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10.05 Uhr | 9. September 2019

„Die Howwemer Kerb is do, was sinn die Leit so froh“ 

Vereine gestalten unterhaltsames Programm bei der Eröffnung mit / Heike Hildebrand steigt auf die Leiter und glossiert das Geschehen im Ort

Kerbemudder Heike Hildebrand glossierte auf gekonnte Art und Weise das Geschehendes vergangenen Jahres in Howwe. Foto: Petra Gahabka

HOFHEIM – Wenn in Hofheim Kirchweih ist, dann wird gefeiert, was das Zeug hält. Schon das Straßenfest am Freitagabend, bei dem die Kerb an der Gaststätte „Zur Vorstadt“ von den Kerbeborsch und –mädels  ausgegraben wurde, war ein Besuchermagnet. Das Programm zur Eröffnung der Kerb samstags hatte der SPD-Ortsbezirk zusammengestellt, der in diesem Jahr den Vorsitz des Arbeitskreises der Hofheimer Vereine führt und auch die Kerbemudder stellte.   

Sonnenschein, das Platzkonzert des Evangelischen Posaunenchors vor dem Historischen Rathaus und der Einzug des Spielmannszugs der Freiwilligen Feuerwehren Hofheim/Bürstadt, gefolgt von Kerbemudder Heike Hildebrand auf einem Nextbike und dem Kerbeborschverein –  das war so ganz nach dem Geschmack der Gäste, unter die sich auch politische Prominenz gemischt hatte. SPD-Ortsbezirksvorsitzende Silke Lüderwald freute sich in gereimter Form die Bundesjustizministerin Christine Lambrecht, Dr. Michael Meister, Parlamentarischer Staatssekretär für Bildung und Forschung, sowie den Landtagsabgeordneten Alexander Bauer begrüßen zu dürfen. Die Garden des Hofheimer Carneval Vereins, Piccolos und Flower Powers, sorgten mit einer flotten Tanzdarbietung für Stimmung und die Turnverein-Gruppe Jumping Beans präsentierte ihr Können am Springseil. In ihren Grußworten lobten Erster Stadtrat Jens Klingler (in Lamberde de Finanzminischder) und „de Boss vun Howwe“, Alexander Scholl, das große ehrenamtliche Engagement der Vereine und deren Angebotsvielfalt. „Die Kerb ist ein tolles Fest im Ort, wer bei uns feiert, der braucht net fort“, so der Ortsvorsteher. 

Heike Hildebrand ist eine begnadete Rednerin – an Fastnacht in der Bütt und bei der Kerb auf der Leiter, die sie am Samstag bereits das vierte Mal erklomm. In diesem Jahr habe sie lange überlegt, denn die Datenschutzgrundverordnung mache es den Vereinen und Rednern schwer. „Derfschd e Bild mache, orrer Name nenne, vielleicht nemmer über Lamberde schenne?“ Doch das ließ die Kerbemudder sich nicht nehmen und zog über den „hässlichsten Baum aller Zeiten“ vor dem Amtsgericht im vergangenen Advent her, die übertriebene Gebührenerhöhung des ZAKB und den Stadtmarketingleiter-Flop. „Vielleicht wär´s besser, wonn se sich in Zukunft uff die bekannte Personalauswahl beschränke, statt so em Headhunter 36.000 Euro zu schenke.“ Herrlich auch der Gesichtsausdruck und die Gestik von Heike Hildebrand, als sie die Geschehnisse im Ort glossierte: Den Blitzeinschlag im Kirchturm der katholischen Pfarrgemeinde, der „die Leitung nach obbe“ unterbrochen habe, die mehrwöchige „Sprungschanze“ am Bahnübergang oder den zunehmenden LKW-Verkehr. Ihrem Vorschlag, ein „Mautheisel“ aufzustellen und mit den Einnahmen bei der Kerb „oaner druff“ zu machen, stimmte das Publikum mit begeistertem Applaus zu. Bauboom, Rundwanderweg, Weihnachtsmarkt, Fahrradverleihstation, ein neues Café im Bahnhof – in Hofheim läuft´s, fehlt nur noch ein Investor für „des erschde Wellnesshotel“. Mit der Kranztaufe eröffnete Heike Hildebrand die höchsten Feiertage im Ort, das Lied „Die Howwemer Kerb is do, was sinn die Lei so froh“ wurde angestimmt und mit Freibier auf die höchsten Feiertage im Ort angestoßen. Petra Gahabka

 

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