 

 

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Geschrieben in Biblis und Ortsteile, Lokal

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